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Gürtelrose trifft nicht nur Ältere: Warum chronische Erkrankungen das Risiko erhöhen

Diabetes, Nieren- oder Herzprobleme: Dr. med. Kristina Heizenreder, Fachärztin für Innere Medizin im Helios MVZ Arthropädicum in Berlin erklärt, wer besonders aufmerksam sein sollte.

06.11.2026 Lesedauer: - Min.
Senior woman sitting on sofa with shoulder pain. Elderly woman is enduring awful ache. Old woman suffering from shoulder injury, health problem concept

Erst brennt oder kribbelt es an einer Stelle, dann kommen die Schmerzen. Wenig später zeigt sich ein Ausschlag mit kleinen Bläschen. So beginnt eine Gürtelrose häufig. Viele verbinden die Erkrankung vor allem mit älteren Menschen. Doch auch Jüngere können betroffen sein – insbesondere, wenn sie an Diabetes oder einer chronischen Nierenerkrankung leiden.

Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockenerkrankung lebenslang im Körper bleibt. Normalerweise hält das Immunsystem den Erreger unter Kontrolle. Ist die Abwehr geschwächt, kann das Virus erneut aktiv werden.

MVZ Helios Arthropädicum GmbH & Co. eGbR (vormals: Arthropädicum Dr. Meier & Kollegen)

Fachärztin für Innere Medizin

Viele wissen gar nicht, dass ihre chronische Erkrankung auch das Gürtelrose-Risiko beeinflussen kann.

Diabetes und Nierenerkrankungen als Risikofaktoren

Menschen mit Diabetes erkranken einer wissenschaftlichen Auswertung zufolge etwa 38 Prozent häufiger an Gürtelrose als Menschen ohne Diabetes. Ein Grund ist, dass die Zuckerkrankheit die körpereigene Abwehr beeinträchtigen kann. Auch das Risiko für länger anhaltende Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose ist bei Diabetes erhöht.

Ähnliches gilt für Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen. Besonders bei fortgeschrittener Erkrankung oder einer Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, kann das Risiko steigen. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden in Studien mit einem erhöhten Gürtelrose-Risiko in Verbindung gebracht.

Warnzeichen erkennen und früh behandeln

Typisch ist ein meist einseitiger Hautausschlag mit kleinen Bläschen, häufig an Brustkorb, Rücken, Bauch, Gesicht oder Hals. Oft kündigt er sich schon einige Tage vorher durch Brennen, Kribbeln oder stechende Schmerzen an. „Viele Betroffene vermuten zunächst eine Muskelverspannung oder Zerrung“, sagt Dr. Heizenreder. „Wer plötzlich ungewöhnliche, einseitige Schmerzen bemerkt, sollte diese lieber frühzeitig abklären lassen.“ Denn je eher eine Gürtelrose erkannt und behandelt wird, desto eher lässt sich der Verlauf mildern.

Mögliche Folgen sind Nervenschmerzen, die noch lange nach dem Abheilen des Ausschlags bestehen bleiben. Sie können so ausgeprägt sein, dass bereits leichte Berührungen oder Kleidung auf der Haut als schmerzhaft empfunden werden.

Auch Herz und Gefäße können betroffen sein

Weniger bekannt ist, dass eine Gürtelrose möglicherweise auch das Herz-Kreislauf-System vorübergehend belastet. Studien zeigen, dass insbesondere in den ersten Wochen nach einer Gürtelrose das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöht sein kann.

Das bedeutet keineswegs, dass Betroffene mit solchen Komplikationen rechnen müssen. Wer jedoch ohnehin Probleme mit Herz oder Gefäßen hat, sollte Kontrolltermine in dieser Zeit nicht aufschieben.