Corona-Virus:

Ab sofort gilt ein Besuchsverbot im Helios Klinikum PforzheimHier finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Corona-Virus!

Am 16.10. ist World Restart a Heart Day - die Chefärztin der Kardiologie Frau Prof. Dr. Ott erklärt, wie eine Wiederbelebung funktioniert: Hier geht's zum Erklärvideo.

Ein Wiedersehen mit dem Lebensretter
Erste Hilfe in Zeiten von Corona

Ein Wiedersehen mit dem Lebensretter

Pforzheim

Anfang Juli erlitt die 68-jährige Regina Krumpel einen Herzstillstand im Freibad Niefern. Der Bademeister Nico Voges hat sofort reagiert und mit der Herzdruckmassage begonnen. Nach einem Aufenthalt im Helios Klinikum Pforzheim sowie einer dreiwöchigen Reha standen sich die beiden zum ersten Mal – mit Freudentränen in den Augen – gegenüber.

Plötzlich bewusstlos

Die zierliche Regina Krumpel schwamm wie gewohnt zusammen mit ihrem Mann Bahnen im Freibad Niefern. Als sie aus dem Wasser kam, fühlte sie sich nicht gut. Sie zog sich an und gab dem Bademeister Bescheid. Nico Voges bot ihr einen Platz im Personalraum an und rief vorsorglich den Rettungsdienst. In der Zwischenzeit ging es Frau Krumpel immer schlechter, bis sie schließlich bewusstlos wurde.

Wiederbelebung ohne Zögern

Dann ging alles ganz schnell: Nico Voges stellte keine Atmung fest. Sofort begann er mit der Wiederbelebung. „Schon beim Drücken habe ich bemerkt, dass meine Maßnahmen etwas bringen. Immer wieder bewegten sich Frau Krumpels Füße leicht“, erzählt Voges. Auf Bitten des Rettungsdienstes führte er die Herzdruckmassage fort, während sich die Rettungsdienstmitarbeiter um die Beatmung kümmerten.

Die Nulllinie auf dem Überwachungsmonitor und der Blick in die verzweifelten Augen von Herrn Krumpel, haben mich angespornt durchzuhalten. Ich habe einfach funktioniert.

Nico Voges, Bademeister

Verschluss der linken Herzkranzarterie

Dank des beherzten Eingreifens von Bademeister Voges geht es Frau Krumpel wieder gut | Foto: Helios

Regina Krumpel wurde mit dem Rettungswagen ins Helios Klinikum Pforzheim gebracht. Auf der Intensivstation stellte sich heraus, dass ein Verschluss der linken Herzkranzarterie die Ursache des Herzstillstandes war. Durch eine Herzkatheteruntersuchung wurde das Gefäß sofort wieder eröffnet, anschließend erhielt die Patientin einen Defibrillator. Frau Krumpel erinnert sich nur noch daran, dass Sie abends im Klinikum aufgewacht ist. „Mir kratzt der Hals“, waren ihre ersten Worte. Ihr ging es so gut, dass sie das Krankenhaus nach einer Woche bereits wieder verlassen durfte.

Auf dem Weg der Besserung

Während einer drei-wöchigen Reha hat sich Frau Krumpel gut erholt. Ihr Mann durfte sie dort coronabedingt nur eingeschränkt besuchen. Dennoch hat er den Bademeister immer darüber informiert, wie es seiner Frau geht. Regina Krumpel überwacht nun regelmäßig ihren Blutdruck und besucht die Defibrillator-Sprechstunde im Helios Klinikum.

Tränenreiches Wiedersehen

Nun haben sich Frau Krumpel und Herr Voges das erste Mal wieder getroffen: Mit Tränen in den Augen schaut Herr Voges Frau Krumpel an „Sie steht hier vor mir und lacht, schöner kann es nicht sein.“ Regina Krumpel freut sich sehr, sich bei ihrem Lebensretter persönlich bedanken zu können.

Schmunzelnd erzählt der Bademeister, dass er sich nach der Heldentat erstmal bei seinem Berufsschullehrer bedankt habe. „Er hat uns immer Reanimationskurse gegeben und jetzt ist der eine Tag gekommen, an dem dieses Wissen überlebenswichtig war.“ Der Berufsschullehrer wird die Geschichte an seine jetzigen Schülerinnen und Schüler weitertragen.

Viel Lob für Herrn Voges

Auch der Chefarzt für Intensiv- und Notfallmedizin am Helios Klinikum Pforzheim, Dr. Felix Schumacher ist stolz:

Für mich sind Menschen wie Herr Voges die wahren Helden der Notfallmedizin – sie schenken in einem solchen Fall tatsächlich Leben. Deshalb habe ich mich nochmals persönlich bei Herrn Voges für seinen selbstlosen Einsatz bedankt.

Dr. Felix Schumache, Chefarzt für Intensiv- und Notfallmedizin | Helios Klinikum Pforzheim

Auch Bürgermeisterin Birgit Förster hat sich persönlich bei Herrn Voges bedankt: „Ich bin stolz darauf, so engagierte Mitarbeiter in unserer Gemeinde zu haben.“

Die ersten Minuten zählen

Wenn in den ersten Minuten eines plötzlichen Herztodes keine Herzdruckmassage erfolgt, sinkt die Chance, diesen zu überleben. Denn wenn kein sauerstoffhaltiges Blut in das Gehirn gepumpt wird, sterben Gehirnzellen ab. Engagierte Ersthelfer wie Nico Voges, sorgen in der entscheidenden Phase nach dem Herzstillstand dafür, dass das Gehirn keinen Schaden nimmt.

Noch hat sich Frau Krumpel nicht getraut, wieder schwimmen zu gehen. Doch Dr. Schumacher hat der zuvor immer sportlichen Schwimmerin angeboten, sie ins Freibad Niefern zu begleiten. Dann erfüllt sich Herr Voges größter Wunsch: Frau Krumpel wieder lächelnd schwimmen zu sehen.

Erste Hilfe auch in Corona-Zeiten unerlässlich

Auch in Corona-Zeiten ist erste Hilfe unerlässlich. Auf eine Beatmung der verunglückten Person kann zwar verzichtet werden, aber eine Herzdruckmassage sollte immer durchgeführt werden. Wer beherzt eingreift, kann Leben retten und macht niemals etwas falsch.

Dr. Felix Schumache, Chefarzt für Intensiv- und Notfallmedizin | Helios Klinikum Pforzheim
10 Punkte für Ihre Sicherheit

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