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Neurologische Diagnostik nach COVID-19

Nach einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus Typ 2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2, SARS-CoV-2), welches die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) verursacht, berichten Betroffene oft noch Wochen nach der Genesung über anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigungen. Starke Müdigkeit, Leistungsminderung und schnelle Erschöpfbarkeit, anhaltende Geruchs- und Geschmacksstörungen, körperliche Schwäche, Husten und Kurzatmigkeit sowie Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten sind einige davon. 

 

Ab einer Zeitspanne von vier Wochen nach der Infektion wird von Long-COVID, bei einer Persistenz der Beschwerden über mehr als 12 Wochen vom Post-COVID-Syndrom gesprochen. Die genauen Ursachen für ein Post-COVID-Syndrom sind bislang nicht bekannt. Die Symptome stellen für die Betroffenen eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar und gehen nicht selten mit anhaltender Arbeitsunfähigkeit und ausgeprägter seelischer Belastung einher. Vor einer vorschnellen Zuschreibung von Beschwerden als „Post-COVID-Syndrom“ ist zunächst die Abgrenzung zu anders/  besser erklärbaren Gesundheitsstörungen wichtig.

 

Für eine spezifische Therapie bei Post-COVID gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege. Die Behandlung orientiert sich daher an Art und Ausmaß der vorliegenden Symptome und der damit verbundenen psychosozialen Belastung und kann über Heilmittel (bspw. Physikalische Therapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Ergotherapie) bis hin zu (teil-)stationärer Rehabilitation reichen. 

In der Klinik für Neurologie führen wir bei Verdacht auf Post-COVID-Syndrom eine ausführliche Diagnostik durch. Diese orientiert sich am Beschwerdebild und umfasst zumeist:

 

  • spezifische Anamneseerhebung
  • Erhebung des neurologischen Status
  • Erhebung des funktionellen Status (Klok et al.)
  • EKG
  • MRT-Untersuchung
  • Labor- und Liquordiagnostik
  • Riechtest
  • Kipptisch-Untersuchung
  • neuropsychologische Untersuchung (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Affekt, Fatigue)
  • weitere Untersuchungen zur Abgrenzung anderer möglicher Ursachen für die Symptomatik (bspw. Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und Muskelaktivität, Schluckuntersuchung, psychiatrische Einschätzung)
 

Anhand der vorliegenden Befunde kommen wir zu einer diagnostischen Einschätzung und können gezielte Empfehlungen zu Behandlungsoptionen geben. Ziel ist vor allem, Post-COVID von anderen (neurologischen) Erkrankungen abzugrenzen, die vergleichbare Symptome hervorrufen können. 

Wenn Sie nach einer COVID-Infektion über mindestens 12 Wochen unter anhaltenden oder neu aufgetretenen Beschwerden leiden, die nicht durch eine andere, bei Ihnen bereits bekannte Erkrankung erklärbar sind, können Sie sich gern an das Sekretariat der Klinik für Neurologie wenden, um einen stationären Aufnahmetermin zur Diagnostik zu vereinbaren. 

 

Sie benötigen eine Krankenhauseinweisung von einem Haus- oder Facharzt. Bitte bringen Sie ggf. vorhandene Vorbefunde und CDs mit CT-/MRT-Aufnahmen sowie einen aktuellen Medikamentenplan zum Aufnahmetermin mit. Bitte planen Sie für den Krankenhausaufenthalt etwa zwei bis drei Tage ein.

Sekretariat der Klinik für Neurologie
Michaela Pesch
Chefarztsekretärin | Helios Klinikum Bad Saarow
Telefon:
Sprechzeiten:

Mo - Mi 09:00 bis 18:00

Do - Fr 09:00 bis 14:00

Sa 09:00 bis 12:00