Suchen
Menü
Schließen

Verschlossene Herzkranzgefäße: Wenn das Herz nicht mehr ausreichend versorgt wird

Druck- und Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden, manchmal auch nur eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit können Hinweise auf verschlossene Herzkranzgefäße sein, so wie bei Gerda Nitzsche aus Storkow. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen ambulant und klinisch tätigen Kardiologinnen und Kardiologen geht es der 76-Jährigen jetzt wieder gut.
22. März 2023

Gerda Nitzsche klagte über Brustschmerzen und leichte Luftnot unter Belastung, als sie sich ihrer Kardiologin im November 2022 ambulant vorstellte. Da die Ultraschalluntersuchung des Herzens eine bedeutsame Durchblutungsstörung oder sogar einen zurückliegenden Herzinfarkt vermuten ließ, wurde sie in die Klinik für Kardiologie des Helios Klinikums Bad Saarow überwiesen.

Patientengeschichte mit gerda Nitsche, Helios Klinikum Bad Saarow

Schon im Oktober hatte sie sich mit ihren Beschwerden in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums vorgestellt, wo ein akuter Herzinfarkt ausgeschlossen wurde. „Ich wollte einfach nur schnell wieder nach Hause zu meinen beiden Hunden. Eine weitere stationäre Diagnostik erschien mir in dem Moment nicht so wichtig, denn ich habe schon seit Jahren Probleme mit der Lunge und dachte, dass die Beschwerden damit zusammenhängen würden“, berichtet sie.

Die Herzkatheteruntersuchung im November zeigte schließlich die Ursache für Frau Nitzsches Beschwerden: Zwei von drei Herzkranzgefäßen, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut versorgen, waren - vermutlich schon seit längerer Zeit - komplett verschlossen.

Nach eingehender Beratung im Team und mit der Patientin fiel die Entscheidung auf eine interventionelle Versorgung, das heißt, mittels Herzkatheter. Zunächst wurde das Seitenwandgefäß geöffnet, in einem weiteren Klinikaufenthalt im Januar dann das Hinterwandgefäß. „Die zwei Schritte waren hier notwendig, da es sich bei der Versorgung einer CTO grundsätzlich um einen komplexeren, risikoreicheren Eingriff handelt“, erklärt der erfahrene Kardiologe. Trotz kurzfristiger Kreislaufprobleme am Ende des zweiten Eingriffs, welche das eingespielte Team des Herzkatheterlabors schnell lösen konnte, ging es schon einen Tag später für Frau Nitzsche wieder nach Hause.

 „Ich habe immer noch das Bild vor Augen, wie die fröhliche Patientin mit ihren Taschen in der Hand sich von der Station verabschiedete“, erinnert sich der Oberarzt.

Anfang März schaut Gerda Nitzsche in der Kardiologie vorbei. Ihr geht es bestens. Mit ihren Hunden ist sie viel in Bewegung an der frischen Luft. Als ehemalige Leiterin von zehn Sanitätshäusern kennt sie keinen Müßiggang. Jetzt freut sie sich auf den Frühling, dann ist wieder viel im Garten zu tun. „Dass es mir wieder so gut geht, habe ich dem gesamten Kardiologie-Team zu verdanken. Ich fühlte mich hier sehr gut versorgt und ich bin sehr dankbar für die ausgezeichnete medizinische Behandlung“, sagt sie.

Ambulant wird sie weiter engmaschig betreut. „Das gibt mir viel Sicherheit. Wenn ich wieder Beschwerden haben sollte, was ich nicht hoffe, weiß ich, dass ich in guten Händen bin“.

Nicht ganz 15 Prozent der Patientinnen und Patienten, die sich einer Herzkatheteruntersuchung unterziehen, leiden an einem chronischen Totalverschluss einer Herzkranzarterie (kurz CTO, engl. für chronic total occlusion).

CTO entstehen meist durch eine schrittweise Verengung der Herzkranzgefäße aufgrund von Ablagerungen in den Wänden der Arterien. Diese sogenannte Arteriosklerose kann die Arterie verengen und den Blutfluss behindern. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es letztlich zum vollständigen Verschluss der Arterie führen.

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Arteriosklerose und damit auch eines chronischen Koronarverschlusses erhöhen können, wie zum Beispiel Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, mangelnde körperliche Aktivität und familiäre Vorbelastung.

Die Symptome von chronischen Koronarverschlüssen können sehr unterschiedlich sein. Einige Patienten haben typische Beschwerden wie Schmerzen oder Druck in der Brust unter Belastung, während andere „nur“ Schwierigkeiten beim Atmen oder Müdigkeit und Leistungsminderung bieten. Spätestens wenn sich diese Anzeichen verschlimmern, sollte eine fachärztliche Vorstellung erfolgen.

Sollte eine medikamentöse Therapie nicht ausreichend sein oder Probleme bereiten, kann die Behandlung wie im o.g. Fall im Herzkatheterlabor erfolgen. In einer Art „Schlüssellochtechnik“ werden über den Arm oder das Bein die Herzkrankgefäße wiedereröffnet und durch Einsetzen eines sogenannten Stents stabilisiert. In einigen Fällen kann allerdings eine Bypass-Operation notwendig sein, um die blockierte Arterie zu umgehen.

Die Entscheidung für eine Behandlung hängt von der Schwere der Blockade, dem Alter der Patienten, der Anzahl der betroffenen Arterien und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.