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Mit dem "FAST"-Test gegen Schlaganfall
Bundesweiter Tag gegen Schlaganfall am 10.05.2020

Mit dem "FAST"-Test gegen Schlaganfall

Nienburg

„Jeder Schlaganfall ist ein lebensbedrohlicher Notfall und sofort dringend behandlungsbedürftig“, sagt Dr. Martin Bästlein. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie an den Helios Kliniken Mittelweser und Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe appelliert zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai an die Bevölkerung, eine notwendige Behandlung keinesfalls aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden. Denn je früher Betroffene medizinisch versorgt werden können, desto besser stehen die Chancen, dass sie durch den Schlaganfall keine bleibenden Schäden davontragen.

Deutschlandweit erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. „Die Ursache für einen Schlaganfall kann entweder ein verstopftes Gefäß im Gehirn, ein sogenannter Hirninfarkt, oder in selteneren Fällen auch eine gerissene Hirnarterie sein, die eine Hirnblutung verursacht“, erläutert der Chefarzt. In beiden Fällen werden die Nervenzellen im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und sterben innerhalb kürzester Zeit ab.


Bei vielen Patienten kündigt sich ein Schlaganfall durch bestimmte Warnzeichen an. „Die meisten der typischen Schlaganfall-Symptome sind für die Betroffenen nicht mit Schmerzen verbunden. Das führt leider dazu, dass viele Patienten erstmal abwarten, bevor sie ärztliche Hilfe suchen“, weiß Bästlein. Das sei aber fatal: „Beim Verdacht auf einen Schlaganfall ist es wichtig, sofort die 112 anzurufen und die Vermutung gegenüber dem Mitarbeiter der Leitstelle zu äußern.“


Zu den wichtigsten Symptomen, an denen sich ein Schlaganfall erkennen lässt, zählen eine plötzlich auftretende einseitige Lähmung und Taubheitsgefühle in Arm, Bein oder Gesicht, Sehstörungen wie verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Schluckstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel und Gangunsicherheiten sowie plötzlich einsetzende, extreme Kopfschmerzen, die zum Teil mit Übelkeit einhergehen. „Um den Verdacht auf einen Schlaganfall zu überprüfen, können auch medizinische Laien den sogenannten FAST-Test anwenden“, erläutert Johannes Krosing, Oberarzt der Klinik.  „FAST“ steht dabei als Abkürzung für:

  • F = Face (Gesicht): „Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Hängt dabei ein Mundwinkel einseitig herab, kann das ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein.“
  • A = Arms (Arme): „Bitten Sie den Betroffenen, beide Arme zu heben. Bei Lähmungserscheinungen hängt ein Arm tiefer, sinkt herab oder dreht sich.“
  • S = Speech (Sprache): „Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen. Gelingt das nicht oder klingt die Sprache verwaschen, kann das auf einen Schlaganfall hindeuten.“
  • T = Time (Zeit): „Ab jetzt zählt jede Minute, denn ‚Time is brain‘. Rufen Sie sofort die 112 an!“

Bis der Rettungsdienst vor Ort ist, sollte man den Betroffenen nicht alleine lassen, ihn beruhigen und mit ihm sprechen. „Auch, wenn es gut gemeint ist: Dem Patienten auf gar keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen geben. Durch den Schlaganfall kann das Schlucken beeinträchtigt sein, sodass der Betroffene im schlimmsten Fall ersticken könnte“, erklärt der Neurologe.

Hintergrund:
Der bundesweite „Tag gegen den Schlaganfall“ wurde von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe initiiert und findet seit 1999 immer am 10. Mai statt.
Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit dem Lebensalter. Rund 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten sind 60 Jahre und älter. Zu den häufigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für einen Schlaganfall zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Fettstoffwechselstörungen und Herzerkrankungen.
In den Helios Kliniken Mittelweser werden über 800 Schlaganfall-Patienten/ Jahr auf der Stroke Unit („Schlaganfalleinheit“) versorgt. Neben der Behandlung mit Medikamenten kommen auch die operative Entlastung von bereits geschädigtem Hirngewebe und die Entfernung von Hirnblutungen infrage.

Silke Schomburg

Referentin Unternehmenskommunikation
Silke Schomburg

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