Damit verfügt das Zentrum erstmals über alle fünf möglichen Organmodule der Uroonkologie. Nur zehn Kliniken in Deutschland können das gesamte Spektrum zertifiziert abbilden. In Sachsen ist das Helios Klinikum Aue das erste nichtuniversitäre Haus, das diese umfassende Zertifizierung erreicht.
Geprüfte Qualität von der Diagnose bis zur Nachsorge
Die Zertifizierung stellt hohe Anforderungen an die beteiligten Kliniken und Fachbereiche. Bewertet wird nicht nur die operative Behandlung, sondern der gesamte Weg eines Krebspatienten – von der Diagnostik über die gemeinsame Therapieplanung und Behandlung bis hin zur Nachsorge. Dazu müssen unter anderem definierte Fallzahlen, fachliche Expertise, verbindliche Qualitätsstandards und eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen nachgewiesen werden. Die Einhaltung der Vorgaben wird regelmäßig überprüft.
Gerade bei Krebserkrankungen ist diese Zusammenarbeit entscheidend. Im Uroonkologischen Zentrum werden Befunde und Behandlungsmöglichkeiten fachübergreifend besprochen. Je nach Erkrankung und individuellem Befund arbeiten unter anderem Urologie, Onkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Pathologie eng zusammen. So entsteht für jeden Patienten ein auf seine Erkrankung abgestimmtes Behandlungskonzept.
Mit der Zertifizierung für Hoden- und Peniskarzinome erweitert das Zentrum sein bisheriges zertifiziertes Spektrum um zwei vergleichsweise seltene Tumorerkrankungen. Gerade hier ist die Bündelung von Erfahrung und Expertise in spezialisierten Zentren von besonderer Bedeutung.
„Eine seltene Diagnose darf nicht bedeuten, dass Patienten für eine spezialisierte Behandlung zwangsläufig weite Wege auf sich nehmen müssen“, sagt Reichelt. „Unser Ziel ist es, auch diese Expertise hier in der Region vorzuhalten und gleichzeitig die hohen Anforderungen zu erfüllen, die an ein spezialisiertes Zentrum gestellt werden.“
Langjährige Erfahrung mit roboterassistierter Chirurgie
Die Urologie am Helios Klinikum Aue verfügt zudem über langjährige Erfahrung mit dem DaVinci-Operationssystem. Die roboterassistierte Chirurgie kommt unter anderem bei der operativen Behandlung urologischer Tumorerkrankungen zum Einsatz und ermöglicht präzise, minimalinvasive Eingriffe. Dabei zeichnet sich die Auer Urologie vor allem durch die Breite ihres operativen Spektrums aus. Neben den großen uroonkologischen Eingriffen bei Prostata-, Harnblasen- und Nierentumoren, zu denen beispielsweise die roboterassistierte, nerverhaltende Prostatektomie und die roboterassistierte Anlage von Darmersatz-Blasen gehören, führt das Team zahlreiche rekonstruktive Operationen und kinderurologische Eingriffe durch. Hinzu kommen Harnstein- und Inkontinenz-Operationen einschließlich der Fistelchirurgie bei Frauen.
„Unsere Stärke liegt in der großen Bandbreite“, erklärt Reichelt. „Dazu kommt unsere über zwanzigjährige Erfahrung mit der minimalinvasiven und roboterassistierten urologischen Chirurgie.“
Hochspezialisierte Versorgung in Aue
Dass das Uroonkologische Zentrum nun alle fünf möglichen Organmodule abdeckt, ist für das Helios Klinikum Aue auch eine Bestätigung der kontinuierlichen Entwicklung des Standortes.
„Zehn Zentren in ganz Deutschland verfügen derzeit über diese vollständige Zertifizierung. Dass Aue dazugehört und wir das erste nichtuniversitäre Haus in Sachsen sind, ist etwas Besonderes“, sagt Johannes Biesold, Geschäftsführer des Helios Klinikums Aue. „Dahinter stehen viele Jahre konsequenter Arbeit, hohe fachliche Expertise und eine enge Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem, dass sie auch bei seltenen oder komplexen urologischen Tumorerkrankungen eine umfassende, qualitätsgeprüfte Versorgung hier in der Region erhalten.“
Für Reichelt und sein Team ist die vollständige Zertifizierung zugleich Ansporn für die kommenden Jahre. Denn die hohen Qualitätsanforderungen müssen kontinuierlich erfüllt und regelmäßig erneut nachgewiesen werden.
„Am Ende ist nicht entscheidend, wie viele Zertifikate wir haben“, sagt Reichelt. „Entscheidend ist, was dahintersteht: Erfahrung, verlässliche Abläufe, zufriedene Patienten und Einweiser, moderne Behandlungsmöglichkeiten und ein Team, das gemeinsam für jeden einzelnen Patienten die bestmögliche, individuelle Therapie findet.“