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Diagnose Multiple Sklerose – Wenn eine chronische Erkrankung zum neuen Alltag wird

Diagnose Multiple Sklerose – Wenn eine chronische Erkrankung zum neuen Alltag wird

Aue

Multiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Als sie eines morgens ein Taubheitsgefühl in ihren Beinen verspürte, ahnte Sabine M.* noch nichts von der Diagnose, die auf sie zukommt.

Multiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Allein in Deutschland sind 240.000 Menschen betroffen und jedes Jahr kommen rund 10.000 hinzu. Als sie eines morgens ein Taubheitsgefühl in ihren Beinen verspürte, ahnte Sabine M.* noch nichts von der Diagnose, die auf sie zukommt.

Multiple Sklerose ist eine autoimmun-bedingte, chronisch-entzündliche und degenerative Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarkes, deren genaue Ursache noch nicht bekannt ist. Bei der Entstehung spielen neben genetischen Faktoren auch virale Infektionen im Kindesalter und verschiedene Umweltfaktoren eine Rolle. Sehstörungen, Schwindel, Sensibilitäts-/Sprech- und Gleichgewichtsstörungen bis hin zu Lähmungen sind übliche Symptome. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind Menschen mit MS meist junge Erwachsene. So unterschiedlich wie die Symptome, sind auch die Krankheitsverläufe der Patientinnen und Patienten. Während Multiple Sklerose bei vielen schubartig auftritt, schreitet die Krankheit bei anderen schleichend voran. Frauen erkranken 2-3-mal häufiger an MS als Männer.

Auch bei Sabine M. begann es mit Sehstörungen. Sie hat diese jedoch auf den Stress geschoben. „Ich war schon immer etwas tollpatschig, bin gegen Türrahmen gelaufen oder gestolpert“, erinnert sich die 29-jährige. „als ich dann morgens einmal mit Taubheitsgefühlen in den Beinen aufgewacht bin, fuhr ich in die Notaufnahme“. Dort tippte man zuerst auf einen eingeklemmten Nerv. Doch auch nach der Behandlung des Orthopäden wurde es nicht besser – eher schlimmer. Für die junge Frau begann eine Arztodyssee. Erst als ein anberaumtes MRT Entzündungen im Rückenmark zeigte, wurde eine Neurologin eingeschaltet. Diese überwies Sabine M. in das 2018 etablierte Multiple-Sklerose-Zentrum am Auer Helios Klinikum zu Dr. André Sykora, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Stroke Unit.  

„Aufgrund des ambulanten neurologischen Anfangsverdachts einer entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems haben wir Frau B. stationär aufgenommen, um eine umfassende Diagnostik durchzuführen. Eine Untersuchung der Liquorflüssigkeit und eine bildgebende Diagnostik des Gehirns und des Rückenmarks mittels MRT haben den Anfangsverdacht einer chronisch entzündlichen Erkrankung bestätigt", so Dr. André Sykora

So stand auch für Sabine M. nach Abschluss aller Untersuchungen die Diagnose fest: Multiple Sklerose. Für die junge Frau war die Diagnose, welche Ihr Chefarzt Sykora persönlich überbrachte, zwar zuerst ein Schock – aber es folgte auch die Erleichterung, endlich Gewissheit zu haben.  

„Zwar ist MS noch nicht heilbar, doch der langfristige Verlauf der Krankheit lässt sich mit modernen Medikamenten und individualisierten Therapien nahezu immer positiv beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen“, erklärt Dr. André Sykora. „Im letzten Jahr haben viele Menschen den Weg in ein Krankenhaus gescheut, doch Ängste vor dem Krankenhaus muss dank der bewährten Hygienekonzepte niemand haben“, so der erfahrene Neurologe. Auch Sabine M. kann das bestätigen. „Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Ich konnte immer Fragen stellen, es war immer jemand ansprechbar.“

„Unsere MS-Spezialambulanz bietet seit 2018 ein vollumfängliches Therapieangebot und eine enge Verzahnung zwischen Klinik und Ambulanz“, so Chefarzt Sykora. „So sind sowohl Behandlungen eines akuten Schubes stationär als auch die Langzeitbehandlung chronisch Erkrankter im ambulant Kontakt möglich. Unser oberstes Ziel ist es, den Menschen ein weitgehend beschwerdefreies zu ermöglichen. Hierfür arbeiten wir eng mit einer niedergelassenen MS-Spezialambulanz und dem MVZ hier am Standort zusammen.“

Auch Sabine M. kommt nun regelmäßig in die Klinik. „Ich war jetzt schon zur ersten Nachkontrolle und dort war alles gut. Es gibt keine neuen Herde und die alten sind kleiner geworden, die Therapie scheint also gut anzuschlagen.“