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Wenn es juckt und brennt – Volkskrankheit Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind weit verbreitet, doch kaum jemand spricht gerne darüber. Warum langes Sitzen auf der Toilette und starkes Pressen die Beschwerden verschlimmern können und welche Behandlungsmöglichkeiten es für diese und weitere Erkrankungen in der Analregion wie Fissuren, Fisteln, Abszesse, Marisken, Hauterkrankungen und Entzündungen etc. gibt, erklärt Chefarzt Stefan Luther am 3. November bei einem kostenlosen Vortrag in der Helios Klinik Wipperfürth. 

Es ist ihm unangenehm, darüber zu sprechen. Doch die Beschwerden lassen sich nicht länger ignorieren: Seit Jahren leidet Frank W. unter stark vergrößerten Hämorrhoiden. Blutungen, Nässen und Juckreiz am After machen ihm zunehmend zu schaffen. Hinzu kommen Probleme beim Stuhlgang. Als die Beschwerden schließlich kaum noch auszuhalten sind, wendet sich der Berufskraftfahrer an seinen Hausarzt. Dieser überweist ihn zur weiteren Behandlung an die Helios Klinik Wipperfürth zu Stefan Luther, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie.

Der Arbeitsalltag des 61-Jährigen ist anstrengend. Auf langen Autobahnfahrten bestimmen unregelmäßige Mahlzeiten und häufig auch wenig ausgewogene Kost seinen Tagesablauf. Hinzu kommt, dass er auf die Toiletten an Raststätten und Parkplätzen angewiesen ist. Mit der Zeit entwickelt er zunehmend Probleme bei der Darmentleerung.

Oft verbringt Frank W. mehr als 20 Minuten auf der Toilette, ohne das Gefühl zu haben, seinen Darm vollständig entleert zu haben. Der Stuhldrang bleibt, obwohl nichts mehr kommt. Er presst immer stärker – und verschlimmert damit möglicherweise genau das Problem, unter dem er leidet. „Ich habe immer das Gefühl, es müsste noch etwas kommen. Aber es passiert dann nichts mehr“, beschreibt er seine Situation.

Starkes Pressen kann die Beschwerden verschlimmern

Hämorrhoiden sind zunächst nichts Krankhaftes. Jeder Mensch besitzt die ringförmig angeordneten Schwellkörper im Analkanal. Sie tragen dazu bei, den Darm nach außen abzudichten. Erst wenn sie sich vergrößern und Beschwerden verursachen, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden.

„Starkes Pressen und der dabei entstehende erhöhte Druck im Enddarm können dazu beitragen, dass sich das Hämorrhoidalgewebe vergrößert“, erklärt Stefan Luther. Die Schwellkörper können dann ihre Abdichtungsfunktion nicht mehr richtig erfüllen. Darmflüssigkeit kann nach außen gelangen und Juckreiz sowie Brennen verursachen. Bei Verstopfung und hartem Stuhl können außerdem Schmerzen und Blutungen auftreten.

Hämorrhoidalleiden sind weit verbreitet. „Bei bis zu 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung treten im Laufe des Lebens entsprechende Beschwerden auf“, sagt der Mediziner. Neben ungünstigen Ernährungsgewohnheiten können auch Erkrankungen des Darms dahinterstecken. Bei entsprechenden Hinweisen sind deshalb weiterführende Untersuchungen, beispielsweise eine Darmspiegelung, sinnvoll. Und nicht immer seien Hämorrhoiden der Verursacher von Analerkrankungen. „Bei weniger als der Hälfte der Patienten, die in meiner proktologischen Sprechstunde vorstellig werden, liegen tatsächlich Hämorrhoiden als Beschwerdeursache zugrunde. Häufig verursachen Fissuren, Fisteln, Abszesse, Marisken, Hauterkrankungen, oder Entzündungen die Beschwerden“.

Nicht immer ist eine Operation notwendig

Die gute Nachricht: Nicht jedes Hämorrhoidalleiden muss operiert werden. Gerade in frühen Stadien können eine gezielte Beratung, Maßnahmen zur Regulierung des Stuhlgangs und eine Ernährungsumstellung ausreichen. Auch Salben können akute Beschwerden lindern.

„Mehr als 90 Prozent unserer Patienten haben Probleme bei der Stuhlentleerung. Deshalb sprechen wir im Behandlungsgespräch zunächst ausführlich über das Essverhalten und die Stuhlgewohnheiten“, erläutert Stefan Luther. Ziel sei es, den Stuhlgang zu erleichtern und starkes Pressen möglichst zu vermeiden.

Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit können dabei helfen, Verstopfung entgegenzuwirken. Auch Flohsamenschalen können die Darmentleerung unterstützen. Sie binden Wasser, quellen im Darm auf und machen den Stuhl geschmeidiger. Wichtig ist, sie mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Anwendung ärztlich oder in der Apotheke besprochen werden.

Ernährung und Bewegung spielen eine wichtige Rolle

Wer hastig isst, wenig auf eine ausgewogene Ernährung achtet und sich im Alltag zu wenig bewegt, kann Verdauungsprobleme begünstigen. Gründliches Kauen, regelmäßige Mahlzeiten und ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte können die Darmtätigkeit unterstützen. Auch regelmäßige Bewegung hilft vielen Menschen, die Verdauung in Schwung zu bringen.

Frank W. möchte diese Empfehlungen nun in seinem Alltag umsetzen. Er hat begonnen, Flohsamenschalen einzunehmen, und stellt seine Ernährung um. Weniger Fleisch und Zucker, dafür mehr pflanzliche Lebensmittel sollen ihm helfen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Sein Ziel: den Stuhlgang erleichtern und eine Operation möglichst vermeiden.

Sie finden sich in Frank W. und seiner Geschichte wieder oder haben ähnliche Beschwerden in der Analregion? Welche Ursachen hinter Hämorrhoidalleiden stecken, woran Betroffene sie erkennen und welche konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erläutert Stefan Luther bei einer kostenlosen Informationsveranstaltung in der Helios Klinik Wipperfürth.

 

Die proktologische Sprechstunde in der Helios Klinik Wipperfürth

·         Immer mittwochs und donnerstags von 13 bis 15 Uhr

·         Überweisung erforderlich

·         Anmeldung unter 02267-889-522

 

Informationsveranstaltung: Hämorrhoiden – Ursachen und Behandlung

  • Wann: Dienstag, 3. November, um 18 Uhr
  • Wo: Cafeteria der Helios Klinik Wipperfürth, Alte Kölner Straße 9, 51688 Wipperfürth
  • Eintritt: kostenlos
  • Anmeldung: unter 02267 889-0 oder per E-Mail an marco.wehr@helios-gesundheit.de
  • Zielgruppe: Betroffene und Angehörige
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Marco Wehr
Marco Wehr
Telefon: 02722-60 2202
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