Kinder fragen, Ärzte antworten
Nachgefragt

Kinder fragen, Ärzte antworten

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum dein Bauch manchmal ein so lustiges Geräusch macht oder wieso du immer zur gleichen Zeit ins Bett musst? Unsere Ärztinnen und Ärzte erklären es dir.

Ich habe eine Frage …

Milla, 7 Jahre alt, möchte wissen: „Warum wächst mein Bauchnabel nicht zu und warum kann der brechen? Der ist doch ganz weich?“

Mann mit Brille in dunkelblauer Arztkleidung blickt direkt in die Kamera
Fritz Woehe, kommissarischer Chefarzt der Helios Klinik Sangerhausen | Foto: Helios

„Hallo Milla, wenn man es genau nimmt, ist der Bauchnabel eine kleine Narbe. Während der Schwangerschaft wird das Kind im Bauch der Mutter über die Nabelschnur mit Blut und Nährstoffen versorgt. Nach der Geburt wird die Nabelschnur nicht mehr benötigt, sie fällt ab, zurück bleibt der Bauchnabel.

So wirklich „brechen“ kann er auch nicht. Das sagt man nur so. Manchmal bleibt eine kleine Lücke übrig, die man dann Nabelbruch nennt. Das bedeutet aber nicht, dass etwas zerbrochen ist, sondern nur, dass ein Teil des Bauchinhaltes durch die Bauchwand kommt. Normalerweise verschließt sich diese Lücke in den ersten Lebensjahren von allein. Wenn das nicht passiert oder wenn Beschwerden auftreten, kann man diese Lücke durch eine kleine Operation verschließen“, so Fritz Woehe, kommissarischer Chefarzt in der Helios Klinik Sangerhausen.

Ich habe eine Frage …

Noah, 8 Jahre alt, fragt sich: „Warum muss ich eigentlich schlafen?“

Mann mit Brille lächelt in Kamera
Markus B. Specht, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Schlafmedizin in der DKD Helios Klinik Wiesbaden | Foto: Helios

„Hallo Noah, du weißt ja sicherlich, wie ein Auto funktioniert: Das hat einen Motor, der nur läuft, wenn man ihn regelmäßig mit Energie in Form von Benzin oder Strom versorgt. Bei uns Menschen ist das ganz ähnlich. Auch wir haben einen Motor: unsere Körperzellen, die durch den Stoffwechsel mit der Energie versorgt werden, die wir mit dem Essen und Trinken aufnehmen. Am Abend sind deine Zellen müde, weil die Energie verbraucht ist.

Während du schläfst, tankt dein Körper die Zellen wieder auf, ohne dass du das bemerkst! Ohne Schlaf wärst du tagsüber auch nach kurzer Zeit schon sehr müde und hättest gar keine Lust mehr dazu, mit deinen Freunden zu spielen. Deshalb: Freu dich jeden Abend auf deinen Schlaf, denn der sorgt dafür, dass du am nächsten Tag wieder voller Energie all die tollen Dinge erleben kannst“, erklärt Markus B. Specht, Diplom-Psychologe in der DKD Helios Klinik Wiesbaden.

Ich habe eine Frage …

Nina, 10 Jahre alt, wundert sich: „Warum bildet sich Schorf auf meinen Wunden und darf ich den wirklich nicht abkratzen?“

Mann in blauer Arztkleidung lächelt in Kamera
Dr. Nico Sartory, Klinikdirektor Notfallmedizin in der Helios HSK Wiesbaden | Foto: Helios

Dr. Nico Sartory, Klinikdirektor der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, hat die Antwort.

„Der Schorf auf einer Wunde ist ein natürliches Pflaster. Wenn du dich verletzt und aus der Wunde Blut austritt, fängt das Blut sofort an zu gerinnen. Die Blutgerinnung ist für alle Lebewesen ein ganz wichtiger Schutzmechanismus, denn dadurch verklumpen die Blutzellen und die Blutung wird gestoppt.

Wie funktioniert das? An der verletzten Stelle tritt außer den roten Blutzellen auch Blutplasma aus. Das Plasma trocknet auf der Haut und bildet eine klebrige, gelbliche Schicht. Vermischt mit den roten Blutzellen, sieht der entstehende Schorf dann rötlich-braun aus. Der Schorf sollte nicht abgekratzt werden, weil ansonsten die Wunde immer wieder geöffnet wird. Dadurch steigt die Gefahr, dass Keime eindringen und eine Entzündung auslösen. Dann dauert die Heilung noch länger. Außerdem kann dadurch die Narbe größer werden.“

Ich habe eine Frage …

Jan, 11 Jahre alt, fragt sich, „Warum bekomme ich eigentlich Muskelkater? Und wie werde ich ihn wieder los?“

Älterer Mann mit Brille in weißem Arztkittel lächelt in die Kamera
Prof. Dr. Jürgen Brand, Chefarzt des Helios Klinikum Uelzen | Foto: Helios

„Das hast du bestimmt schon erlebt: Auf dem Sportplatz hast du alles gegeben und am nächsten Morgen tun deine Beine bei jeder Bewegungweh – autsch, du hast Muskelkater! Aber wie kommt dieser Kater in deine Muskeln? Deine Muskeln bestehen aus vielen einzelnen dünnen Fasern. Beim Sport kann es passieren, dass manche dieser Fasern überdehnt werden, und so entsteht der Schmerz, dem wir diesen seltsamen Namen gegeben haben!

Aber keine Sorge: Muskelkater ist nicht gefährlich, auch wenn er uns ganz schön ärgern kann. Er regt deine Muskeln sogar zum Wachsen an! Ein Medikament gegen Muskelkater gibt es leider nicht. Deine Muskeln brauchen einfach ein paar Tage Zeit, um sich wieder zu erholen. Du kannst ihnen aber helfen, zum Beispiel mit einem warmen Bad in der Badewanne: Das warme Wasser sorgt dafür, dass sich deine Muskeln entspannen – und danach ist der Muskelkater bestimmt schon weniger schlimm, verrät Prof. Jürgen Brand aus dem Helios Klinikum Uelzen.“