Ein Naturwunder: Die Hand

Ein Naturwunder: Die Hand

Die Krankheitsbilder der Hand sind genauso vielfältig und in ihrer Behandlung äußerst komplex. Wir kümmern uns um alle Krankheiten und Verletzungen der Hand.

Fast in jedem Augenblick unseres aktiven Alltags benutzen und benötigen wir unsere Hände - fast immer, ohne darüber nachzudenken. Wie wichtig, wie unentbehrlich unsere Hände sind, wird uns erst bewusst, wenn mit ihnen etwas nicht stimmt. Schon ein kleines Überbein in der Hohlhand, das auf die Nervenbahnen drückt und bei jedem Greifen Schmerzen verursacht, reicht aus, damit wir unsere Hand plötzlich andauernd wahrnehmen. Umso schlimmer ist eine schwere Verletzung an den Händen oder ein Nervenschaden mit der Folge, dass wir unsere Hände nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr benutzen können.

Die Evolution hat die menschliche Hand zu einem überaus feinen und gehorsamen Instrument des Gehirns gemacht - sie führt all seine Ideen und Wünsche mit sagenhafter Kunstfertigkeit aus. 

Die Verbindung der Hand mit dem Gehirn ist sehr komplex: Sie baut auf einer Kette von Millionen von Synapsen und feiner Nervenfasern auf, die Anweisungen und Rückmeldungen hin und herleiten.

Die Anatomie der Hand

Auch die Anatomie der Hand ist komplex. Ihre Gelenke besitzen einen wesentlich größeren Bewegungsspielraum als alle anderen Gelenke. Ihre Muskel-Sehnen-Einheiten sind kräftig und verfügen zugleich über eine enorme Fähigkeit zu gleiten, sich zu dehnen und zu kontrahieren. Die Gefäße und Nerven der Hand sind an ihre vielfältige Beweglichkeit angepasst,  so das es trotz sehr breiter Bewegungsamplituden nicht zu Rupturen kommt. Daher bedarf die erfolgreiche Behandlung von Erkrankungen oder Verletzungen der Hand einer genauen und fundierten Kenntnis ihrer Anatomie und ihrer Funktionen.

Unsere Leistungen im Rahmen der Handchirurgie

Ein Ganglion ist eine gutartige Geschwulst und wird auch Überbein genannt. Die Ursachen für die Entstehung sind unklar. Bei einem Ganglion im Bereich eines Gelenkes kann es einen Zusammenhang mit Teilrupturen des Bandapparates, zu lockeren Bändern oder Gelenkverschleiß (Arthrose) haben.

Wenn ein Ganglion Schmerzen bereitet oder wenn eine Mukoidzyste vorliegt ist eine operative Therapie angezeigt. Eine Operation an einem Ganglion am Handgelenk kann offen oder minimalivasiv durch eine Handgelenkspiegelung durchgeführt werden.

Wenn die Hand „einschläft“ kann es sich um ein Karpaltunnelsyndrom handeln. Im Anfangsstadium hilft oftmals eine Lagerungsschiene für die Nacht, eine Kortisoninjektion oder eine Akupunktur-Behandlung. Bei fortgeschrittenem Karpaltunnelsyndrom ist eine Operation indiziert.

Dabei wird der Karpaltunnel durch Spaltung des Karpaldaches erweitert. In der Regel wird diese  Operation ambulant durchgeführt.

Abnutzung oder Verschleiß der Gelenke wird in der Fachsprache Arthrose genannt. Die Ursachen dafür sind verschieden, beginnend mit von Geburt an vorhandenen Formabweichungen über eine ungünstige Stoffwechsellage, Entzündungen bis Traumafolgen. Arthrose zu haben, bedeutet nicht automatisch Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

Bei enormer Beweglichkeitsanforderung und im Alltagsgebrauch ist ein schmerzhaftes Gelenk an der Hand sehr lästig. Alle Gelenke der Hand können betroffen sein. Am häufigsten treten die Arthrosebeschwerden im Sattelgelenk, in den Fingergelenken, in den Handwurzelgelenken und im Handgelenk auf.  

