So kämpft sich Tim ins Leben
Kleiner Patient ganz stark

So kämpft sich Tim ins Leben

Berlin

Tim kommt durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Schon vorher steht fest, dass er mit einer seltenen Fehlbildung geboren und sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden wird. Um das Leben des kleinen Mannes zu retten, ist eine Operation unausweichlich.

  • Der kleine Tim kommt mit einer lebensbedrohlichen Zwerchfellhernie zur Welt
  • Bei den Experten im Helios Klinikum Berlin-Buch erhält er die dringend benötigte Operation

Tim kommt am 21.01.2019 im Helios Klinikum Berlin-Buch durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Er wird mit einer seltenen Fehlbildung, einer Zwerchfellhernie geboren.

Das Neugeborene befindet sich in einem lebensbedrohlichen Zustand. Um das Leben des kleinen Patienten zu retten, wird er drei Tage lang mit einem Spezialverfahren beatmet. Dann steht die notwendige Operation an.

Dr. med. Egmont Harps, Leitender Oberarzt der Neonatologie im Helios Klinikum Berlin-Buch, berichtet:

„Durch den fehlenden Verschluss des Zwerchfells sind Bauch und Brusthöhle nicht wie üblicherweise voneinander getrennt. Die Bauchorgane wie Magen und Darm hatten sich in die Brusthöhle verlagert. Durch die Fehlbildung wurden die Lungen des Babys zusammengedrückt, in ihrer Entwicklung stark behindert und gleichzeitig wird das Herz und er Lungenkreislauf überlastet.“

Um das Ausmaß an vorgeburtlicher Lungenschädigung einschätzen zu können, wird die Schwangere samt Fötus mittels Ultraschall in einem MRT untersucht und das Lungenvolumen bestimmt.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Klaus Schaarschmid, Chefarzt der Kinderchirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch

Die Schwierigkeit dabei liegt in der Lagerung der Mutter und des ungeborenes Kindes. „Der Fötus muss so gelagert sein, dass wir eine aussagekräftige Messung seiner Lunge vornehmen können“, sagt Prof. Dr. med. Klaus Schaarschmidt, Chefarzt der Kinderchirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch, als leitender Operateur. Eine Herausforderung für die Kollegen im MRT und für die werdenden Eltern.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Milz, Dünn- und Dickdarm bei dem Baby bereits in den Brustkorb gerutscht sind und in seinem Zwerchfell ein vier Zentimeter großes Loch ist. 

Im Bucher Perinatalzentrum beraten die Kinderchirurgen gemeinsam mit den Neonatologen und den Eltern ihre Vorgehensweise, um Tims Leben zu retten.

Der minimalinvasive Eingriff an seinem dritten Lebenstag dauert drei Stunden. Die Kinderchirurgen verlegen die Organe zurück in die Bauchhöhle und die Lücke im Zwerchfell wird mit einer doppelten Naht verschlossen. Es bleiben nur drei 3mm große  Narben zurück.

Die Operation ist erfolgreich. Die kleine Lunge vergrößert sich schon während der Operation braucht eine gewisse Zeit, um sich voll zu entfalten und im Brustkorb an ihren neuen Platz zu gewöhnen. Solange ist eine künstliche Beatmung notwendig.

Zwölf Tage nach der OP hat Tim es geschafft: er muss nicht mehr beatmet werden. Nach weiteren zwei Wochen der Stabilisierung und Trinken lernen darf Tim nach Hause.

Im ersten Lebensjahr werden noch regelmäßige Kontrollen der Lunge erforderlich sein. Die Ärzte sind zuversichtlich: „Unser kleiner Patient Tim ist ein großer Kämpfer“, sagt Dr. Harps. 

Julia Talman

Junior Marketing Managerin
Julia Talman

E-Mail

Telefon

(030) 94 01-55534