Helios äußert sich zu erneutem Streikaufruf von ver.di am Klinikum Pforzheim
„Beharren auf realitätsfernen Forderungen bringt uns nicht weiter“

Helios äußert sich zu erneutem Streikaufruf von ver.di am Klinikum Pforzheim

Pforzheim

Das Helios Klinikum Pforzheim kritisiert den erneuten Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di für die kommende Woche scharf: „Wir haben in der vergangenen Verhandlungsrunde ein vernünftiges Angebot auf den Tisch gelegt, das keinerlei Anlass für weitere Streiks bietet. Das Beharren von ver.di auf ihren realitätsfernen Forderungen bringt uns nicht weiter“, sagt Klinikgeschäftsführer David Assmann.

Helios ist selbst mit einem fairen Angebot in die Verhandlungen gegangen: monatlich 350 Euro mehr Gehalt mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Hinzu kommen konkrete Angebote einer Inflationsprämie in Höhe von 1.800 Euro sowie Verbesserungen von Eingruppierungen und deutliche Steigerungen im Bereich der Zuschläge. Das Gesamtvolumen des aktuellen Angebotes ist auf durchschnittlich rund 8,5 Prozent zu beziffern. Trotzdem hat sich ver.di keinen Schritt auf das Verhandlungsangebot zubewegt, sondern ist aus den weiteren Verhandlungsgesprächen ausgestiegen. „Noch dazu wird weiter das Märchen erzählt, dass Pflegekräfte bei uns schlecht verdienen. Nachweislich ist die Situation aber eine ganz andere: Mit unserem Haustarif liegen wir im und zum Teil sogar über dem Branchenschnitt“, sagt Assmann.

In den vergangenen fünf Jahren lagen die jährlichen Tarifanpassungen deutlich über der Inflationsrate. „Wir haben durch die Regulierung im Gesundheitssystem keine wesentlichen Möglichkeiten, selbst die Einnahmen zu erhöhen. Daher müssen wir die Balance zur Ausgabenseite halten, um auch weiter in unsere Häuser investieren zu können. Denn nur mit weiteren Investitionen können wir im harten Wettbewerb bestehen und auch in Zukunft qualitativ hochwertige medizinische Leistungen für unsere Patientinnen und Patienten anbieten“, erklärt Helios Regionalgeschäftsführer Florian Aschbrenner.

Dennoch ruft ver.di nächste Woche erneut zum Streik auf: am Montag und Dienstag die Pflegekräfte einer Allgemeinstation und am Mittwoch die Pflegekräfte einer neurologischen Station. Deshalb ist das Klinikum gezwungen, diese Stationen vorübergehend zu schließen und die Patient:innen in anderen Bereichen zu versorgen. Ein weiterer Streikaufruf für Dienstag und Mittwoch ging unverständlicherweise an die Physiotherapeut:innen, obwohl das Arbeitgeberangebot deren Forderungen bereits vollständig realisiert. „In Tarifverhandlungen sind Streiks und Stationsschließungen entsprechend der Notdienstvereinbarung ein legitimes Druckmittel. Doch mit der Bestreikung der sensiblen neurologischen Station wird eine Grenze überschritten und der Versuch unternommen, sogar Patient:innen zum Spielball gewerkschaftlicher Interessen zu machen“, so Pflegedirektor Markus Links. Solche bewusst aufeinanderfolgenden Stationsschließungen stellen einen extremen organisatorischen Aufwand und eine außerordentliche Belastung für die verbleibenden Mitarbeitenden dar. Für Patient:innen bedeutet es mitunter die Verschiebung planbarer Eingriffe und unnötige Verlegungen.

„Durch realitätsferne Gehaltsforderungen scheint ver.di aggressive Mitgliederwerbung zu betreiben. Das unterstreicht auch deren Forderung nach einer Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent nur für ver.di-Mitglieder. Unser Pflegepersonal gewinnt durch die genannten Beträge und die zusätzlich geforderten sieben freien Tage für Schicht- und Wechselschichtarbeit den Eindruck, dass Kliniken hier Spielraum hätten. Das ist jedoch falsch, denn auch wir müssen als Klinikbetreiber im Umfeld einer staatlich reglementierten Vergütung mit den gestiegenen Kosten in nahezu allen Bereichen umgehen. Wir brauchen jetzt Augenmaß und Kompromissbereitschaft, um einen guten Abschluss für unsere Mitarbeitenden auszuhandeln“, erklärt Florian Aschbrenner.

Genau dazu fordert der Helios Regionalgeschäftsführer ver.di auf: „Unser faires Angebot liegt auf dem Tisch. Deshalb fordern wir für den nächsten Verhandlungstag ein Entgegenkommen der Tarifkommission, um gemeinsam an einer für beide Seiten tragfähigen Lösung zu arbeiten.“


Das Klinikum der Goldstadt Pforzheim ist ein leistungsfähiges und modernes Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 500 Planbetten. Hinzu kommt eine Privatklinik mit 18 Planbetten. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg verfügt das Helios Klinikum Pforzheim über 15 Kliniken, zwei medizinische Institute und ist mit hochmodernen medizinischen Geräten ausgestattet. Etwa 1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen täglich dafür, dass unsere Patientinnen und Patienten medizinisch kompetent und sorgfältig sowie nach dem aktuellen Stand der Medizin rund um die Uhr versorgt und betreut werden. Jährlich werden knapp 21.000 Patienten stationär und rund 55.000 ambulant versorgt. In der Klinik für Geburtshilfe erblicken pro Jahr knapp 1.600 Babys das Licht der Welt.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 125.000 Mitarbeitenden. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika und die Eugin-Gruppe mit einem globalen Netzwerk von Reproduktionskliniken. Mehr als 22 Millionen Patient:innen entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2021 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von rund 10,9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 87 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 17 arbeitsmedizinische Zentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,4 Millionen Patient:innen behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 75.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 56 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, 88 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 17 Millionen Patient:innen behandelt, davon 16,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 46.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 4 Milliarden Euro.

Das Netzwerk der Eugin-Gruppe umfasst 33 Kliniken und 39 weitere Standorte in zehn Ländern auf drei Kontinenten. Mit rund 1.600 Beschäftigten bietet das Unternehmen ein breites Spektrum modernster Dienstleistungen auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin an und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 133 Millionen Euro.

Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

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