Bei unerträglichen Beschwerden kann eine operative Therapie erforderlich sein. Hierbei können verschiedene Verfahren angewendet werden abhängig von Ihren Erfordernissen und vom betroffenen Gelenk.

Eine Verletzung an der Hand, wie auch an allen anderen Körperteilen, heilt durch Narbenbildung. Bei einer sehr breiten Bewegungsamplitude des Gewebes an der Hand kann auch eine geringfügige Narbenbildung zu Einschränkungen führen.  

Eine spezialisierte regelmäßige Handtherapie kann die meisten posttraumatischen Probleme beheben.  

Die operative Therapie kann in hartnäckigen Fällen notwendig sein, wie z.B. Beheben der Verklebungen um die Sehnen und Nerven, Lösen von versteiften Gelenken, Nerventransplantation, Knochenform-Korrektur etc.

Die Behandlung ist sehr individuell und hängt von den vorhandenen Einschränkungen der Handfunktion ab.

Die Krankheit wurde 1831 vom Baron Guillaume Dupuytren beschrieben. Die Ursachen der Krankheit sind bis jetzt unklar. Eine genetische Veranlagung, die durch ungünstige Lebensumstände ausgelöst werden kann, ist nicht ausgeschlossen.  

Bei der Krankheit bildet sich festes Bindegewebe in der  Hohlhand und Finger in Form von Strängen und/oder Knoten. Im Anfangsstadium verursacht das Dupuytrengewebe keine Beschwerden. Problematisch wird dann, wenn die Bindgewebstränge zur Streckhemmung der Finger führen und dadurch die Funktion einschränken. Manchmal können die Knoten in der Hohlhand und Finger Schmerzen beim Greifen verursachen.  

Im Frühstadium kann eine Strahlentherapie effektiv sein, um das Fortschreiten der Krankheit zu bremsen. Bei funktionellen Einschränkungen durch die Krankheit ist eine operative Therapie indiziert. Je nach Beschaffenheit der Gewebe und Patientenerfordernissen können folgende Methoden angewendet werden: partielle Fasziektomie, Nadelfasziotomie, Behandlung mit Kollagenase (Xiapex).

Handgelenkschmerzen können verschiedene Ursachen haben: Bandrupturen nach Bagatelltrauma, Bandzerstörungen durch Verschleiß, Verdickung der Gelenkinnenhaut (Synovialitis), Verletzungen oder Verschleiß am Meniskus (TFCC), Knorpelveränderungen durch Arthrose usw. Die Schmerzen können am ganzen Gelenk auftreten oder an einer bestimmten Seite ellenseitig oder speichenseitig.  

In Abhängigkeit vom Schmerzcharakter und der genauen Lokalisation des Schmerzes wird nach einer eingehenden klinischen Untersuchung eine Röntgenuntersuchung des Handgelenkes in zwei Ebenen veranlasst. Zur Sicherung der Diagnose muss evtl. auch eine Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden.  

Wenn die konservative Therapie keine Besserung bringt, kann eine Handgelenkspiegelung (Arthroskopie) zur weiteren Abklärung notwendig sein, dabei können krankhafte Veränderungen häufig gleich mitbehandelt werden.

Dank effektiven und modernen Medikamenten sind sogenannte  „Rheumahände“ selten geworden. Die rheumatischen Veränderungen mit Schmerzen und Verminderung der Gebrauchsfähigkeit der Hand treten aber trotzdem auf. Als Handchirurgin kann ich Ihnen in Abhängigkeit von den Veränderungen verschiedene Operationsmöglichkeiten anbieten.  

Die rechtszeitige Entfernung des rheumatischen Gewebes (Synovialitis) von  Sehnen, kann diese vor der Zerreißung schützen. Die Entfernung der Wucherung der Gelenkinnenhaut (Synovialitis) des Handgelenkes und der Fingergelenke kann Schmerzen reduzieren und  die Zerstörung der Gelenke drastisch verlangsamen. Solche Eingriffe können minimalinvasiv durch Spiegelung am Handgelenk, am Daumensattelgelenk und Fingergrundgelenken erfolgen.

Wir helfen Ihnen weiter

Dr. med. Jens Osel

Ärztlicher Direktor und Chefarzt Klinik für Traumatologie und Orthopädie
Dr. med. Jens Osel

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