Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen kommen in Deutschland relativ häufig vor. Die gängigste Ursache ist ein Jodmangel, der sich auch durch jodiertes Speisesalz nicht komplett ausgleichen lässt.

Beschwerden wie Fremdkörpergefühl am Hals, Schluckstörungen, sichtbare Schwellungen (Kropf) und Heiserkeit deuten  auf eine Schilddrüsenerkrankung  hin.  Kommt es zu solchen Symptomen, klären vorerst Nuklearmediziner den Zustand der Schilddrüse in einer Reihe von Untersuchungen ab.

Die Diagnostik umfasst eine Blutentnahme mit Hormonbestimmung, eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und eine Auswertung des Jodstoffwechsels (Schilddrüsenszintigraphie). Der weitaus größte Anteil der Schilddrüsenerkrankungen kann medikamentös behandelt werden. Dennoch ist bei etwa 100.000 Patienten jährlich eine Schilddrüsenoperation erforderlich.

Die Schilddrüse stellt wichtige Hormone her. Ist ihre Funktion gestört, kann sich das auf verschiedene Bereiche negativ auswirken: auf das Herz-Kreislaufsystem, die Verdauung, die Gewichtsregulation. Es kann die psychische Verfassung mit Antriebsarmut (Unterfunktion) bis zur Ruhelosigkeit (Überfunktion) beeinträchtigen sowie Fruchtbarkeit und Zyklus durcheinanderbringen.

Einen chirurgischen Eingriff führen wir beispielsweise durch, wenn Schilddrüse symptomatische vergrößert ist, es zu unklaren Knotenbildungen kommt, eine Überfunktion besteht, die sich nicht medikamentös behandeln lässt oder wenn der Verdacht auf ein bösartiges Geschwür besteht.

Die Operationsvorbereitung mit Operations- und Narkoseeinwilligung erfolgt ambulant, erst am Operationstag werden Sie stationär aufgenommen. Die Operation erfolgt immer in Vollnarkose. Um Schädigungen an den Stimmbandnerven zu vermeiden, wird die Funktion der Nerven während der Operation durch intraoperatives Neuromonitoring überwacht.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt in der Regel 2 Nächte, im Verlauf werden Blutkontrollen sowie eine HNO-ärztliche Abschlusskontrolle durchgeführt. Die weiteren Kontrollen übernimmt ihr einweisender Arzt, ein Entfernen der Hautnaht ist nicht erforderlich. Vier Wochen postoperativ ist eine nuklearmedizinische Kontrolle erforderlich, um eine eventuell nach der Operation angesetzte Schilddrüsenhormonmedikation  exakt auf ihre Bedürfnisse abzustimmen.