Staying alive – im Rhythmus der Herzdruckmassage
Pressemitteilung
Tag der Reanimation – Wiederbelebungs-Experten der HELIOS Klinik Erlenbach bilden Laien-Lebensretter aus

Staying alive – im Rhythmus der Herzdruckmassage

Erlenbach

Prüfen. Rufen. Drücken: Wie einfach und überlebensnotwendig es sein kann, erste Hilfe zu leisten, haben Besucher vergangenen Freitag beim Tag der Reanimation an der HELIOS Klinik Erlenbach erfahren. Unter dem Motto „Jeder kann Leben retten“ hat das Krankenhaus vergangenen Freitag über 60 Besucher aus dem ganzen Landkreis zu Lebensrettern ausgebildet. Im Rahmen des öffentlichen Informations- und Aktionstag übten die Teilnehmer unter Anleitung von Reanimations-Experten der Klinik und dem BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg im Rhythmus von „Staying alive“ Wiederbelebungsmaßnahmen für Laien.

Deutschland braucht mehr Ersthelfer: Nur 15 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall. „Eine alarmierende Bilanz“, so Klinikgeschäftsführer Jäger. „Und Anlass für uns, die bundesweite Woche der Wiederbelebung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit zu unterstützen.“

Lebensrettende Sofortmaßnahmen aufzeigen, Hemmschwellen abbauen

Ziel war es, das Bewusstsein für lebensrettende Fähigkeiten jedes Einzelnen zu schärfen, Hemmschwellen abzubauen und über lebensentscheidende Sofortmaßnahmen zu informieren. „Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein“, so Dr. Rüdiger Retzko, Leiter der Anästhesiologie und Intensivmedizin. Für die Laien-Lebensretter standen ein paar Dutzend Reanimationspuppen für die Herzdruckmassage bereit.  

Fachkrankenschwester Andrea Becker und BRK-Kollege Klaus Göhler informierten darüber, was Laien machen können, um Leben zu retten bis der Notarzt kommt.  Dabei demonstrierten die Wiederbelebungs-Experten, auf was es ankommt: Prüfen – das heißt, Reaktion und Atmung checken, Rufen: 112 wählen und Drücken, das heißt sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, so die eindeutige Anweisung der Experten, die auch die Anwendung von Defibrillatoren vorstellten. Bis zum Eintreffen eines Rettungsarztes ist jedoch die Anwendung der Herzdruckmassage ausschlaggebend: „Sie brauchen weder die Mund-zu-Mund-Beatmung noch die stabile Seitenlage beherrschen. Konzentrieren Sie sich als Laie auf die Herzdruckmassage. Das ist entscheidend“, so Retzko.

Herzdruckmassage kann überlebenswichtig sein

Die Besucher nutzten die Zeit nach dem Reanimationstraining dazu, den Ärzten ihre Fragen zur Reanimation persönlich zu stellen. „Sie können nichts falsch machen, außer nichts zu machen. Selbst wenn Sie dabei drei Rippen brechen sollten, ist das immer noch besser als der Herztod“, erklärte Dr. Michael Weberpals, Chefarzt der Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie.  Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren, die Überlebenschancen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden entscheidend erhöht. Leider fehle vielen Menschen der Mut, weil sie sich überfordert fühlen“, so der Herz-Experte.

Reanimationstraining im Rhythmus von "Staying alive!"

Ihre Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod konnten die Besucher bei einer Demonstration zum Blutdruck und einer Blutzuckermessung testen. Um das theoretische Wissen gleich praktisch anzuwenden, ging es für Interessierte zum praktischen Teil: Im Beat von „Staying alive“ übten die Teilnehmer den richtigen Rhythmus der Herzdruckmassage mit Reanimationspuppen: 100- bis 120-mal pro Minute das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter drücken. „Drücken Sie mit durchgestreckten Armen fest und hören Sie nicht auf, bis professionelle Hilfe eintrifft“, so der Appell von Wiederbelebungs-Trainerin Andrea Becker, die auch das Personal an der Klinik in schult.

Viele der Teilnehmer äußerten sich erleichtert, im Fall des Falles zu wissen, wie sie zu handeln haben. „Es ist tatsächlich gar nicht schwer, anderen Menschen im Ernstfall helfen zu können. Hoffentlich ist dann auch jemand in der Nähe, der geschult ist, wenn mir das mal passieren sollte“, fasst es Christina Wassmer aus Wörth zusammen, die gerade in ihrem Bekanntenkreis einen Fall von plötzlichem Herzstillstand erlebt hat und gleich ihre Schwester, Tochter und den Schwiegersohn in spe für den Reanimations-Tag mobilisiert hat. „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass jetzt einige Lebensretter mehr im Landkreis unterwegs sind“, so ihr Fazit. Zum Abschluss erhielten alle Workshop-Teilnehmer eine Lebensretter-Urkunde und eine Wiederbelebungsvesper.