Zehn Jahre Palliativstation im Helios Klinikum Bad Saarow

Zehn Jahre Palliativstation im Helios Klinikum Bad Saarow

Bad Saarow

Seit September 2011 versorgt das Helios Klinikum Bad Saarow Palliativpatienten auf einer eigenen Palliativstation. Das heißt: Patientinnen und Patienten mit einer voranschreitenden und bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung werden hier individuell und ganzheitlich betreut. Gestartet wurde vor zehn Jahren zunächst mit fünf Betten. Heute verfügt die Palliativstation über 12 Betten und versorgt mit einem zusätzlichen Konsildienst mehr als 150 Patientinnen und Patienten pro Jahr. Einen Einblick in die Palliativmedizin gibt das Klinikum in seinem neuesten Video der „Stippvisite“.

Während die Palliativmedizin früher ihre Aufgabe in der Behandlung Schwerstkranker in ihrer letzten Lebensphase sah, hat sich das Feld in den vergangenen 20 Jahren deutlich erweitert: Es geht nun mehr darum, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen zu jedem Zeitpunkt der schwerwiegenden Erkrankung aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. Bei der ganzheitlichen Behandlung werden neben den körperlichen Symptomen immer auch die psychischen, spirituellen und sozialen Aspekte berücksichtigt. „Heute wird unsere Arbeit oft bereits im Rahmen der Erstdiagnose einer unheilbaren Erkrankung angefordert. Dieses Konzept wird als „early integration“ bezeichnet, also eine frühe Einbeziehung der Palliativmedizin in die Behandlungskonzepte“, erläutert Oberarzt Johannes Rahm, Leiter der Sektion Palliativmedizin und Integrative Onkologie. Er hat die Palliativstation im Saarower Klinikum maßgeblich mit aufgebaut.

Ganzheitliche Betreuung durch Multiprofessionalität

Ein multiprofessionelles Team aus speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ärztlichen Dienstes, der Palliativ-Fachpflege, der Palliativ-Physiotherapie, Psychoonkologie/Palliativ-Psychologie, Physiotherapie, Kunst- und Musiktherapie, Ergotherapie, Ernährungstherapie, Seelsorge, des Sozialdienstes und des ambulanten Hospizdienstes betreut gemeinsam die schwerkranken Patientinnen und Patienten. „Unser gemeinsames Ziel ist die Wiederherstellung oder zumindest die Aufrechterhaltung von Lebensqualität in der letzten Phase des Lebens. Unser Ethik-Komitee unterstützt uns mit Beratungen zur Entscheidungsfindung bei ethisch herausfordernden Patientenbegleitungen“, betont Oberarzt Rahm.

Mit der einfühlsamen und umfassenden ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Zuwendung berücksichtigt das Palliativ-Team die individuellen Wünsche und die gewohnten Lebensrhythmen der Patientinnen und Patienten. „All unsere Angebote sind individuell und im Rahmen der medizinischen Vertretbarkeit gestaltbar“, fügt er hinzu.

Unser oberstes Ziel ist, dass wir unsere Patientinnen und Patienten in ihre vertraute Umgebung entlassen oder in andere geeignete Betreuungsformen überleiten können. Wir wollen für sie erreichen, dass sie ihre begrenzte Lebenszeit noch gut verleben können.

Oberarzt Johannes Rahm, Leiter der Sektion Palliativmedizin und Integrative Onkologie

Palliativversorgung ist keine Endstation

Die stationäre Aufenthaltsdauer in einer Palliativstation ist wie auch in anderen Fachbereichen zeitlich begrenzt. „Eine Palliativstation ist kein Hospiz. Unser oberstes Ziel ist, dass wir unsere Patientinnen und Patienten in ihre vertraute Umgebung entlassen oder in andere geeignete Betreuungsformen überleiten können. Wir wollen für sie erreichen, dass sie ihre begrenzte Lebenszeit noch gut verleben können“, sagt der Palliativmediziner.

Besteht ein weiterer Bedarf an medizinisch-pflegerischer Versorgung vermittelt das Palliativ-Team Kontakte zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) oder einem Hospiz. Um auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter gut versorgt zu werden, ist ein gutes Netzwerk von großer Bedeutung, wie Johannes Rahm aus der täglichen Berufspraxis weiß. „Netzwerke sind extrem wichtig, unsere Zusammenarbeit läuft hier Hand in Hand“.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Das Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), welches aus speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten sowie qualifizierten Pflegekräften besteht, begleitet und unterstützt Schwerstkranke sowie ihre Angehörigen dabei, die eigene Lebensqualität und Selbstbestimmung bestmöglich zu fördern, zu verbessern und zu erhalten. Dabei arbeiten das SAPV-Team mit dem Hausarzt und weiteren unterstützenden Diensten zusammen, damit die Patienten würdig und beschwerdefrei in ihrer gewohnten Umgebung die verbleibende Lebenszeit verbringen können.

Gut zu wissen

Die Palliativmedizin ist eine junge medizinische Disziplin, deren Wurzeln in der Hospizbewegung in den 1960er Jahren in England liegen. Die erste Palliativstation in Deutschland wurde 1983 gegründet und der erste universitäre Lehrstuhl 1999 in Bonn eingerichtet. Seit 2006 haben alle Kassenpatienten einen gesetzlichen Anspruch auf palliativmedizinische Versorgung zu Hause mit spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV). Erst seit 2009 ist die Palliativmedizin ein Pflichtfach im Studium der Humanmedizin.

Stippvisite auf der Palliativstation

Wer sich näher über die Palliativstation im Helios Klinikum Bad Saarow informieren möchte, ist eingeladen, sich das neueste Video der Stippvisite des Krankenhauses anzuschauen.

Kontakt:

Johannes Rahm

Oberarzt und Leiter Sektion Palliativmedizin und integrative Onkologie
Johannes Rahm

Telefon

033631 7-39 16

Kontakt

Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Pink

Chefarzt Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin - Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg
Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Pink

Telefon

033631 7-35 27

Pressekontakt:

Anja Paar

Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation/Marketing
Anja Paar

Telefon

(033631) 7-2440