Schweiß und Qualen  an steilen Anstiegen
Mit dem Rad über die Alpen

Schweiß und Qualen an steilen Anstiegen

Bei der Arbeit hilft Physiotherapeut Björn Wiesijahn Schwerstkranken auf der Intensivstation im Helios Hanseklinikum Stralsund wieder auf die Beine. Auch privat steht bei ihm Bewegung im Mittelpunkt: Mit drei Freunden hat er mit dem Rennrad die Alpen überquert. 600 Kilometer und 13.000 Höhenmeter. Eine Woche voller Schweiß, Muskelkater und steiler Pässe.

"Wir haben uns mehrere Monate vorbereitet. Dazu gehört natürlich das Training, aber auch die detaillierte Organisation“, sagt Björn Wiesijahn. Das hieß im Vorfeld: vier bis fünf Mal die Woche eine Trainingseinheit, wöchentlich 350 Kilometer, ein speziell abgestimmter Ernährungsplan. „Das war schon die erste Herausforderung“, verrät der 41-Jährige.

Die Reise begann im Wohnmobil von Stralsund nach Walchensee bei Garmisch. Das „Versorgungsfahrzeug“ haben sie auf der gesamten Tour täglich abwechselnd gefahren. „So hatten wir immer alles dabei: Werkzeug, Kleidung, Essen und einen Schlafplatz“, sagt Björn Wiesijahn. Von Walchensee ging es nach Umhausen, von dort in vier Stunden weiter über das Timmelsjoch nach Meran und dann über das Stilfser Joch nach Bormio. Danach über den Gaviapass nach Cevo und anschließend nach Anfo. Die finale Etappe endete am Gardasee. Die Reise führte sie vorbei an meterhohen Schneebergen und durch heftige Hagelschauer. Doch die wunderschönen Landschaften seien jede schmerzhafte Kurbelumdrehung wert gewesen.

Dem Physiotherapeuten haben es besonders die Anstiege angetan. „Abfahrten machen unglaublich viel Spaß. Wir sind teilweise mit über 100 Sachen die Pässe runter und so manchem Porsche davongefahren“, sagt er schmunzelnd. „Doch die Qualen an den Anstiegen machen den besonderen Reiz aus. Das ist einfach nur geil!“ Was er von der Tour für seine Patienten in Stralsund mitnimmt? „Niemals aufgeben.“