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Katheterablation im Wandel: Was die Daten für die Versorgung bedeuten

Die Katheterablation hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Therapieoption bei Vorhofflimmern entwickelt. Eine aktuelle Analyse auf Basis von mehr als 29.000 Ablationen und über 140.000 stationären Fällen im Helios-Netzwerk gibt erstmals einen umfassenden Einblick in die reale Versorgungssituation in Deutschland.

Die Ergebnisse zeigen einen kontinuierlichen Anstieg der Eingriffe, eine zunehmende Verlagerung in spezialisierte Hochvolumenzentren sowie effizientere Behandlungsabläufe mit kürzeren Krankenhausaufenthalten. Auch technologische Entwicklungen – etwa der verstärkte Einsatz neuer Ablationsverfahren – prägen die Versorgung zunehmend.

Doch was bedeuten diese Entwicklungen konkret für die klinische Praxis und für Patientinnen und Patienten? Dr. Armin Sause, Arbeitsgruppenleiter Rhythmologie bei Helios, ordnet die zentralen Ergebnisse der Studie ein und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Katheterablation.

26.05.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Armin Sause
Modern digital art of atrial fibrillation in medical technology

Was hat Sie an den Daten am meisten überrascht?

Mich hat vor allem die Entwicklung der Verweildauer überrascht. Wir sehen eine kontinuierliche Verkürzung der stationären Aufenthalte bei Katheterablationen – und dieser Trend setzt sich auch über den Studienzeitraum hinaus fort.

Inzwischen ist es folgerichtig, dass viele Patientinnen und Patienten bereits am selben Tag nach der Ablation wieder entlassen werden können. Das zeigt deutlich, wie sehr sich Prozesse und Abläufe in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.

Was bedeutet das konkret für Patientinnen und Patienten?

Aus meiner Sicht ist die Bündelung dieser komplexen Eingriffe in Hochvolumenzentren ein ganz entscheidender Faktor für die Qualität der Versorgung.

Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren gezielt die Zusammenarbeit innerhalb von Clustern ausgebaut und Ablationen teilweise auf spezialisierte Standorte konzentriert.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das:
mehr Erfahrung, eingespielte Teams und damit eine insgesamt hochwertige, sichere Behandlung.

Wie sehen Sie die Zukunft der Katheterablation?

Die Daten zeigen klar, dass eine frühzeitige rhythmuserhaltende Therapie bei Vorhofflimmern entscheidend ist. Dabei ist die Katheterablation der medikamentösen Therapie in vielen Fällen überlegen – sowohl in Bezug auf die Effektivität als auch auf die Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung.

Um diese Therapie möglichst sicher und effizient umzusetzen, haben sich zunehmend sogenannte „Single-Shot“-Verfahren etabliert. In unserer Studie sehen wir das auch am wachsenden Anteil der Kryoablation im Vergleich zur klassischen Point-by-Point-Radiofrequenzablation.

Aktuell beobachten wir zudem einen weiteren technologischen Wandel:
Die Kryoablation wird zunehmend durch die Pulsed Field Ablation abgelöst – vor allem aufgrund ihres verbesserten Sicherheitsprofils und der kürzeren Behandlungsdauer. Auch neue duale Energie-Katheter sind vielversprechende Entwicklungen.

Ein weiterer wichtiger Fortschritt könnte künftig durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz erreicht werden – insbesondere, um Vorhofflimmern besser zu verstehen und Ablationsstrategien weiter zu optimieren.

Helios Universitätsklinikum Wuppertal - Campus Elberfeld

Chefarzt Kardiologie – Rhythmologie

Das Besondere an unserer heliosweiten Auswertung ist, dass sie den klinischen Alltag realistisch abbildet. Wir sehen klar: Die Katheterablation ist längst in der Versorgung angekommen. Dass heute rund 89 % der Eingriffe in Hochvolumenzentren erfolgen, unterstreicht, wie entscheidend Erfahrung und Routine für die Qualität der Behandlung sind.

Fazit

Die moderne Therapie des Vorhofflimmerns sollte heute mehrere Aspekte vereinen:
eine gezielte Lebensstiloptimierung sowie eine frühzeitige Ablationstherapie – idealerweise mit sicheren und standardisierten Verfahren.

Armin Sause
Chefarzt Kardiologie – Rhythmologie