Menü
Schließen
Herzinsiffizienz

Real-World-Data-Studie zu Herzinsuffizienz gibt Aufschluss zur Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren

Real-World-Data-Studie zu Herzinsuffizienz gibt Aufschluss zur Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren

Die aktuelle Analyse aus dem prospektiven, multizentrischen H2‑Register des Helios Health Institutes zeigt wie Patient:innen mit Herzinsuffizienz in deutschen Kliniken tatsächlich behandelt werden – und welche Rolle moderne Herzinsuffizienztherapien dabei spielen.

Herzinsuffizienz im Real-World‑Setting: Neue Erkenntnisse aus dem Helios - Herz - Register

Die Herzinsuffizienz mit deutlich eingeschränkter Pumpfunktion zählt zu den schwerwiegendsten chronischen Erkrankungen weltweit. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt sie mit einer hohen Sterblichkeit und häufigen Krankenhausaufenthalten verbunden. Moderne Medikamente aus der Gruppe der Natrium‑Glukose‑Transporter‑Hemmer – ursprünglich für die Behandlung des Diabetes entwickelt – haben in großen klinischen Studien klare Vorteile gezeigt: Sie können das Risiko zu sterben und das Risiko für erneute Krankenhausaufenthalte senken.

Was bislang fehlte, waren belastbare Daten aus dem Versorgungsalltag:
Wirken diese Medikamente auch bei Menschen, die älter sind, mehrere Begleiterkrankungen haben und deren klinische Situation komplexer ist als in kontrollierten Studien?

Um genau diese Frage zu beantworten, wurden die Real‑World‑Daten des Helios - Herz ‑ Registers analysiert. Das Register umfasst hospitalisierte Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche in Deutschland und bildet damit die tatsächliche Versorgungssituation ab. 

Wie und was wurde untersucht?

Für die aktuelle Analyse wurden 810 Patientinnen und Patienten berücksichtigt, die alle eine deutlich reduzierte Pumpkraft des Herzens (Ejektionsfraktion ≤ 40 %) aufwiesen. Einbezogen wurden nur Personen, die wegen einer akuten oder chronischen Herzschwäche im Krankenhaus behandelt wurden.

Die Patientinnen und Patienten wurden zwei Gruppen zugeordnet:

  • Personen, die bei ihrer Entlassung ein moderner Diabetes‑Medikament zur Herzschwächetherapie erhielten
  • Personen, die dieses Medikamet nicht erhielten

Im Verlauf wurden die Betroffenen über sechs und zwölf Monate nachverfolgt. Erfasst wurden unter anderem Sterbefälle, erneute Krankenhausaufenthalte, Begleiterkrankungen und die gleichzeitig eingesetzten Herzschwäche‑Medikamente.

 

Als wichtigster Endpunkt wurde die Sterblichkeit innerhalb von zwölf Monaten definiert. Zudem wurde analysiert, welchen Unterschied es macht, wenn das Medikament nicht nur begonnen, sondern durchgehend weitergeführt wird.

Ergebnisse der Studie

Was zeigt die Analyse des Helios - Herz‑Registers?

Deutlich geringere Sterblichkeit bei Einsatz moderner Herzschwäche‑Medikamente

Patientinnen und Patienten, die das moderne Diabetes‑Medikament zur Herzschwächebehandlung erhielten, hatten ein fast halbiertes Sterberisiko im Vergleich zur Gruppe ohne diese Therapie. Dieser Zusammenhang war klar erkennbar und statistisch belastbar.

 

Der größte Nutzen entsteht bei durchgehender Einnahme

Besonders eindrücklich war der Effekt bei Personen, die das Medikament kontinuierlich über zwölf Monate einnahmen: Ihr Sterberisiko war um mehr als 50 Prozent reduziert.

Dies zeigt, dass nicht nur der Therapiebeginn, sondern vor allem die konsequente Weiterführung entscheidend ist.

 

Ein weiterer wichtiger Baustein: hormonblockierende Standardtherapie

Auch ein häufig eingesetztes Herzschwäche‑Medikament, das einen bestimmten hormonellen Regelkreis im Körper blockiert, war mit einer deutlich niedrigeren Sterblichkeit verbunden. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig von der Therapie mit den modernen Diabetes‑Medikamenten.

 

Krankenhausaufenthalte: keine klaren Unterschiede

Bei den erneuten Krankenhausaufenthalten wegen Herzschwäche zeigten sich keine statistisch gesicherten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Datenlage hierzu war eingeschränkt, sodass dieser Bereich in zukünftigen Auswertungen weiter untersucht werden muss. 

Fazit:

Bedeutung für die Versorgung

Die Analyse des Helios - Herz ‑ Registers liefert erstmals umfangreiche Real‑World‑Daten aus Deutschland und bestätigt:

 

Moderne Diabetes‑Medikamente wirken auch bei Menschen mit schwerer Herzschwäche im realen klinischen Alltag – und sie wirken stark.

 

Besonders wichtig ist eine durchgehende und konsequente Behandlung, denn nur dann entfaltet sich der volle Überlebensvorteil. Die Ergebnisse unterstreichen damit eindrucksvoll die Bedeutung einer leitliniengerechten, vollständigen und kontinuierlichen Therapie bei Herzschwäche.

Autoren unserer Studie: Johannes Leiner, Sven Hohenstein, Sebastian König, Stefan Kwast, Anne Nitsche, Melchior Seyfarth, Henning Baberg, Alexander Lauten, Hans Neuser, Alexander Staudt, Jürgen Tebbenjohanns, René Andrié, Michael Niehaus, Markus W. Ferrari, Marlena Müller, Nora Schulte, Kerstin Bode, Ralf Kuhlen, Andreas Bollmann

 

Finanzielle Förderung der Studie: Die Analyse des H₂‑Registers wurde finanziell von AstraZeneca unterstützt. Dies wird in der Originalpublikation transparent ausgewiesen. 

Herzinsuffizienz und SGLT2i

Jetzt die vollständige Studie ansehen!

Characteristics and outcomes of patients with heart failure and reduced left ventricular ejection fraction in relation to sodiumglucose cotransporter-2 inhibitor treatment: real-world data from the multicentre H2-registry