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Human heart with blood vessels. 3d illustration

Künstliche Intelligenz erkennt frühzeitig Herzschwäche – mit einem einfachen EKG

Künstliche Intelligenz erkennt frühzeitig Herzschwäche – mit einem einfachen EKG

Wenn das Herz nicht mehr genug Kraft hat, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, spricht man von einer Herzschwäche – genauer gesagt von einer Linksventrikulären systolischen Dysfunktion (LVSD). Diese Erkrankung kann ernsthafte Folgen haben, bleibt jedoch oft lange unentdeckt, da sich die Symptome schleichend entwickeln.

Ein klassisches EKG (Elektrokardiogramm) ist eine schnelle, einfache und kostengünstige Untersuchung. Doch für das bloße Auge sind frühe Anzeichen einer Herzschwäche darauf meist nicht erkennbar. Künstliche Intelligenz (KI) kann helfen, genau das zu ändern.

Unsere Studie: Künstliche Intelligenz erkennt frühzeitig Herzschwäche – mit einem einfachen EKG

Autoren: A. Bollmann, I. Kim, S. Hohenstein, M. Nitsche, L. Koehler, M. Schemmer, P. Schmitz, V. Pernstecher, S. Koenig, J. Leiner, E. Aston, N. Chindore, R. Kuhlen.

Transformer-Based ECG Foundation and Deep Learning Models for the Assessment of Left Ventricular Systolic Dysfunction.

To be presented at ESC Digital & AI Summit 2025.

Was wurde untersucht?

In dieser Studie wurden zwei unterschiedliche Arten von KI-Modellen entwickelt und miteinander verglichen, um herauszufinden, welches besser aus einem EKG erkennt, ob jemand eine Herzschwäche hat:

 

1.           Ein klassisches Deep-Learning-Modell

2.          Ein modernes Transformer-Modell

 

Beide Modelle erhielten mehr als 30.000 EKG-Aufzeichnungen, die mit Herzultraschall (Echokardiografie) verglichen wurden – das ist derzeit der Goldstandard zur Diagnose von Herzschwäche.

Ergebnisse der Studie

Das neu entwickelte Transformer-Modell erreichte eine insgesamt etwas bessere Leistung bei der Erkennung von Herzschwäche im Vergleich zum klassischen Deep-Learning-Modell.

  • Genauigkeit: Das Transformer-Modell erzielte einen höheren Wert beim sogenannten AUROC (0,924 vs. 0,912). Dieser Wert zeigt, wie gut das Modell zwischen gesunden und erkrankten Personen unterscheiden kann.
  • Sensitivität: Mit einer Sensitivität von 89 % erkannte das Transformer-Modell mehr tatsächliche Fälle von Herzschwäche als das Deep-Learning-Modell (87 %). Das bedeutet, dass weniger Erkrankte übersehen wurden.
  • Spezifität: Beide Modelle hatten eine ähnliche Spezifität von 81 %. Das heißt, sie erkannten etwa gleich gut, wenn eine Person gesund war.
  • Negativer Vorhersagewert: Das Transformer-Modell hatte einen besonders hohen negativen Vorhersagewert von 98 %. Das bedeutet: Wenn das Modell sagt, dass keine Herzschwäche vorliegt, kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf verlassen.
  • Positiver Vorhersagewert: Beide Modelle lagen hier bei etwa 44 %. Das bedeutet, dass weniger als die Hälfte der vom Modell als „krank“ eingestuften Personen tatsächlich Herzschwäche hatten. Dieser Wert zeigt, dass weitere Untersuchungen nötig bleiben, wenn das Modell eine Herzschwäche vermutet.

Insgesamt zeigt das Transformer-Modell eine bessere Balance zwischen dem Erkennen von Erkrankten und dem Vermeiden von falschen Alarmen. Besonders die Fähigkeit, gesunde Personen zuverlässig zu erkennen, ist im medizinischen Alltag wichtig, um unnötige Ängste und zusätzliche Tests zu vermeiden.

Deep Learning ist eine Methode, bei der ein Computerprogramm lernt, Muster in sehr großen Datenmengen zu erkennen. Man kann sich das vorstellen wie ein Kind, das durch ständiges Üben und Wiederholen lernt, Hunde auf Fotos zu erkennen. Nach vielen Beispielen weiß es irgendwann: "Das ist ein Hund." Beim Deep Learning geschieht das durch sogenannte künstliche neuronale Netze, die lose vom Aufbau des menschlichen Gehirns inspiriert sind.

Ein Transformer-Modell ist eine neuere, besonders leistungsfähige Art von Deep Learning. Es wurde ursprünglich für Sprache entwickelt (z. B. bei ChatGPT), eignet sich aber auch hervorragend zur Analyse von EKGs, die zeitliche Abläufe darstellen.

Der Clou: Transformer-Modelle verstehen Zusammenhänge im ganzen Datensatz gleichzeitig, anstatt nur Schritt für Schritt durchzugehen. Dadurch können sie viel besser erkennen, welche Stellen im EKG besonders wichtig sind – auch wenn sie weit auseinander liegen.

In dieser Studie wurde das Transformer-Modell vortrainiert, also mit riesigen Mengen von EKG-Daten „vorbereitet“, bevor es für die eigentliche Aufgabe (Herzschwäche erkennen) eingesetzt wurde.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Diese KI könnte helfen, Herzschwäche früher und schneller zu erkennen, ohne teure oder aufwendige Untersuchungen. Ein normales EKG – unterstützt durch moderne KI – könnte bald ausreichen, um Menschen mit einem Risiko rechtzeitig zu identifizieren oder unnötige Sorgen zu vermeiden.

Diese KI könnte helfen, Herzschwäche früher und schneller zu erkennen, ohne teure oder aufwendige Untersuchungen. Ein normales EKG – unterstützt durch moderne KI – könnte bald ausreichen, um Menschen mit einem Risiko rechtzeitig zu identifizieren oder unnötige Sorgen zu vermeiden.
Diese KI könnte helfen, Herzschwäche früher und schneller zu erkennen, ohne teure oder aufwendige Untersuchungen. Ein normales EKG – unterstützt durch moderne KI – könnte bald ausreichen, um Menschen mit einem Risiko rechtzeitig zu identifizieren oder unnötige Sorgen zu vermeiden.

Fazit

Künstliche Intelligenz wird zu einem immer wichtigeren Werkzeug in der Medizin. Diese Studie zeigt, dass moderne KI-Modelle – besonders sogenannte Transformer-Modelle – EKG-Daten so auswerten können, dass sie bei der frühzeitigen Erkennung von Herzschwäche wertvolle Hilfe leisten: sicher, schnell und kostengünstig.

Künstliche Intelligenz Fazit
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