Pflegeoffensive in Siegburg
Pressemitteilung
Helios Klinikum setzt auf neue Mitarbeiter aus dem Ausland

Pflegeoffensive in Siegburg

Siegburg

Wie gelingt es, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu finden und langfristig gut in das bestehende Team zu integrieren? Diese Frage beschäftigt Krankenhäuser aktuell kaum wie eine andere.

Auch das Helios Klinikum Siegburg hat seine Aktivitäten zu einer umfassenden Pflegeoffensive gebündelt – wie etwa durch die Aufstockung der Ausbildungsplätze am hauseigenen Bildungszentrum, spezielle Eingliederungsprogramme für Berufsrückkehrer oder Angebote für Mitarbeiter in Ruhestand, die sich im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung und auf Basis eines Wunschdienstplans weiterhin vorstellen können, im Klinikumfeld zu arbeiten. Aber insbesondere auch die Ausweitung der Recruiting-Maßnahmen auf das Ausland ist ein wichtiger Pfeiler im Zuge der umfassenden Maßnahmen des Klinikums, einem Pflegeengpass in Siegburg erfolgreich entgegenzuwirken. Aber insbesondere auch die Ausweitung der Recruiting-Maßnahmen auf das Ausland ist ein wichtiger Pfeiler im Zuge der umfassenden Maßnahmen des Klinikums, einem Pflegeengpass in Siegburg erfolgreich entgegenzuwirken.

Natasa Markovic und Andela Vulic stammen aus Serbien. Beide haben dort an unterschiedlichen Hochschulen ihre Ausbildung zu Pflegefachkräften erfolgreich bestanden. Trotzdem fiel es ihnen schwer, in ihrem Heimatland einen Job zu finden: „In Serbien gibt es wenige Arbeitsplätze – selbst für gut ausgebildete Fachkräfte. Der Verdienst deckt gerade einmal die Kosten für eine Wohnung und den Bedarf an Lebensmitteln. Die Gesundheitsbranche bietet aktuell also keinerlei Zukunftsperspektive“, erklärt Andela Vulic. Seit April arbeitet die 24-jährige Serbin ebenso wie ihre Kollegin, Natasa Markovic, im Helios Klinikum Siegburg, ihr Anerkennungsverfahren läuft. „Für uns ist die Akquise ausländischer Mitarbeiter eine tolle Möglichkeit, jungen, meist sehr gut ausgebildeten Menschen eine Perspektive zu bieten und gleichzeitig von deren umfassenden fachspezifischen Kenntnissen profitieren zu können. So ist unser Team in den letzten Monaten bereits um etwa ein Dutzend neuer Kolleginnen und Kollegen aus Ländern wie Griechenland, Polen, Bosnien, Rumänien, Russland, Portugal und Serbien gewachsen “, freut sich Sanja Popić, Klinikgeschäftsführerin des Helios Klinikum Siegburg.

Von der Akquise, über die zahlreichen Einstellungsvoraussetzungen bis hin zu einem erfolgreichen Start im deutschen Klinikalltag: bis Mitarbeiter aus dem Ausland ihre Stelle auch tatsächlich antreten können, sind sowohl für den zukünftigen Arbeitsgeber als auch die neuen Mitarbeiter einige Hürden zu überwinden. Bereits 2016 starteten Natasa Markovic und Andela Vulic in ihrer Heimat mit einem Sprachkurs. Darauf folgten unzählige Behördengänge wie etwa zur Beantragung des Visums oder der Aufenthaltsgenehmigung. „Ohne die finanzielle Unterstützung unserer Eltern wäre unser Plan, in Deutschland jobtechnisch Fuß zu fassen, überhaupt gar nicht erst möglich gewesen. Aber auch die bürokratischen Voraussetzungen sind nicht zu unterschätzen. Viele von meinen serbischen Kollegen benötigen oft mehr als eineinhalb Jahre, bis sie alle nötigen Papiere für den Umzug und die Arbeit in Deutschland beisammenhaben“, weiß Markovic. Sie und Andela Vulic kamen schließlich über eine Agentur in Kontakt mit dem Siegburger Klinikum. Kurz darauf erfolgte das Bewerbungsgespräch via Videotelefonie und schließlich das Angebot einer Festanstellung – ein echter Gewinn auch für das Helios Klinikum: „Für uns haben sich die Investitionen und die langwierigen Recruiting-Prozesse mehr als gelohnt. Mit Frau Vulic und Frau Markovic haben wir zwei wunderbare und hochmotivierte Mitarbeiterinnen für unser Team gewonnen – fachlich wie menschlich“, so Melanie Valmorbida, Integrationsbeauftragte der Pflegedirektion am Helios Klinikum Siegburg.

Um den serbischen Fachkräften einen guten Start in Deutschland zu ermöglichen, werden sie umfassend unterstützt. Neben einem Deutschintensivkurs beinhaltet dies vor allem eine enge Begleitung durch speziell ausgebildete Praxisanleiter, die gezielt auf den individuellen Bedarf der neuen Mitarbeiterinnen eingehen. Und das nicht ohne Grund: In Serbien ist die Ausbildung sowie das spätere Berufsfeld in der Gesundheits- und Krankenpflege deutlich medizinlastiger. Pflegekräfte nehmen beispielsweise eigenständig Blut ab und legen intravenöse Zugänge. Die Grundpflege wie etwa Körperhygiene, Essen reichen oder die Aufbereitung der Zimmer hingegen wird auch während eines Krankenhausaufenthaltes von den Angehörigen der Patienten übernommen. Aber auch auf technischer Ebene gibt es Unterschiede: „Obwohl ich bereits in Serbien in einer Praxis gearbeitet habe, war es für mich anfangs eine große Umstellung. In Deutschland läuft vieles digital. Plötzlich war ich mit vielen hochmodernen Geräten konfrontiert, die wir in Serbien nicht zur Verfügung hatten“, so Natasa Markovic.

Bis zum Abschluss des knapp einjährigen beruflichen Anerkennungsverfahrens werden die neuen Mitarbeiterinnen nun von einem eigens dafür etablierten Integrationsmanagement betreut, das sie bei der Wohnungssuche, weiteren Behördengängen und der allgemeinen Orientierung unterstützt. Rückhalt gibt es auch von den übrigen Mitarbeitern: So kamen im Rahmen einer klinikinternen Spendenaktion viele Haushaltsartikel und sogar Möbel zusammen, mit denen nun die ersten eigenen Wohnungen in Deutschland eingerichtet werden. „Ich bin stolz auf unsere Mitarbeiter, dass sie alle neuen Kolleginnen und Kollegen mit viel Herz und Engagement in unser Team aufgenommen haben und weiterhin sehr bemüht sind, sie bestmöglich in den gemeinsamen Berufsalltag zu integrieren. Uns allen ist es wichtig, dass sie sich in Siegburg gut aufgehoben und wohlfühlen. Nur so sehen sie auch ihre berufliche Zukunft hier bei uns“, so Sanja Popić.

 

Pressekontakt:
Carina Martinetz
Unternehmenskommunikation
Telefon: (02241) 18-7291
E-Mail: carina.martinetz@helios-gesundheit.de