Strahlentherapie und Radio-Onkologie

10 Fragen zur Strahlentherapie

10 Fragen zur Strahlentherapie

An dieser Stelle beantworten wir die zehn häufigsten Fragen zur Strahlentherapie. Sollten Sie darüber hinaus Fragen haben, wenden Sie sich gerne an unser Ärzte- und Pflegepersonal.

Ihre Ärzte, die bei Ihnen eine behandlungsbedürftige Erkrankung diagnostiziert haben, haben häufig schon mit uns Kontakt aufgenommen und Informationen mitgeteilt. Bei Patienten mit Krebs sind oft schon alle Befunde im Kreis verschiedener Experten besprochen und eine Behandlungsempfehlung festgelegt worden.

Der erste Termin bei uns dient meistens nur zur Beratung und körperlichen Untersuchung. Wir wollen uns ein möglichst gutes Bild von Ihrer Krankheitssituation machen („man behandelt keine Krankheiten, sondern Patienten“).

Manchmal sind noch weitere Untersuchungen nötig, um die genaue Art der Bestrahlung festlegen zu können. Wir besprechen dann alle Befunde und die geplante Behandlung mit Ihnen. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Wir möchten, dass Sie gut informiert sind und verstehen können, was wir Ihnen empfehlen. Bitte bringen Sie zu diesem Termin gern auch nahe Angehörige mit. Es gilt aber immer: Ob und wieviel Ihre Angehörigen mithören und erfahren, entscheiden Sie.

Meistens wird die Strahlentherapie ambulant durchgeführt, mit Terminen einmal täglich an allen Werktagen. Vor der eigentlichen Strahlentherapie sind noch ein bis zwei Termine zur Vorbereitung (Bestrahlungsplanung) nötig. Die Bestrahlungen selbst gehen schnell (pro Tag etwa 15 bis 30 Minuten, davon etwa 1-2 Minuten echte Bestrahlungszeit).

Das Standardverfahren ist eine Bestrahlung von außen mit einem Linearbeschleuniger (sog. externe Strahlentherapie); mehr als 95% aller Patienten werden so behandelt. Andere Verfahren, die je nach Erkrankungssituation sinnvoll sind, sind Brachytherapie („Bestrahlung von innen“) oder die stereotaktische Strahlentherapie (Radiochirurgie, Hochpräzisionsbestrahlung).

Bei der Standardbestrahlung (externe Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern) sind je nach Erkrankung meistens 25 bis 30 ambulante Termine erforderlich, jeweils einmal täglich an Werktagen. Die Anzahl der Bestrahlungen wird genau berechnet und kann auch mal weniger oder mehr sein. Die gesamte Strahlenbehandlung dauert durchschnittlich also etwa fünf bis sechs Wochen (mindestens zwei, maximal acht Wochen). Die Bestrahlungen selbst gehen schnell (pro Tag etwa 15 bis 30 Minuten, davon etwa 1–2 Minuten echte Bestrahlungszeit).

Eigentlich gar nichts. Die normale Strahlenbehandlung soll Ihren Alltag nicht oder möglichst wenig beeinträchtigen. Es gibt keine Einschränkungen. Wichtig: Hautmarkierungen (sie dienen zur exakten Positionierung während der Bestrahlung) bitte nicht verändern und auch nicht abwischen; sie werden mit einem durchsichtigen Duschpflaster beklebt, so dass sie beim Duschen und Waschen nicht verschwinden. Normale Körperpflege ist also gut möglich.

In der Regel ja. Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit bestehen aber bei Bestrahlungen des Gehirns (in diesen Fällen dürfen Sie nicht selbst fahren) und wenn bestimmte Medikamente eingenommen werden. Unabhängig davon kann aber manchmal Müdigkeit auftreten (als Folge der Erkrankung und/oder der Behandlung), und es ist aus ärztlicher Sicht dann nicht sinnvoll, dass Sie selbst Auto fahren. Die Fahrtkosten zur Therapie werden im Regelfall von den Krankenkassen erstattet; eine entsprechende Bescheinigung (Kostenübernahmebestätigung der Krankenkasse) erhalten Sie von unseren Ambulanzmitarbeitern. Auf dieser muss Ihre Kasse die Übernahme der Fahrtkosten bescheinigen.

Andere Behandlungen (z.B. Physiotherapie, Lymphdrainage) können fortgeführt werden. Spezielle Medikamente sind wegen der Bestrahlungen meistens nicht erforderlich (manchmal aber wegen gleichzeitiger Chemotherapie). Eine Dauermedikation (z.B. bei Bluthochdruck oder Herzkrankheiten) soll unverändert fortgeführt werden.

Bitte informieren Sie uns aber über parallel durchgeführte Behandlungen und die Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen.

Natürlich. Jede Behandlung birgt ein Risiko. Am Ende der mehrwöchigen Bestrahlung (oder in der Woche danach) treten fast immer vorübergehende Reaktionen an Haut und Schleimhäuten im Bestrahlungsfeld auf (z.B. Hautrötung, ähnlich wie ein Sonnenbrand); diese Reaktionen sind aber harmlos und klingen spontan innerhalb von zwei bis drei Wochen nach Ende der Bestrahlung ab. Langzeitfolgen der Behandlung sind selten. Objektiv gilt: Von den in der Krebsbehandlung eingesetzten Verfahren ist die Strahlentherapie eine der risikoärmsten Therapien. Eine Bestrahlung ist auch bei älteren Patienten oder Patienten mit Begleiterkrankungen möglich, die eine Operation oder Chemotherapie gar nicht mehr vertragen würden. Die meisten Patienten vertragen die Strahlentherapie gut.

Nein. Die Bestrahlung ist nur örtlich wirksam. Radioaktivität im Körper entsteht nicht; der Patient ist strahlungsfrei. Sie können Ihren Partner, Ihre Kinder und Enkelkinder also ohne Sorgen in den Arm nehmen (Ausnahme: Seeds-Behandlung bei Prostatakrebs).

Das Helios Universitätsklinikum Wuppertal bietet eigentlich alle Behandlungsmethoden an. Neben der als Standard-Strahlentherapie anzusehenden 3D-Konformationsbestrahlung führen wir je nach Krankheitsbild routinemässig die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) durch, wenn sinnvoll in Rapid Arc- bzw. VMAT-Technik. Wir sind zusätzlich spezialisiert auf Präzisionsbestrahlungen (Stereotaktische Bestrahlung oder Radiochirurgie) oder besonders aufwändige Strahlenbehandlungen wie Atem-Gating-Techniken (z. B. Strahlentherapie in kontrolliertem Atemstillstand, die man bei linksseitigem Brustkrebs zur Senkung der Strahlendosis am Herzen einsetzt) und Brachytherapie (Kontaktbestrahlung „von innen“, z. B. bei Gebärmutterkrebs).

Auch für Kombinationsbehandlungen, d.h. Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie sind wir gut ausgerüstet.

Die parallele Chemotherapie kann stationär auf unserer eigenen Bettenstation oder ambulant in Kooperation mit unseren onkologischen Partnern (Onkologische Ambulanz direkt im Hause oder Ihr bekannter Onkologe) erfolgen. Dies wird mit Ihnen und unseren onkologischen Partnern vorab besprochen.