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Kopfschmerzen – Wir klären über Irrtümer auf
Europäischer Kopfschmerztag

Kopfschmerzen – Wir klären über Irrtümer auf

Aue

Anlässlich des Europäischen Kopfschmerztages räumt Chefarzt Dr. André Sykora mit ein paar Mythen rund um den Kopfschmerz auf.

Kopfschmerzen sind nach Rückenschmerzen die zweithäufigste Schmerzform. Menschen jeden Alters sind davon betroffen. Meist sind Kopfschmerzen nur vorübergehend und harmlos und können mit Hausmitteln oder leichten Schmerzmitteln problemlos behandelt werden. Gerade, weil Kopfschmerzen fast jeder kennt, ranken sich sehr viele Irrtümer darum, mit denen wir heute einmal aufräumen wollen.

  1. „Ruhe hilft!“: Natürlich ist für Migräne Patienten Ruhe oft die einzige Lösung und tut Ihnen sehr gut, jedoch hilft Menschen mit Spannungskopfschmerzen oft frische Luft und ein Spaziergang weit mehr um die Verspannungen zu lösen.
     
  2. "Kopfschmerzen sind lästig aber harmlos!" Kopfweh ist unangenehm, aber kein Grund zu Sorge – oder? Tatsächlich ist es ein Irrtum, zu glauben, dass sie immer harmlos sind, das weiß Dr. André Sykora, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Helios Klinikum Aue sehr genau und rät: „Die amerikanische Kopfschmerzgesellschaft hat die Warnhinweise auf eine ernste Erkrankung unter der Abkürzung SNOOP zusammengestellt. Wer neben den Kopfschmerzen eines der folgenden Anzeichen wahrnimmt, sollte einen Arzt aufsuchen:“
    S - systemische Symptome: Wenn neben dem Kopfschmerz auch Fieber oder Gewichtsverlust auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
    N - neurologische Symptome: Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübungen, Sehstörungen, Schwäche oder Taubheit der Extremitäten und Sprachunfähigkeit können ein Zeichen, dass der Kopfschmerz eine ernstere Ursache hat.
    O - Onset (Einsetzen des Kopfschmerzes): Wenn die Kopfschmerzen explosionsartig, abrupt und plötzlich einsetzen, sind sie meist nicht harmlos.
    O - Older Age of Onset (= höheres Alter bei Beginn): Jedes erstmalige Auftreten von Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr kann ein Alarmzeichen für eine ernstzunehmendere Erkrankung sein.
    P - Pattern Change (= Änderung des Kopfschmerz-Musters): Wenn die Kopfschmerzen „neu“ hinsichtlich ihrer Intensität, Charakteristik oder Attackenfrequenz sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  3. "Handystrahlung verursacht Kopfschmerzen!": Es gibt bislang keine Studie, die darauf hinweist. Der Grund für Kopfschmerzen durch die Handynutzung sind eher in der Haltung des Nutzers zu suchen. Denn durch das nach Unten schauen auf das Display bekommen wir oft Verspannungen im Nacken welche dann zu einem Spannungskopfschmerz führen können.
  4. "Kopfschmerzen können durch bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst werden.": Viele Patienten haben zwar kurz vor dem nächsten Anfall Heißhunger auf Nahrungsmittel wie Käse oder Schokolade. Doch zu glauben, dass diese Speisen Auslöser der Kopfschmerzen sind, ist meist ein Irrtum. Vielmehr gilt der Heißhunger als erstes Symptom einer Attacke. „Natürlich ist eine gesunde Ernährung, viel Wasser trinken und ausreichend sportliche Aktivität auch bei Kopfschmerzen eine gute Profilaxe wie bei vielen anderen Erkrankungen auch.“ so Dr. Sykora.
  5. "Monopräparate helfen am besten gegen Kopfschmerzen!": Es ist ein Irrtum, dass grundsätzlich Monopräparate besser wirken. Die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein beispielsweise gehört zu den in der Kopfschmerztherapie am besten untersuchten, rezeptfrei erhältlichen Medikamente.
  6. "Kopfschmerzen sind immer faule Ausreden." Wer am Arbeitsplatz wegen Kopfschmerzen fehlt, gilt schnell als Mimose oder Drückeberger. Dieses Urteil ist ungerecht: "Migräne und Kopfschmerzen sind ernstzunehmende Erkrankungen und keine faule Ausrede", erklärt der Chefarzt. "Schlimmstenfalls müssen die Patienten tagelang im abgedunkelten Zimmer liegen – an Arbeit ist dann gar nicht zu denken.