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Arzt mit einem anatomischen Modell von Nasen-, Mund- und Rachenraum sowie Hals für Studium, Diagnose und Behandlung im Krankenhaus.

Große Helios-Datenanalyse zeigt Einflussfaktoren auf die leitliniengerechte Versorgung von COPD-Patienten

Viele COPD-Patientinnen und -Patienten erhalten nicht die leitliniengerechte Therapie, die aktuelle Empfehlungen vorsehen. Eine jetzt in The Lancet Regional Health – Europe veröffentlichte Studie des Helios Health Institute zeigt: Der Krankenhausaufenthalt bietet eine wichtige Chance, die Versorgung nachhaltig zu verbessern.

Was ist COPD?

COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine weit verbreitete Erkrankung, bei der die Bronchien dauerhaft verengt und die Lungenbläschen geschädigt sind. In Deutschland sind rund 3,4 Millionen Menschen betroffen – vor allem über 40-Jährige. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber mit gezielter Therapie behandelt werden. Besonders gefährlich sind sogenannte Exazerbationen – akute Verschlimmerungen – die oft zu Krankenhausaufenthalten führen.

Bedeutung & Hintergrund: Krankenhaus als Schlüssel zur besseren COPD-Versorgung

Die aktuelle Studie des Helios Health Institute zeigt, dass zwischen ambulanter und stationärer Versorgung noch erhebliche Verbesserungspotenziale bestehen. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass Krankenhäuser eine zentrale Rolle dabei spielen können, evidenzbasierte Therapien besser umzusetzen und damit die Behandlung nachhaltig zu verbessern. Für Helios hat dieses Thema besondere Bedeutung: Jährlich werden in den Kliniken des Unternehmens rund 15.000 COPD-Patientinnen und -Patienten behandelt. Die kontinuierliche Analyse von Versorgungsdaten ist daher ein wichtiger Bestandteil des Anspruchs, medizinische Qualität stetig weiterzuentwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Patientenversorgung zu überführen.

Helios Kliniken GmbH

Dr. Stefan Kwast | Projektmanager Clinical Trial Management & Real-World Data am Helios Health Institute und korrespondierender Autor der Studie

Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht nur individuelle Patientenfaktoren, sondern insbesondere Versorgungsstrukturen einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der Behandlung haben. Der Krankenhausaufenthalt ist eine wichtige Gelegenheit, die langfristige Therapie zu überprüfen und optimal an die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen anzupassen

Unsere Studie: GOLD-konforme inhalative Erhaltungstherapie bei Entlassung aus dem Krankenhaus nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund einer schweren COPD-Exazerbation: eine multizentrische retrospektive Beobachtungsstudie

Autoren: Catharina Peukert, Stefan Kwast, Sven Hohenstein, Victoria Pradler, Sebastian König, Torsten Bauer, Thomas Armbrust, Nikolaus Büchner, Kristina Probst, Anika Laing, Dörte Anderson, Kathrin Kahnert, Andreas Bollmann, Ralf Kuhlen, Michael Gediga, Kurt Rasche

Forschungsziel

Ziel der Studie war es, die leitliniengerechte Behandlung von COPD-Patientinnen und -Patienten nach einer Krankenhausaufnahme wegen einer schweren Exazerbation zu untersuchen. Darüber hinaus sollte analysiert werden, welche Patientenmerkmale und Versorgungsstrukturen die Umsetzung der aktuellen GOLD-Leitlinien beeinflussen. Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, welche Rolle spezialisierte pneumologische Versorgung, diagnostische Verfahren und klinische Prozesse für eine evidenzbasierte Therapie bei Entlassung aus dem Krankenhaus spielen.

Methodik

Für die multizentrische Real-World-Studie analysierten Forschende des Helios Health Institute die Daten von:

  • 3.928 COPD-Patientinnen und -Patienten, die zwischen 
  • Januar 2022 und September 2024 in 
  • 85 Helios Kliniken versorgt wurden.

Berücksichtigt wurden Krankenhäuser unterschiedlicher Versorgungsstufen – von Grund- und Regelversorgern über Schwerpunktkliniken sowie spezialisierte pneumologische und nicht-pneumologische Abteilungen in städtischen und ländlichen Regionen.

Untersucht wurde, wie häufig die medikamentöse Behandlung bei Entlassung den aktuellen GOLD-Leitlinien entspricht und welche Faktoren die Leitlinienadhärenz beeinflussen.

Ergebnisse

Die Analyse zeigte eine deutliche Versorgungslücke:

  • Vor der Krankenhausaufnahme wurden 61% der Patienten leitliniengerecht behandelt. 
  • Nach dem stationären Aufenthalt lag dieser Anteil bei rund 80%.
  • Besonders positiv wirkten sich die Behandlung auf einer pneumologischen Station sowie strukturierte Versorgungsprozesse aus. 
  • Zudem wurden Männer häufiger leitliniengerecht behandelt als Frauen, 
  • während ältere Patienten seltener eine leitlinienkonforme Therapie erhielten.

Die Studie wurde finanziell gefördert von AstraZeneca.

Originalstudie im The Lancet Regional Health – Europe

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickeln wir derzeit konkrete Hilfsmittel wie Schulungen, Checklisten und digitale Angebote für die Nachsorge. Die Ergebnisse der Studie wurden im The Lancet Regional Health – Europe publiziert.  

Fazit:

Fazit

Die Studie zeigt, dass die Versorgung von COPD-Patientinnen und -Patienten durch eine stärkere Einbindung pneumologischer Expertise, strukturierte Entlassungsprozesse und klare Behandlungspfade weiter verbessert werden kann. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass der Krankenhausaufenthalt weit mehr ist als reine Akutversorgung: Er bietet die Chance, langfristige Therapien zu überprüfen und evidenzbasiert anzupassen.

 

Damit leistet die Studie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion über die Versorgung von COPD-Patienten, sondern liefert zugleich konkrete Ansatzpunkte, um die Behandlungsqualität im klinischen Alltag weiter zu verbessern – mit dem Ziel, Exazerbationen zu vermeiden, Wiederaufnahmen zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu steigern.

 

Nahaufnahme der Lunge

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