Kleine Impulse eröffnen Leben ohne Schmerz.
Wie mit der Differenzial Target Multiplexed Therapie Chronische Schmerzen gelindert werden

Kleine Impulse eröffnen Leben ohne Schmerz.

Leipzig

Die Differenzial Target Multiplexed Therapie, als innovativer Bestandteil der Rückenmark-Stimulationstherapie (Spinal Cord Stimulation (SCS)), am Helios Park-Klinikum, Fachbereich Wirbelsäulenchirurgie, ermöglichte Manfred Flamme endlich ein schmerzfreies Leben.

Manfred Flamme im Therapiezentrum des Helios Park-Klinikums Leipzig.

Ein lange nicht behandelter Bandscheibenvorfall sowie eine Nervenkrankheit im rechten Bein zwangen die Ärzte von Manfred Flamme vor acht Jahren zu einer Operation an der Wirbelsäule. Die daraus resultierende Folge war eine postoperative Querschnittslähmung, welche ihn seither an den Rollstuhl fesselt. Dem seelischen Leid dieser Tragödie schlossen sich im Weiteren starke körperliche Schmerzen an.

Wie viele Schicksalsschläge verträgt ein Mensch? Mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigen sich Mediziner und Philosophen seit vielen Jahren. Eine fundierte Antwort darauf werden sie aber nicht finden. Zu unterschiedlich ist die Leidensfähigkeit des Einzelnen, zu mannigfach die Stärke der Menschen, mit Schmerzen umzugehen.
Die Hürden, die das Leben in seinen späten Tagen Manfred Flamme aus Schkeuditz in den Weg stellte, waren extrem hoch. Seinen Lebensmut konnten sie jedoch nicht brechen. Weder die Nervenkrankheit Polyneuropathie, in deren Konsequenz sich Kraft- und Gefühllosigkeit im rechten Bein einstellten, noch der daraus resultierende Sturz und die Operation, die ihm 2014 folgte. Eine Nachblutung zwang den Patienten erneut auf den OP-Tisch. Das glückliche Ende seiner Beschwerden verwehrte aber auch sie dem 79-Jährigen. In Folge des zweiten operativen Eingriffs ist Manfred Flamme von der Hüfte abwärts gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Mit Hilfe des Zufalls
Schmerzen gehörten für den Rentner weiter zum Leben. Vor allem bei Rotation seines Rumpfes verspürte er sie im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ärzte, die er mit diesem Problem konfrontierte, versprachen zwar Abhilfe, liefern konnten sie ihm diese jedoch nicht.
In einem Zeitungsartikel, den Manfred Flamme eher zufällig las, wurde über die Möglichkeiten moderner Schmerztherapie und den Neurochirurgen Georg Salloum berichtet, der sich seit längerem mit diesem Thema auseinandersetzt. „In dem Beitrag wurde auf einen Vortrag hingewiesen, den Georg Salloum zu diesem Thema halten wird. Das weckte natürlich mein Interesse und ich beschloss, mir das einmal anzuhören“, erinnert sich der Schkeuditzer. Was Salloum berichtete, überzeugte den Patienten. Sein nächster Weg führte deshalb in die Sprechstunde des Facharztes in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des Helios Park-Klinikums Leipzig.

Zufriedene Patienten dank innovativer Rückenmarkstimulations-Therapie   
Das, was Flamme dem Arzt berichtete, gipfelte in drei klaren Aussagen: Ich möchte schmerzfrei leben, keine neuerliche OP und keine weitere Morphiumtherapie. Ohne letztere und zusätzliche Schmerzmittel kam Manfred Flamme für gewöhnlich nicht mehr über den Tag.
Statt Morphium und Tabletten unterbreitete Georg Salloum seinen Patienten einen anderen Vorschlag – die innovative Form der Rückenmarksstimulation mittels Spinal Cord Stimulation (SCS). „Diese greift nicht an der Schmerzursache ein, sondern mittels elektrischer Impulse in die Schmerzweiterleitung an das Gehirn“, erläutert Georg Salloum. Dadurch, so der Facharzt, verringere sich die Schmerzwahrnehmung. Seit Jahren schon behandelt er Patienten mit chronischen Schmerzen auf diese Art erfolgreich.
Neu hingegen ist die Behandlung von Schmerzpatienten mit der Differenzial Target Multiplexed (DTM) SCS Therapie. „Chronische Schmerzen treten auf, wenn Neuro-Glia-Interaktionen aus dem Gleichgewicht geraten. Die Signale des DTM SCS können das Gefüge der Neuronen-Gliazellen in Richtung des Nicht-Schmerz-Zustandes zurückversetzen. Die notwendigen Einstellungen lassen sich bei jedem Patienten individuell anpassen”, beschreibt Salloum die Besonderheiten dieser Therapie.
Groß angelegte Studien belegen diese Aussage. Demnach gaben mehr als 80 Prozent der Befragten eine deutliche Schmerzlinderung an. Positiv bewertet wurde darüber hinaus die geringe Größe des Schrittmachersystems. Weltweit ist er der kleinste implantierbare Neurostimulator.

Endlich schmerzfrei 
Am 17. März 2021 wurde Manfred Flamme ein solcher Stimulator implantiert. „Seit diesem Tag nehme ich keine Schmerztabletten mehr ein, benötige kein Morphium und lebe beschwerdefrei”, resümiert er überaus zufrieden. Von dem Behandlungserfolg, fügt Flamme an, seien anfänglich auch andere ihn behandelnde Ärzte überrascht gewesen. Trotz seines Handicaps sei es ihm seither endlich möglich, ein den Umständen entsprechendes gutes Leben zu führen.

Nach Abschluss einer Nachuntersuchung, zu der Manfred Flamme stationär aufgenommen wurde, treffen sich der Patient und Neurochirurg Georg Salloum zu einer kurzen Besprechung.

Georg Salloum

Oberarzt an der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie
Georg Salloum

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