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Leistungsspektrum Zentrum für Hämatologische Neoplasien

Nachfolgend finden Sie einen Überblick über unser diagnostisches und therapeutisches Angebot im Zentrum für Hämatologische Neoplasien am Helios Klinikum Bad Saarow.

Als zertifiziertes Zentrum bieten wir Ihnen umfassende, fachärztlich abgestimmte Leistungen von der Diagnostik über die individuelle Therapie bis zur Nachsorge.

 

 

Diagnostik

Die hämatologische und onkologische Diagnostik umfasst ein breites Spektrum an Untersuchungen und Methoden, die schrittweise aufeinander aufbauen.

Viele dieser Verfahren können direkt am Patientenbett erfolgen, um eine schnelle und zielgerichtete Diagnostik zu ermöglichen.

Die Blutuntersuchung gehört zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren und kann Hinweise auf verschiedene Erkrankungen liefern. Das Blutbild gibt Aufschluss über die mengenmäßige Zusammensetzung des Blutes und der festen Bestandteile, zum Beispiel über die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten).

 

Das Differentialblutbild (großes Blutbild) betrachtet zusätzlich die Unterarten der weißen Blutkörperchen und unterscheidet sie weiter: Granulozyten (Basophile, Neutrophile, Eosinophile), Lymphozyten und Monozyten/Makrophagen. Da die weißen Blutkörperchen eine zentrale Rolle im Immunsystem spielen, können Abweichungen in Anzahl und Verteilung Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben

Die Bildgebung spielt eine zentrale Rolle in der Diagnostik, Therapie und der Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen. Ultraschall (Sonographie) wird häufig als erste Orientierung genutzt. Das klassische Röntgen verliert zunehmend an Bedeutung, denn CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) liefern oft detailliertere Informationen über Größe, Gewebeeigenschaften, Zelldichte und Gefäßversorgung. Für sehr spezifische Fragestellungen kommt ergänzend das PET/CT (kombinierte nuklearmedizinische Untersuchung, die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT) vereint) zum Einsatz, das noch präzisere Auskünfte geben kann.

Die Knochenmarkpunktion dient der Abklärung der Blutbildung. Typischerweise wird Beckenknochenmark (unter örtlicher Betäubung) entnommen (Beckenkamm-Punktion). Anschließend erfolgt die mikroskopische Begutachtung (zytomorphologische Diagnostik). Das entnommene Material wird zusätzlich für weitere Untersuchungen genutzt, einschließlich histopathologischer, immunologischer, zytogenetischer und molekulargenetischer Analysen. Die Proben werden dazu ins Zentrallabor, in die Pathologie oder in spezialisierte Labore weitergeleitet.

Bei der Liquorpunktion, umgangssprachlich auch Lumbalpunktion genannt, wird das „Nervenwasser“ (Fachbegriff: Liquor) gewonnen. Es befindet sich innerhalb der Wirbelsäule und wird zwischen den Wirbelkörpern der Lendenwirbelsäule mit einer dünnen Nadel (Punktion) entnommen, um weitere diagnostische Analysen zu ermöglichen.

Bei einer Pleurapunktion wird die angesammelte Flüssigkeit (Pleuraerguss) aus dem Zwischenraum zwischen Lunge und Brustwand (Pleurahöhle) gewonnen oder zur weiteren Analyse der einzelnen Bestandteile entnommen.

Bei einer Aszitespunktion wird Flüssigkeit aus der Bauchhöhle entnommen, um die Krankheitsursache festzustellen (diagnostische Punktion) oder bei großen Volumina zur Entlastung des Bauchraums (therapeutische Punktion).

Spezielle Diagnostik

Bei der Speziellen Diagnostik werden gezielt weitere Untersuchungsmethoden angewendet, um eine präzise Ursache der Erkrankung zu identifizieren. Typische Schritte umfassen bildgebende Verfahren, Laboranalysen spezifischer Marker und ggf. invasive Diagnostik (Biopsie, Liquoruntersuchung) zur Abgrenzung und Bestätigung der Verdachtsdiagnose.

Die zytomorphologische Diagnostik umfasst das Blutbild, Knochenmark und Körperflüssigkeiten. Das Probenmaterial wird mit speziellen blauen und roten Farbstoffen angefärbt. Anschließend wird unter dem Mikroskop das Aussehen und die Anzahl der Bestandteile begutachtet. Verschiedene Zellen (z. B. „gesunde“ vs. „kranke“ Zellen) lassen sich anhand unterschiedlicher Farbstoffbindungen und weiterer Kriterien voneinander unterscheiden. Durch diese mikroskopische Beurteilung kann man oft erkennen, ob es sich um normale Blutzellen handelt oder ob typische krankhafte Veränderungen vorliegen, wie sie bei Leukämien oder Lymphomen auftreten. Die Zytomorphologie unterstützt so die Diagnose, hilft bei der Unterteilung von Erkrankungen und begleitet die Wahl der passenden Behandlung.

