Corona: Herzinfarkte fallen deutlich schwerer aus
Pressemitteilung

Corona: Herzinfarkte fallen deutlich schwerer aus

Erlenbach

Mediziner bei Helios beobachten, dass die Schwere der Herzinfarkte seit der Corona-Pandemie zunimmt, während gleichzeitig weniger Herzinfarkte in den Kliniken behandelt wurden.

Dr. Michael Weberpals, Chefarzt der Kardiologie, Rhythmologie, Angiologie und Pneumologie, rät dazu, Symptome ernst zu nehmen und den Gang zum Arzt nicht zu scheuen, da es sonst zu schweren Folgeerkrankungen kommen kann.
„Wir haben festgestellt, dass 2020 bis zu 40 Prozent weniger Herzinfarkte im Krankenhaus behandelt wurden“, so Dr. Weberpals „Das gibt Grund zur Sorge, denn das bedeutet nicht, dass auch weniger Menschen einen Herzinfarkt erlitten haben, sondern dass diese vermutlich zu Hause ausgehalten wurden.“ Gleichzeitig gab es in der Helios Klinik Erlenbach wie in anderen Helios Kliniken einen Anstieg von schweren Verläufen nach einem Herzinfarkt. „Wir haben einige Patienten gesehen, die schwere Komplikationen nach einem Herzinfarkt entwickelt haben, die wir eigentlich in dieser Form in den letzten Jahren nicht mehr gesehen haben“, so der Kardiologe. Das liege vor allem daran, dass sich Patienten mit Symptomen, aufgrund der Angst einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Krankenhaus, später bei einem Arzt vorgestellt hätten, so Weberpals.

Kein Patient muss Angst haben, von uns abgewiesen zu werden. Lassen Sie Brustschmerzen umgehend abklären, um mögliche schwerwiegende Krankheitsverläufe zu verhindern.

Dr. Michael Weberpals, Chefarzt der Kardiologie, Rhythmologie, Angiologie und Pneumologie

Bereits in der ersten Corona-Welle gab es laut Deutschlands größtem privaten Klinikbetreiber Helios 30 Prozent weniger Aufnahmen in den Notaufnahmen. Gleichzeitig waren die Patienten deutlich kränker. Dies sei ein Grund, warum die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit 2020 laut dem Deutschen Ärzteblatt gestiegen ist. Der Kardiologe rät Patienten deshalb, ihre Gesundheit ernst zu nehmen und Notaufnahmen aufzusuchen: „Wenn Sie krank sind, dann gehen Sie unbedingt zum Arzt!“

Wie die Grippe, kann eine Covid-19-Erkrankung das Entstehen eines Herzinfarktes begünstigen. Covid-19 kann aber auch eine Herzmuskelentzündung hervorrufen, sodass es zwei Schädigungswege gibt. „Wir haben Patienten gesehen, bei denen durch Covid-19 ein Herzinfarkt ausgelöst wurde. Aber auch Patienten, bei denen eine Herzmuskelentzündung, eine sogenannte Myokarditis, diagnostiziert wurde“, so Michael Weberpals, „Diese Form der Herzerkrankung heilt nur langsam und teilweise nur mit Folgeschäden aus.“ Den besten Schutz bietet die Corona-Impfung, die der Kardiologe insbesondere Herzpatienten empfiehlt. „Erste Untersuchungen zeigen, dass die Krankheit bei geimpften Menschen deutlich milder verläuft. Mit Blick auf die Herzgesundheit rettet eine Corona-Impfung Leben.“

Mögliche Anzeichen für einen Herzinfarkt:

  • eine Enge im Brustkorb
  • Brustschmerzen, die auch in den Arm, Unterbauch oder Schulterbereich ausstrahlen können
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Unwohlsein
  • Unruhe
  • Schweißausbrüche

Wichtig ist es, die Symptome schnellstmöglich bei einem Kardiologen, etwa im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Erlenbach, in der Klinik oder beim Hausarzt abklären zu lassen, um einen schweren Krankheitsverlauf abwenden zu können. Die Angst vor einer Behandlung im Krankenhaus ist unbegründet: Mit dem Pandemieausbruch im März 2020 wurde in der Klinik ein umfassendes Sicherheitskonzept eingeführt, etabliert und situativ nachgeschärft. Unter anderem werden alle stationären Patientinnen und Patienten bei der Aufnahme und auch während des Aufenthalts auf eine Covid-19-Infektion getestet. Die hohe Impfbereitschaft des Klinikpersonals von über 70 Prozent trägt ebenfalls dazu bei, das Infektionsrisiko zu minimieren.

Derzeit kehren die Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach schrittweise zum Normalbetrieb zurück. Auch während der Hochphase der Pandemie wurden schwer kranke Patienten behandelt und nur jene OP-Termine verschoben, die gesundheitlich vertretbar waren. „Kein Patient muss Angst haben, von uns abgewiesen zu werden. Lassen Sie Brustschmerzen umgehend abklären, um mögliche schwerwiegende Krankheitsverläufe zu verhindern“, appelliert Dr. Michael Weberpals.