Schlaganfall–Anzeichen trotz Corona ernst nehmen

Schlaganfall–Anzeichen trotz Corona ernst nehmen

Meiningen

Ein hängender Mundwinkel, Lähmungserscheinungen in Arm oder Bein und eine ungewohnt undeutliche Aussprache – das alles können Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Wenn sie auftreten, zählt jede Minute, um Gehirngewebe zu retten.

Aktuell ist es wichtiger denn je, auf das Ernstnehmen dieser Anzeichen zu verweisen. „Handeln Sie schnell und bleiben Sie bitte nicht aus Sorge vor einer Ansteckung mit Corona zuhause“, fordert Dr. Günther Heide, Chefarzt der Neurologie des Helios Klinikums Meiningen, die Menschen anlässlich des Weltschlaganfalltags am 10. Mai auf. „Ihr Leben zählt!“

„Wir haben festgestellt, dass in den vergangenen Wochen, in denen verschiedenste Verordnungen aufgrund der Corona-Pandemie das soziale Leben einschränken, auch weniger Patienten mit dem Verdacht auf Schlaganfall zu uns kommen“, berichtet der Leitende Neurologe der „Überregionalen Stroke-Unit“, welche die höchste Versorgungsstufe für die Notfallversorgung von Schlaganfällen in Südthüringen darstellt – zertifiziert von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für die hervorragende medizinische Qualität. Wenn sich Patienten dann doch trauen, die Notaufnahme aufzusuchen, hört das Team der Neurologie im Helios Klinikum Meiningen von diesen vermehrt, dass man sich nach Rücksprache mit den Angehörigen oftmals unsicher gewesen sei, ob das Aufsuchen einer Klinik in der aktuellen Lage überhaupt sinnvoll sei. „Das ist es,“ antwortet Dr. Heide und führt fort, „immer dann, wenn es um Notfälle geht. Und ein Schlaganfall ist definitiv ein solcher Notfall, der eine Akutbehandlung so rasch wie möglich nach Auftreten der Beschwerden erforderlich macht.“


Fachlich bestens versorgt und durch Maßnahmen geschützt

Die möglichen Bedenken, sich vor Ort mit dem Corona-Erreger zu infizieren, sollten nicht der eigenen Gesundheit im Weg stehen. Um das Kontaktrisiko für alle Patienten so gering wie möglich zu halten, gelten seit Wochen im Helios Klinikum Meiningen Mindestabstände von 1,5 Metern zum Nächsten, ein Besuchs-Stopp sowie die Pflicht für alle, die sich im Helios Klinikum Meiningen aufhalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Darüber hinaus sorgen konsequente Testungen und eine spezielle Isolierstation dafür, die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. „Wir haben alle Maßnahmen getroffen, um Schlaganfallpatienten auch in der aktuellen Situation bestmöglich behandeln zu können“, erklärt der Neurologe und verweist dabei auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche im Helios Klinikum Meiningen, das nicht zuletzt deshalb als überregionales Schlaganfallzentrum gilt.

Hier sind neben der Neurologie insbesondere die Radiologie und die Neurochirurgie auf die Versorgung von geschädigten Gefäßen im Hirn spezialisiert. Mit der Kardiologie und Gefäßchirurgie sind zwei weitere wichtige Fachbereiche in die Akutversorgung der Schlaganfallpatienten eingebunden. Somit kann die Akutbehandlung des Patienten optimal auf den spezifischen Fall ausgerichtet werden. Derzeit stehen auf der Stroke-Unit sechs Betten zur Verfügung. Üblicherweise bleiben die Patienten etwa zwei bis drei Tage auf der Schlaganfallstation, bevor sie auf die Normalstation verlegt werden können. Dort wird die Behandlung dann ebenfalls unter Einhaltung aller auch mit dem Gesundheitsamt abgestimmten Maßnahmen zur Vermeidung der Corona-Infektion fortgesetzt.

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Tamara Burkardt

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