Die Immunhistochemie  ist eine spezielle Färbemethode für Gewebeproben (z.B. Biopsien), bei der farbige Antikörper genutzt werden, um gezielt bestimmte Proteine in Zellen sichtbar zu machen, die wie winzige „Schlüssel“ an ihre „Schlösser“ (Antigene) binden, um Krebsarten zu bestimmen, ihren Ursprung zu finden, das Wachstum zu beurteilen und die richtige Therapie auszuwählen – eine Erweiterung der normalen Mikroskopie für eine genauere Diagnose und personalisierte Medizin.

Immunphänotypisierung und Immunzytologie helfen dabei, genau zu bestimmen, welche Zellen im Blut oder im Knochenmark vorhanden sind. Dazu setzt man spezielle Antikörper ein, die sich an charakteristische Oberflächenmarker der Zellen binden. Wenn ein Marker da ist, registriert man ihn – und wenn nicht, auch das wird sichtbar. So entsteht ein Überblick darüber, welche Zelltypen in der Probe vorhanden sind und in welcher Menge.

 

In der Hämatologie ist das besonders wichtig, weil Blutzellen wie rote Blutkörperchen, verschiedene Arten von weißen Blutkörperchen und Blutplättchen unterschiedliche Oberflächenmerkmale tragen. Durch die Immunphänotypisierung kann man erkennen, ob es sich zum Beispiel um normale Blutzellen handelt oder ob krankhafte Zellen, wie bestimmte Formen von Leukämie oder Lymphomen, im Spiel sind. Das Verfahren liefert so eine Art Zellpass, der zeigt, welche Zellarten vertreten sind und wie viele davon vorhanden sind.

 

Das hilft Ärzten, die Diagnose zu stellen, passende Therapien zu wählen und den Verlauf der Erkrankung zu überwachen. Oft ist diese Methode sicherer und gezielter als eine rein optische Beurteilung unter dem Mikroskop, weil sie konkrete Zellarten anhand ihrer Marker identifiziert. Wenn du magst, erkläre ich es dir anhand eines konkreten Beispiels aus deiner Situation.

Die zytogenetische Diagnostik untersucht die strukturellen Veränderungen der Chromosomen (das Erbgut in den Zellen) in Zellen des Blutes oder Knochenmarks. Dabei werden die Chromosomen sichtbar gemacht und gezählt, um Auffälligkeiten wie zusätzliche, fehlende oder veränderte Chromosomen zu erkennen. Diese Veränderungen können Hinweise darauf geben, welche Art von Bluterkrankung vorliegt, wie aggressiv sie ist und welche Behandlung wahrscheinlich am besten wirkt. Die Ergebnisse helfen Ärzten, Krankheitsunterformen zu unterscheiden, Prognosen zu erstellen und individuelle Therapiestrategien festzulegen.

Die Molekulargenetische Diagnostik untersucht genetische Veränderungen auf DNA-Ebene in Blutzellen oder im Knochenmark. Dabei werden gezielt Mutationen, Genveränderungen oder veränderte Genabschnitte gesucht, die Bluterkrankungen wie Leukämien oder Lymphome verursachen oder beeinflussen können. Diese Informationen helfen, die Art der Erkrankung genauer zu bestimmen, das Risiko (Prognose) abzuschätzen und individuell passende Therapien auszuwählen oder zu überwachen.

Ein PET/CT ist eine diagnostische Untersuchung, bei der eine geringe Menge spezieller Zuckerstoffwechsel in den Körper injiziert wird und anschließend bildgebend aufgezeichnet wird. Tumorgewebe, das besonders aktiv ist, nimmt mehr Zucker auf und leuchtet im PET-Bild heller auf; der CT-Teil liefert dazu detaillierte anatomische Bilder. In der Hämatologie nutzen Ärztinnen und Ärzte das PET/CT, um zu erkennen, wo im Knochenmark oder Lymphknoten Zellen aktiv wachsen, wie weit sich eine Erkrankung ausgebreitet hat (Stadienbestimmung), wie gut eine Therapie wirkt oder ob sich neue betroffene Regionen bilden. Der Vorteil ist, dass man anhand beider Bildarten zusammen ein klares Bild von Ort und Ausmaß der Erkrankung bekommt.

Therapieformen

… sind eine Behandlungsart, die bei einer Erkrankung im Blut- oder Knochenmarkssystem eingesetzt wird. Sie zielt darauf ab, krankes Gewebe zu heilen, zu kontrollieren oder die Beschwerden zu lindern. In der Hämatologie kann das verschiedene Ansätze umfassen, die individuell kombiniert werden. Medikamentöse Tumortherapien werden zumeist in Intervallen, sogenannten Zyklen, durchgeführt. Auf eine Behandlungsphase folgt eine Behandlungspause. In regelmäßigen Abständen werden Verlaufskontrollen durchgeführt, um das „Ansprechen“ der Therapie zu beurteilen.

Chemotherapie in der Hämatologie bezeichnet den Einsatz von Medikamenten, die Krebszellen im Blut- oder Knochenmarksystem angreifen. Ziel ist, das Wachstum zu stoppen oder Zellen abzutöten, wodurch sich der Krankheitsverlauf verlangsamt oder eine Heilung möglich wird. Sie wird oft in Zyklen verabreicht. Die genauen Wirkstoffe, Dosis und Behandlungsdauer hängen von der Erkrankung, dem genetischen Befund und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab; das Behandlungsteam klärt Ziele und Nebenwirkungen individuell.

