Hanseklinikum gedenkt den Opfern der Euthanasie

Hanseklinikum gedenkt den Opfern der Euthanasie

Stralsund

Am 27. Januar 2022, um 12.00 Uhr, findet am Mahnmal neben der Klinikumskirche im Krankenhaus West eine öffentliche Schweigeminute und Kranzniederlegung statt. Das Klinikum gedenkt damit den mehr als 1.000 Opfern der NS-„Euthanasie“ der Landesheilanstalt Stralsund.

Von den Nationalsozialisten wurden unter Beteiligung von Ärzten und Pflegemitarbeitern zwischen 1939 und 1940 über 1.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen aus der ehemaligen Landesheilanstalt Stralsund deportiert und getötet. Nach Jean Baudrillard ist das Vergessen der Vernichtung Teil der Vernichtung selbst.

„Deshalb sollen möglichst viele Kerzen für die Opfer entzündet werden, um dem Vergessen entgegenzutreten“, wünschen sich die Initiatoren Priv.-Doz. Deborah Janowitz, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. Jan Armbruster, Oberarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie. „Die Erinnerung an die Menschen, denen hier Unrecht getan wurde, betrachten wir als Teil der bewussten Verantwortungsübernahme für die Geschichte dieses Krankenhausstandortes“, sagt der Oberarzt weiter.

Der 27. Januar ist bundesweit der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. An diesem Tag vor 77 Jahren befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz, wodurch rund 7.500 Häftlinge aus der Gefangenschaft befreit werden konnten.