Allgemein- und Viszeralchirurgie

Gallensteine

Gallensteine

Die Gallenflüssigkeit ist ein Verdauungssaft, der in der Leber produziert und über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben wird.

Diese Flüssigkeit wird in der Gallenblase „zwischengelagert“ und erst nach Mahlzeiten in den Darm ausgeschüttet. Bedingt durch die chemische Zusammensetzung kann diese Flüssigkeit verklumpen und Steine bilden.

 

Symptome:

  • Speiseunverträglichkeit
  • Aufstoßen, Durchfälle
  • Koliken
  • Ikterus
  • Druckgefühl im Oberbauch

Viele Menschen haben Gallensteine, ohne davon zu wissen. Erst wenn Beschwerden auftreten, stellt sich die Frage: Abwarten, Schmerzmittel nehmen, Schmerzen ertragen? Oder soll man sich operieren lassen? Oder Diät einhalten?

Solange Gallensteine keine Beschwerden verursachen, muss man sie (abgesehen von wenigen Ausnahmen) auch nicht behandeln. Wenn aber aus symptomlosen Gallensteinen ein Gallensteinleiden mit Koliken, Übelkeit, Erbrechen wird, hilft meistens nur die operative Entfernung der Gallenblase. Denn in der Gallenblase entstehen die Steine, und die Gallenblase verursacht die Schmerzen. Eine Entfernung der Steine würde an der Krankheit nichts ändern, solange die Gallenblase nicht auch entfernt wird.

Dies gilt erst recht, wenn Gallensteine zu Komplikationen führen wie etwa zur Vereiterung der Gallenblase, zu Störungen des Abflusses der Gallenflüssigkeit aus der Leber oder gar zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Dann drohen gravierende Folgen – im Extremfall bis hin zu ernster Gefahr für Leib und Leben.

Die operative Entfernung der Gallenblase samt Gallensteinen geschieht heute fast immer minimalinvasiv, mit der „Knopflochtechnik“. Über drei oder vier kleine Schnitte von je 1 – 2 cm Länge werden Kamera, Beleuchtung, Pinzette, Schere etc. in die Bauchhöhle eingebracht. Die Verbindung der Gallenblase zum Gallengang und die Blutversorgung der Gallenblase werden mit Metallclips verschlossen, die Gallenblase von der Leber abgelöst und über einen der kleinen Schnitte entfernt.

Das Leben ohne Gallenblase wird in der Regel vor allem ein Leben ohne Gallenkoliken sein. Die Gallenflüssigkeit fließt nach der Operation aus der Leber ohne Zwischenspeicherung in den Dünndarm. Manchmal führt das in den ersten Wochen nach der Operation zu etwas weicherem Stuhl und etwas häufigerem Stuhlgang. Eine spezielle Diät ist aber nicht erforderlich. Mit normaler Ernährung normalisiert sich die Verdauung.

Jede Operation birgt ein Risiko. Deshalb ist es wichtig, dieses Risiko gegen die Risiken der Erkrankung abzuwägen und sich vor einer Entscheidung gut zu informieren. Wenn Sie Gallensteine haben und sich operieren lassen möchten, oder im Zweifel über die richtige Behandlung und den richtigen Zeitpunkt sind, kommen Sie in unsere Indikationssprechstunde und lassen Sie sich unverbindlich beraten.