Die Reise durch den Darm© Foto: Mediteraneo von AdobeStock
Das unterschätzte Wunderorgan

Die Reise durch den Darm

Berlin

Ob Feierabendbier, Geburtstagstorte oder Burger, sie alle haben eines gemeinsam: Eine Reise durch unseren ca. acht Meter langen und nur wenige Zentimeter breiten Darm. Doch was genau passiert in dieser dreitägigen Reise und welche Aufgaben erfüllt der Darm noch?

Genau genommen beginnt die Reise, die unsere Mahlzeiten durchlaufen, bereits in unserem Mund. Hier werden sie zerkaut und gründlich mit Speichel durchmischt. Von dort an geht es weiter durch unsere Speiseröhre direkt in den Magen. Die dehnbaren Muskelwände unseres Magens ermöglichen ein Fassungsvermögen von bis zu 1,5 Liter Nahrung. In ihm werden unsere Mahlzeiten in einen Brei umgewandelt sowie mit Enzymen und Magensäften durchmengt.

Während der Dünndarm hieraus die notwendige Energie erhält, um unseren Blutkreislauf mit Nährstoffen zu versorgen, entzieht der Dickdarm die Flüssigkeit aus unseren Nahrungsresten. Unser Dickdarm ist zwischen 1 und 1,5 Meter lang und umwickelt den gesamten Dünndarm. Die Darmschleimhaut unseres Dickdarms ist von Darmbakterien besiedelt, welche dazu in der Lage sind selbst unverdauliche Ballaststoffe in wertvolle Fettsäuren umzuwandeln.

Die Gesamtheit aller nützlicher Darmbakterien, welche unzählige Mikroorganismen umfasst, wird als Darmflora (intestinales Mikrobiom) bezeichnet. Sie ist maßgeblich für die Gesundheit des Darms und die des gesamten Körpers verantwortlich.

Der Darm und seine Abwehrmechanismen

Das sogenannte darmassoziierte Immunsystem (engl. gut-associated lymphoid tissue oder GALT), welches in unserer Darmschleimhaut sitzt, beinhaltet mit beachtlichen 70% unserer Immunzellen den größten Anteil der Abwehrzellen in unserem Körper. Nehmen wir nun über unsere Nahrung unbewusst Giftstoffe auf, so machen sie diese unschädlich. Auch unerwünschten Keimen oder körperfremden Stoffen sagen sie den Kampf an.

Das GALT ist in der Lage zwischen Freund und Feind zu unterscheiden: Es wehrt Krankheitserreger gekonnt ab und ist dennoch tolerant gegenüber körpereigenen Zellen, nützlichen Mikroorganismen oder Nahrungsbestandteilen. Es wird durch die Darmflora unterstützt, welche die Einnistung schädlicher Mikroorganismen in unserer Darmschleimhaut verhindert. Die Darmflora gehört gemeinsam mit dem GALT und der Darmschleimhaut zu den drei Verteidigungslinien der Darmbarriere.

Hätten Sie es gewusst?

  • Die Darmschleimhaut hat eine Oberfläche von 300-500 Quadratmeter
  • Unsere Emotionen können durch unsere Darmbakterien beeinflusst werden
  • Zucker, rotes Fleisch und schlechte Fette zerstören die Darmschleimhaut
  • Anhand der Darmflora kann man ablesen wie ein Mensch sich ernährt
  • Ballaststoffe sind die besten Freunde der Darmschleimhaut
  • Antibiotika können unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen
  • Durchfall oder Blähungen können Anzeichen für eine gestörte Darmflora sein

Der Darm unser zweites Gehirn

Unser Darm ist von mehr als hundert Millionen Nervenzellen umgeben, welche der Anordnung von Nervenzellen im Gehirn ähneln. Daher werden diese auch als Darmgehirn bezeichnet. Es ist nicht nur für die Regulierung der Verdauung verantwortlich, sondern auch für die Kontrolle des Transportes des Darminhalts und die Reaktion bei Unverträglichkeiten.

Dass unser Darm im regen Austausch mit unserem Gehirn steht, ist Ihnen vielleicht selbst schon im Alltag aufgefallen. So gibt es Situationen, die uns buchstäblich Bauchschmerzen bereiten, wie beispielsweise bei Stress, Angst oder Anspannung. Diese schlagen uns auf den Magen und können teilweise sogar zu Durchfall, dem Reizdarmsyndrom oder auch Magenschmerzen führen. Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sowie Meditation und Yoga können dem entgegenwirken. Ebenso werden Signale von unserem Darm zu unserem Gehirn gesendet: Hunger oder Appetit teilt unser Darm unserem Gehirn unmittelbar mit.

Ende gut alles gut

Am Ende der Reise ist von unserer Mahlzeit kaum noch etwas übrig. Das Sigma und der Mastdarm bewahren den Stuhl solange, bis wir die Toilette aufsuchen. Die Überreste unserer Nahrung verbleiben zwischen 25 und 30 Stunden in unserem Dickdarm und werden anschließend ausgeschieden. Unser Stuhl besteht zuletzt größtenteils aus Wasser, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen sowie toten und lebenden Mikroorganismen.

Haben Sie in Ihrem Alltag oft mit Verdauungsproblemen zu kämpfen oder wollen Sie mehr über den Gesundheitszustand Ihres Darms und dessen Auswirkungen auf Ihre allgemeine Gesundheit erfahren? Im persönlichen Gespräch können wir vom Helios Prevention Center Sie innerhalb eines Check-ups unter Berücksichtigung individueller Risikofaktoren ausführlich beraten.

Die Untersuchung der Bauchorgane sowie der immunologische Stuhltest sind in den Check-ups enthalten und können durch weiterführende Diagnostik ergänzt werden. Basierend auf ihren Ergebnissen führen wir mit Ihnen eine ganzheitliche Lebensstilberatung durch.

Die Helios Prevention Center sind deutschlandweit an Standorten in Berlin, Hamburg, Krefeld, Leipzig, München, Rottach-Egern und Wiesbaden vertreten.

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