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Cardiologist doing catheter ablation with radiofrequency energy using imaging system with fluoroscopic X-ray tube for interventional vascular procedures and electrophysiology. image guided system

Vorhofflimmern: Trends der Katheterablation

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen weltweit.
Die Katheterablation gilt heute als etablierter Goldstandard in der Behandlung. 
Große Versorgungsdaten zeigen, wie sich diese Therapie in der Zeit von 2016 bis 2022 in der klinischen Praxis entwickelt und welche Trends sich hier ableiten lassen.

Katheterablation bei Vorhofflimmern: Erkenntnisse aus einer der größten Versorgungsanalysen Deutschlands

Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen weltweit, mit stetig steigender Zahl betroffener Patientinnen und Patienten. Die Katheterablation hat sich dabei als eine der wirksamsten Therapieoptionen etabliert – ihre Entwicklung im klinischen Versorgungsalltag wurde bislang jedoch nur punktuell untersucht.

Dr. med. Armin Sause | Co-Autor der Studie & Chefarzt für Kardiologie mit dem Schwerpunkt Rhythmologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal

Dr. med. Armin Sause | Co-Autor der Studie & Chefarzt für Kardiologie mit dem Schwerpunkt Rhythmologie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal

Das Besondere an unserer heliosweiten Auswertung ist, dass sie den klinischen Alltag realistisch abbildet. Wir sehen klar: Die Katheterablation ist längst in der Versorgung angekommen. Dass heute rund 89 % der Eingriffe in Hochvolumenzentren erfolgen, unterstreicht, wie entscheidend Erfahrung und Routine für die Qualität der Behandlung sind.

Vorhofflimmern: mehr als 140.000 Fälle von 2016 bis 2022 im Helios Netzwerk behandelt

Mit mehr als 140.000 stationären Behandlungsfällen von Vorhofflimmern zwischen 2016 und 2022 bietet das Helios Netzwerk eine außergewöhnlich breite Datenbasis zur Analyse realer Versorgungsstrukturen. Die vorliegende Studie wertet über 29.000 Katheterablationen aus, die in diesem Zeitraum an 23 Helios Standorten durchgeführt wurden, und ermöglicht damit einen der umfassendsten Einblicke in die Entwicklung dieser Therapie in Deutschland. 

Die Ergebnisse zeigen, wie sich moderne Ablationsverfahren, Behandlungsabläufe und klinische Standards über die Jahre weiterentwickelt haben.

Unsere Studie: Trendanalysen zur interventionellen Behandlung des Vorhofflimmerns von 2016 bis 2022: Erkenntnisse aus einer multizentrischen Krankenhausdatenbank linksatrialer Katheterablationen

Autoren: Sebastian König, Sven Hohenstein, Johannes Leiner, Anne Nitsche, Henning T. Baberg, Michael Wiedemann, Melchior Seyfarth, Armin Sause, Alexander Staudt, Christopher Reithmann, Carsten Wunderlich, Jürgen Tebbenjohanns, Dong-In Shin, Frank Steinborn, Michael Niehaus, Kerstin Bode und Andreas Bollmann

Forschungsziel

Analyse von Fallzahlen und Patientenmerkmalen bei Katheterablationen zur Behandlung von Vorhofflimmern im Zeitraum 2016–2022 auf Basis einer multizentrischen Datenbank.

 

Untersuchung zeitlicher Trends in der Durchführung der Katheterablation sowie in der stationären Behandlung und den klinischen Ergebnissen.

 

Einfluss der COVID-19 Pandemie auf die Nutzung der Katheterablation in der Versorgung von Vorhofflimmern in Deutschland.

Methode und Studiendesign

Die Studie basiert auf einer retrospektiven, querschnittlichen Analyse anonymisierter Routinedaten aus Helios Kliniken. Untersucht wurden insgesamt 144.449 stationäre Patient:innen mit Vorhofflimmern, davon 83.349 vor der COVID‑19‑Pandemie (2016–2019) und 61.100 während der pandemischen Phase.


Im Studienzeitraum wurden 29.144 Katheterablationen an 23 Zentren durchgeführt, wobei 89,4 % der Eingriffe in spezialisierten Hochvolumen‑Zentren erfolgten.

Ergebnisse der Studie

Zunehmender Einsatz der Kryoablation: Über den gesamten Untersuchungszeitraum nahm der Anteil und die absolute Zahl der Kryoablationen kontinuierlich zu.

 

Pandemie mit nur kurzfristigem Effekt: Die COVID‑19‑Pandemie führte lediglich zu einem vorübergehenden Rückgang der Katheterablationen, ohne den langfristigen Aufwärtstrend zu verändern.

 

Effizientere stationäre Versorgung: Die Nutzung von transösophagealer Echokardiographie (TEE) und intensivmedizinischer Behandlung ging insgesamt zurück. Im Studienverlauf zeigte sich zudem, dass schwere Komplikationen wie eine Herzbeuteltamponade tendenziell seltener auftraten, auch wenn dieser Rückgang statistisch nicht eindeutig war.

Prof. Dr. Andreas Bollmann | Co-Autor der Studie & Geschäftsführer am Helios Health Institute

Prof. Dr. Andreas Bollmann | Co-Autor der Studie & Geschäftsführer am Helios Health Institute

Die Katheterablation hat sich als zentrale Therapieoption bei Vorhofflimmern etabliert. Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass ihr Einsatz im klinischen Alltag kontinuierlich zunimmt und gleichzeitig Prozesse optimiert und Behandlungsstandards weiterentwickelt wurden. Solche Analysen sind essenziell, um evidenzbasierte Entscheidungen in der Patientenversorgung zu unterstützen.

Die vollständige wissenschaftliche Auswertung der Trends in der Katheterablation finden Sie in der Originalpublikation. Erfahren Sie mehr über Datenbasis, Methodik und detaillierte Ergebnisse im Fachartikel.

Ärzte in OP-KLeidung während einer Operation

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