Wenn die Stimme versagt…
Pressemitteilung
Was tun bei anhaltender Heiserkeit?

Wenn die Stimme versagt…

Zerbst/Anhalt

Die Stimme ist rau, leiser als sonst. Manchmal ist sie ganz weg. Unter Heiserkeit hat sicher jeder während eines Infektes schon gelitten. Meist ist sie harmlos und vorübergehend. Neben Erkältungen sind Rachenentzündung oder Stimmüberlastung häufig für die raue Stimme verantwortlich. Welche Ursachen noch infrage kommen und wann man unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen sollte, erklärt Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann im Interview. In einer Telefon-Hotline am 6. April von 15-17 Uhr können Betroffene und Interessierte unter Tel. (03923) 739-161 ihre Fragen direkt an den erfahrenen Mediziner stellen.

Dr. Puhlmann, welche Ursachen können zu Heiserkeit führen?

Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Heiserkeit ist in erster Linie viral bedingt, als Begleiterscheinung eines Infektes der oberen und unteren Atemwege, der oft auch mit Husten einhergeht. Rachen-, Kehlkopfentzündungen oder eine akute Bronchitis fallen hierunter. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Ursachen! So können stimmliche Überanstrengungen, etwa bei Sprechberufen, oder chronische Entzündungen durch jahrelangen Nikotinkonsum zu einer heiseren Stimme führen. Gut- und bösartige Veränderungen an den Stimmlippen bzw. im Bereich des Kehlkopfes wie Stimmbandpolypen oder Kehlkopfkrebs verursachen ebenso Heiserkeit. An letzterem erkrankt übrigens etwa einer von 200 Männern im Laufe seines Lebens! Weiterhin können auch Lähmungen im Bereich des Kehlkopfes, Veränderungen der Schilddrüse oder Infektionskrankheiten wie Tuberkulose Heiserkeit bedingen.

Wann wird Heiserkeit gefährlich und ein Arztbesuch empfohlen?

Ganz klar: Heiserkeit als Begleiterscheinung einer Erkältung ist kein Grund zur Sorge. Aber: Jede Heiserkeit, die länger als zwei oder drei Wochen besteht, sollte vom HNO-Arzt abgeklärt werden!

Wie wird die Diagnose gestellt?

Im ausführlichen Gespräch erfragen wir zunächst die Krankengeschichte des Patienten. Wie lange hält die Heiserkeit schon an? Welche weiteren Symptome liegen vor? Welche Gewohnheiten hat er und welchen Beruf übt er aus? Zur Diagnosestellung gehört zudem eine Spiegelung des Kehlkopfes (Laryngoskopie). Hier gibt es unterschiedliche Verfahren, die, je nach Patient und Verdacht, in Vollnarkose oder im wachen Zustand durchgeführt werden.

Welche Therapien gibt es bei Heiserkeit?

Welche Therapie eingeleitet wird, hängt natürlich von der Diagnose ab. Bei Kehlkopfentzündungen erhält der Patient antientzündliche Medikamente. Wurde eine Stimmüberlastung diagnostiziert, verordnen wir etwa Stimmschonung oder Logopädie. Ein Rauchverbot kann bei einer chronischen Heiserkeit, die durch den Nikotinkonsum verursacht wurde, helfen. Manchmal sind auch operative Eingriffe nötig, wenn in der Laryngoskopie etwa Stimmbandpolypen oder Kehlkopfkrebs festgestellt wurden.

Tipps vom Chefarzt:


Hausmittel bei akuter Heiserkeit:

  • Kamille-Dampfbad und Inhalationen mit Sole:
    Inhalationen sind ein bewährtes Hausmittel, da der warme Dampf besonders tief in die Atemwege gelangt.
  • Hustenmittel:
    Sie lösen den Schleim in den Bronchien und Stimmbändern bei einer Erkältung.
  • Lutschtabletten mit ätherischen Inhaltsstoffen:
    Sie erleichtern das Durchatmen und befreien die Stimmbänder.
  • Zwiebelsaft:
    Kleingeschnittene Zwiebel mit Honig verrührt in einem geschlossenen Gefäß ziehen lassen. Löffelweise den Saft einnehmen
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Telefon-Hotline zu Heiserkeit

mit Dr. med. Fred-Reinhard Puhlmann, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

6. April von 15-17 Uhr

Tel. (03923) 739-161