Die LAD (Left Anterior Descending) ist das wichtigste Herzkranzgefäß auf der Vorderseite des Herzens, denn es versorgt die Muskulatur der linken Herzkammer mit Blut. Ist sie verengt oder wie im vorliegenden Fall bei akutem Vorderwandinfarkt komplett verschlossen, muss die LAD so schnell wie möglich wieder eröffnet werden, um die Größe des Infarkts und damit die Menge an verlorenem kardialem Muskel zu minimieren. Dieses erfolgt durch kathetergestützte Eingriffe, wie Stent-Implantationen, wodurch Engstellen erweitert und die Durchblutung wieder hergestellt wird. In Folge eines solchen Eingriffs erlitt ein Patient eine akute lebensbedrohliche Herzschwäche. Sein Herz war nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu Pumpen und die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Er wurde deshalb als absoluter Notfall in die Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe verlegt.
„Ein sogenannter kardiogener Schock ist ein medizinischer Notfall. Die Sterblichkeit hierbei liegt bei 40 bis 50%. Deshalb ist eine sofortige intensivmedizinische herzchirurgische Versorgung überlebenswichtig“, erklärt Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe. Sein Team hat deshalb sofort eine temporäre Impella-Pumpe chirurgisch durch die Armschlagader implantiert. Diese pumpt das Blut direkt aus derHerzkammer in die Aorta und übernimmt die organversorgende Pumpfunktion des Herzens.
„Das Impella-System ist das weltweit kleinste Herzunterstützungssystem, das minimalinvasiv, also durch die Leistenarterie oder – wie im vorliegenden Fall – chirurgisch über die große Armschlagader unter dem Schlüsselbein, implantiert wird. Die Impella-Pumpe entlastet das Herz in akuten Notsituationen. Es dient als temporäre Überbrückung und ermöglicht eine Erholung des Herzmuskels. Mit diesem System gelang es uns, den Patienten zu stabilisieren. Unter Impella-Schutz konnten wir ihn bereits drei Tage nach dem Eingriff von der Beatmung entwöhnen und zu einer erneuten Stentimplantation, ebenfalls unter laufendem Impella-Schutz, in die Kardiologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe verlegen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Mehlhorn, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe.
Nach der erfolgreichen Stentimplantation im Städtischen Klinikum Karlsruhe konnte der Patient, nach drei Tagen zurück in der Helios Klinik für Herzchirurgie vom Impella-System entwöhnt werden. Das Team um Prof. Mehlhorn hat die temporäre Pumpe erfolgreich chirurgisch entfernt. Der Patient konnte anschließend auf die Normalstation verlegt werden und hat die Anschlussheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik inzwischen angetreten.
„Dieser Fall unterstreicht einmal mehr die Kompetenz des Karlsruher Herzzentrums. Es zeigt wie lebenswichtig es ist, dass herzchirurgische und kardiologische Expert:innen zum Wohle der Patient:innen eng zusammenarbeiten“, betont der Geschäftsführer der Herzchirurgie Karlsruhe, Emre Nazli.
Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe:
Die Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe gehört seit 2014 zu den Helios Kliniken. Die Klinik wurde 1995 als herzchirurgische Fachklinik gegründet und verfügt über 96 Betten, davon 24 Intensivbetten und 16 Intermediate-Care-Betten. Der OP-Bereich umfasst fünf Operationssäle, darunter ein hochmoderner Hybrid-OP. Dieser ermöglicht die Durchführung einer besonders schonenden Operationstechnik zum Herzklappenersatz (sog. TAVI).
Mit über 1.700 Eingriffen im Jahr gehört die Helios Klinik für Herzchirurgie zu den größten herzchirurgischen Fachkliniken in Deutschland. Das operative Spektrum umfasst die gesamte Bandbreite herzchirurgischer Eingriffe im Erwachsenenalter, mit Ausnahme der Herz- und Lungentransplantation. Das Einzugsgebiet der Klinik reicht weit über die Stadtgrenzen von Karlsruhe hinaus und umfasst unter anderem Nordbaden, die Pfalz sowie die Metropolregion Rhein-Neckar.
Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist Europas führender privater Gesundheitsdienstleister mit rund 128.000 Mitarbeitenden. Zu Fresenius Helios gehören die Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 26 Millionen Menschen entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2024 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von mehr als 12,7 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über mehr als 80 Kliniken, rund 220 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit etwa 570 kassenärztlichen Sitzen, sechs Präventionszentren und 27 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 78.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 7,7 Milliarden Euro. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud betreibt 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 20 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 19 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro.
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