Bei einer hochdosierten Chemotherapie mit Übertragung eigener Blutstammzellen (autologe Stammzelltransplantation) in der Hämatologie handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Patienten zunächst besonders intensive Chemotherapie verabreicht wird, um Krebszellen zu zerstören oder das Knochenmark möglichst stark zu schädigen. Bei der autologen Stammzelltransplantation, werden bei dem Patienten eigene Stammzellen entnommen, außerhalb des Körpers verarbeitet und danach wieder zurückgegeben. Anschließend werden zuvor gewonnene, eigene Stammzellen aus dem Blut wieder zurückgeführt, damit sich das Blutzellbildungssystem rasch wieder herstellen kann. Ziel ist es, Krebszellen zu reduzieren oder zu eliminieren und dem Körper Zeit zur Heilung zu geben. Das Vorgehen wird individuell von Onkologen/Hämatologen geplant.

In der Hämatologie bezeichnet die Immuntherapie eine Behandlungsform, die das eigene Immunsystem dazu anregt oder unterstützt, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Dazu gehören unter anderem checkpoint-Inhibitoren, Immunstimulanzien und Antikörpertherapien, die gezielt auf Tumorzellen wirken. Ziel ist es, das Immunsystem effektiver gegen den Krebs einzusetzen, oft mit dem Ziel, Tumorwachstum zu hemmen oder zu schrumpfen. Die Therapie erfolgt individuell je nach Erkrankung, Allgemeinzustand des Patienten und Begleittherapien, und es können spezifische Nebenwirkungen auftreten, die engmaschig vom behandelnden Team überwacht werden.

Zielgerichtete Therapien bezeichnen Behandlungen, die spezifisch auf molekulare Veränderungen von Blut- oder Knochenmarkerkrankungen abzielen. Sie blockieren oder korrigieren abnormale Signale in den Krebszellen, um deren Wachstum zu stoppen oder zu verlangsamen, oft durch kleine Moleküle oder monoklonale Antikörper. Die Therapie ist meist auf bestimmte genetische Mutationen oder Proteine zugeschnitten und erfolgt individuell nach Diagnostik und Erkrankung. Die zielgerichtete Therapien werden als Infusionen oder häufiger als Tabletten verabreicht.

Transfusionen in der Hämatologie sind Blut- oder Blutbestandteilübertragungen, die bei Blutkrankheiten oder Therapien unterstützend eingesetzt werden. Typische Formen sind rote-Blutkörperchen-Transfusionen bei Anämie, Plättchen- oder Thrombozyten-Transfusionen bei Plättchen Defiziten oder Aktivitätsverlusten sowie seltener Plasma-Übertragungen. Ziel ist es, Sauerstofftransport, Blutgerinnung oder Immunfunktion kurzfristig zu stabilisieren. Vor einer Transfusion erfolgen Prüfungen auf Kompatibilität, Abklärung von Indikation, Dosis und Bedarf.

Supportive Therapie

Supportive Therapien helfen, die Lebensqualität zu verbessern, therapiebedingte Nebenwirkungen zu reduzieren und die Patientinnen und Patienten während der oft belastenden onkologischen Therapien zu stabilisieren. Sie ist es, die die Basis für eine verträgliche Behandlung schafft und die Betroffenen in den Mittelpunkt rückt. Es sind Maßnahmen, die nicht primär heilen, sondern den Heilungsprozess unterstützen, Symptome lindern und Nebenwirkungen anderer Behandlungen mindern, um die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern, etwa durch Schmerztherapie, Ernährung, Psychotherapie und Infektionsschutz. Sie umfasst sowohl konventionelle Verfahren (Medikamente, Wachstumsfaktoren) als auch psychosoziale Unterstützung und ist ein integraler Bestandteil der patientenzentrierten Betreuung in allen Krankheitsphasen. Wir setzen dabei die Inhalte der S3 Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen mit dem Ziel einer bestmöglichen Lebensqualität – in der aktiven Therapiephase und auch in der palliativen Situation in unserer täglichen Arbeit mit dem Patient*innen um.

 

Ein Kernstück unserer Supportiv-Leitlinie ist die korrekte praktische Umsetzung der unterstützenden Maßnahmen bei der Krebsbehandlung im klinischen Alltag. In unserem digitalen Chemotherapie-Protokollsystem sind diese datengestützten und von Experten erarbeiteten Behandlungspfade bereits digital verankert und werden individuell auf die Patientin bzw. den Patienten zugeschnitten begleitend angewandt. Dieses Vorgehen ermöglicht eine maximale Minimierung von Nebenwirkungen und sorgt für ein rasches und adäquates Einschreiten bei Problemen und Unverträglichkeiten.

 

Weitere wichtige Informationen über mögliche Nebenwirkungen erhalten Sie in dem Leitlinienprogramm Onkologie – Supportive Therapie.