Eingesetzt wird das Gerät bei sogenannten BV-gestützten Infiltrationen. Dabei handelt es sich um gezielte bildgesteuerte Injektionen an der Wirbelsäule, die bei verschiedenen Indikationen wie Bandscheibenvorfällen, Verengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) oder schmerzhaftem Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose) in Betracht kommen können. Ob das Verfahren im individuellen Fall medizinisch geeignet ist, klären die auf Wirbelsäulenerkrankungen spezialisierten Orthopäd:innen Ilka Hofmann und Dr. med. Ulrich Meergans im Rahmen einer sorgfältigen Diagnostik, Anamnese und körperlichen Untersuchung.
Millimetergenaue Steuerung an den Schmerzort
Je nach Befund führt die Ärztin eine feine Nadel direkt an ein Wirbelgelenk, nah an eine Nervenwurzel oder in den Epiduralraum (den schützenden Zwischenraum um die Rückenmarkshäute). Der moderne Bildwandler überträgt dabei Röntgenaufnahmen in Echtzeit auf einen Monitor. So lässt sich der Weg der Nadel Schritt für Schritt live verfolgen. Verabreicht wird ein örtliches Betäubungsmittel, je nach Behandlungsziel und Befund zusätzlich ein entzündungshemmendes Cortisonpräparat.
Gezielt die Schmerzursache prüfen
Die Infiltration dient jedoch nicht allein der Schmerzlinderung, sondern liefert auch wichtige diagnostische Erkenntnisse für den weiteren Therapieplan. Nach Einsetzen der Betäubung wird überprüft, wie sich die Beweglichkeit verändert. „Wenn die Beschwerden nach der Injektion nachlassen, liefert uns das einen wichtigen Hinweis auf die genaue Schmerzquelle“, erklärt Hofmann. „Am Grad der Schmerzminderung können wir ableiten, welchen Anteil beispielsweise das Facettengelenk oder die Nervenwurzel am Beschwerdebild hat. Sollte im weiteren Verlauf eine Operation im Raum stehen, hilft uns dieses Verfahren bei der präzisen Behandlungsplanung.“
Wie lange hilft eine Infiltration?
Die Dauer der schmerzlindernden Wirkung ist individuell sehr unterschiedlich und hängt stark von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Während bei chronischen Verschleißerscheinungen wiederholte Behandlungen in bestimmten Abständen sinnvoll sein können, zeigt sich bei akuten Beschwerden, wie einem frischen Bandscheibenvorfall, nach Abklingen der akuten Entzündung oftmals eine längerfristige Stabilisierung. Ob und wann eine erneute Infiltration angezeigt ist, wird stets einzelfallabhängig entschieden.
Die Wirbelsäuleninfiltrationen gehören seit vielen Jahren zum ambulanten Leistungsspektrum des MVZ. Vorab wird umfassend geklärt, ob die Behandlung geeignet ist und welche Risiken bestehen. Wichtig ist im Vorfeld die Abklärung von bekannten Allergien sowie die Einnahme blutverdünnender Medikamente, die Patienten nicht eigenmächtig absetzen sollten.