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Zurück zum Sport: Überlastungen beim Wiedereinstieg im Frühling vermeiden

Warum Beschwerden häufiger sind als Unfälle – und wie Knie, Achillessehne & Co. besser durch den Saisonstart kommen

15.04.2026 Lesedauer: - Min.
Paar beim Joggen im Park

Mit den ersten warmen Tagen zieht es viele wieder nach draußen: ob beim Joggen, Radfahren, Fußball oder dem ersten längeren Spaziergang. Gleichzeitig nehmen im Frühjahr Beschwerden am Bewegungsapparat zu, die nicht auf einen Sturz oder Zusammenprall zurückgehen, sondern auf einen zu schnellen Trainingsaufbau nach einer ruhigeren Winterzeit. Häufig betroffen sind Knie, Achillessehne, Muskeln, Fuß, Schienbein oder Rücken – Regionen, die auf neue Belastungen sensibler reagieren, als man erwartet.

Helios MVZ Mansfeld-Südharz

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Der Körper ist kein Schalter, den man von Winterpause auf Vollgas umlegt.

Sehnen, Bänder, Muskeln und Gelenkstrukturen brauchen Zeit, um sich wieder an Training und Alltagssport zu gewöhnen.

Ein guter Start muss nicht perfekt sein – nur realistisch

Im Winter sinkt bei vielen die tägliche Bewegung, und Trainingsroutinen verändern sich. Wenn im Frühling plötzlich lange Läufe, intensive Radtouren oder schnelle Richtungswechsel beim Teamsport dazukommen, kann das schnell zu viel auf einmal sein. „Das Tückische ist, dass sich Überlastungen anfangs nicht wie eine richtige Verletzung anfühlen“, erläutert Lindner. Oft beginnt es mit einem Ziehen nach dem Training, das zunächst ignoriert wird – und nach wenigen Einheiten wird daraus ein Schmerz, der Sport und Alltag gleichermaßen einschränkt.

Ein sicherer Wiedereinstieg hängt weniger vom Ehrgeiz ab als von Regelmäßigkeit und einem Tempo, das zum aktuellen Fitnessstand passt. Kurze, gut planbare Einheiten sind häufig sinnvoller als seltene lange Belastungen. Ein kurzes Aufwärmen hilft, Kreislauf und Beweglichkeit zu aktivieren, bevor Tempo oder Intensität steigen. Zusätzlich könne Stabilitätstraining über Rumpf, Hüfte und Beinmuskulatur Knie und Rücken entlasten. „Ein kleiner Kraftanteil im Wochenplan wirkt oft mehr als die nächste Tempoeinheit“, erklärt Lindner, besonders bei Lauf- und Ballsport. Gerade zu Beginn sind dabei häufigere Wiederholungen mit geringer Belastung meist sinnvoller als wenige mit hoher Intensität. Steigern lässt sich das Training dann Schritt für Schritt. Nach den Einheiten kann es außerdem hilfreich sein, die beanspruchten Muskelgruppen zu dehnen. Das kann dazu beitragen, Spannungsgefühle zu reduzieren und Muskelkater etwas abzumildern.

Schuhe, Untergrund und Alltag spielen mit

Im Frühjahr wechseln viele wieder nach draußen, laufen auf härteren Untergründen oder steigen vom Hallentraining auf Asphalt und Parkwege um. Abgelaufene Schuhe, ein schneller Wechsel des Untergrunds oder zu wenig Erholung können Beschwerden zusätzlich begünstigen. Typisch ist, dass Schmerzen nicht unbedingt während der Trainingseinheit auftreten, sondern am nächsten Tag deutlicher werden – ein Hinweis, dass der Körper mehr Zeit zur Anpassung braucht. In solchen Fällen ist es sinnvoll, die Trainingsintensität vorübergehend zu reduzieren und die Regenerationszeiten zu verlängern. Sind die Beschwerden abgeklungen, kann die Belastung schrittweise wieder gesteigert werden. Wer hingegen in den Schmerz hinein weitertrainiert, riskiert Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Bändern.

Auch wenn sich die Situation trotz Trainingspause und vorsichtiger Anpassung nicht bessert, kann eine gezielte Diagnostik helfen, die Ursache zu klären und unnötig lange Ausfallzeiten zu vermeiden. „Wer früh reagiert, verhindert oft, dass aus einer kleinen Reizung eine lange Pause wird“, so Lindner. Häufig reicht bereits eine kluge Anpassung von Belastung, Technik und Kräftigung; in manchen Fällen kann eine kurzfristige Therapie sinnvoll sein, um Entzündungsprozesse zu beruhigen.