Kern des Leipziger ERACS-Konzepts ist ein klar definierter, evidenzbasierter Prozess: Herzchirurgische Patient:innen werden direkt postoperativ in einen dafür spezialisierten und mit anästhesiologischem Fachpersonal ausgestatteten Aufwachraum (PACU) verlegt. Dort wird eine frühzeitige Extubation angestrebt, die engmaschige Stabilisierung und Überwachung über mehrere Stunden durchgeführt* und anschließend die Weiterbehandlung auf einer Intermediate‑Care‑Station (IMC) angestrebt, bevor es auf die Normalstation geht.
Die Voraussetzung für einen sicheren Prozess ist eine strukturierte Patient:innenselektion am OP‑Ende:
Über die Jahre hat das Herzzentrum Leipzig die Infrastruktur des Konzepts konsequent weiterentwickelt: Vom Start 2005 mit drei PACU‑Betten bis hin zum Ausbau 2010 auf acht Betten und erweiterten Öffnungszeiten; parallel stieg der Anteil der Patient:innen, die über die PACU geführt werden konnten, von 19 % (2006) auf 60 % (2020) – trotz zunehmender Eingriffskomplexität und steigender Risikoprofile. Dieses Vorgehen schafft Intensivbetten‑Kapazitäten, die für unvermeidliche intensivpflichtige Fälle benötigt werden.
*Extubation im Mittel nach rund 105 Minuten sowie Stabilisierung und Überwachung mit PACU‑Aufenthalt im Mittel rund 4–4,5 Stunden.