Corona-Virus

Wichtige Informationen des Klinikums finden Sie hier

Wegweisende Kooperation für Pflegenachwuchs im Erzgebirge

Wegweisende Kooperation für Pflegenachwuchs im Erzgebirge

Aue

Aus drei mach eins = durch die Reform der Pflegeausbildung werden die bisherigen nebeneinander existierenden Ausbildungen zur/zum Altenpfleger/in, zur/zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in und zur/zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in ab dem Jahr 2020 zu einer generalistischen Ausbildung mit dem Berufsabschluss Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann zusammengeführt.

Diese neue Ausbildung wird die Auszubildenden befähigen, Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen zu pflegen. Das hat viele Vorteile. Die Auszubildenden haben 3 Jahre lang Zeit, Ihren Schwerpunkt zu finden, nach der Ausbildung bleiben Sie im Berufsleben flexibel, da ein Wechsel in einen anderen pflegerischen Versorgungsbereich jederzeit möglich ist und der Abschluss ist europaweit anerkannt.
Alle Krankenpflegeschulen, Kinderkrankenpflegeschulen und Altenpflegeschulen sind zukünftig also Pflegeschulen und vermitteln die gleichen theoretischen Inhalte. Innerhalb der praktischen Ausbildung werden mehrere Pflichteinsätze durchlaufen – die stationäre Akutpflege, die stationäre Langzeitpflege, die ambulante Pflege, die stationäre pädiatrische Versorgung und die Psychiatrie/Gerontopsychiatrie.

Die neue Ausbildung sehen die Verantwortlichen des Diakonischen Werkes Aue/Schwarzenberg e.V., des Helios Klinikums und des VBFA e. V. Aue-Bad Schlema als große Chance für den Pflegenachwuchs in der Region. Die Kooperationspartner weisen unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit auf. Im Helios Klinikum Aue liegen die Schwerpunkte auf der stationären Akutpflege und der stationären pädiatrischen Pflege, bei dem Diakonischen Werk Aue/Schwarzenberg e.V. in der Altenpflege, bei der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege. Durch die Zusammenarbeit von Helios Klinikum Aue und dem Diakonischen Werk Aue/Schwarzenberg e.V. erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, in die einzelnen Bereiche zu schauen. Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Sinne des Pflegeberufegesetzes anzubieten

Dass der Weg zu Kooperationen dieser Art nicht immer einfach war, weiß Constanze Neubert, Pflegedirektorin am Helios Klinikum Aue.

„Es gab zu Beginn viele Vorbehalte gegen die neue Ausbildung“, so Neubert. „Im Klinikum hatte man Bedenken, dass die Fachlichkeit verloren geht, im ambulanten Sektor die Sorge, dass Fachkräfte, insbesondere Altenpfleger, in den Krankenhaussektor gezogen werden“. Dass nun, nach vielen Gesprächen und Abstimmungen, eine Unterschrift unter den Kooperationsvertrag der beiden größten Schulen im Erzgebirgskreis gesetzt werden kann, wertet Sie als großen Erfolg für die gesamte Region: „Wir tauschen zukünftig unsere Auszubildenden aus und bilden damit die zukünftigen Pflegenden gemeinsam umfassend aus. Damit erfüllen wir auch unseren gesellschaftlichen Auftrag. Das vom Gesetzgeber geforderte und beförderte Prinzip „ambulant vor stationär“ und das Verzahnen von ambulanten und stationären Betreuungsformen schlägt sich nun auch im Rahmen der Pflegeausbildung nieder. Damit verbessern wir eine sektorenübergreifende pflegerische Betreuung und damit den gemeinsamen Versorgungsauftrag für die Bevölkerung.“