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Prostatabiopsie: Wie die Untersuchung abläuft und was Sie wissen sollten

Eine Prostatabiopsie ist für viele Männer ein ungewohnter und oft auch verunsichernder Schritt. Gleichzeitig gilt: Sie ist die zuverlässigste Methode, um sicher festzustellen, ob Prostatakrebs vorliegt. Wir erklären, wie eine Prostatabiopsie abläuft, welche Verfahren es gibt und was Sie vor und nach dem Eingriff beachten sollten.

08.06.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinisch geprüft von Chris Protzel
Joyful old man sitting on hospital bed and chatting with doctor
Inhaltsverzeichnis

Die 5 wichtigsten Informationen zur Prostatabiopsie

  1. Eine Prostatabiopsie ist die einzige Methode, um Prostatakrebs sicher nachzuweisen.
  2. Der Eingriff dauert oft nur wenige Minuten und erfolgt häufig ambulant.
  3. Die Untersuchung wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
  4. Häufige Nebenwirkungen sind in der Regel harmlos und vorübergehend, zum Beispiel Blut im Urin.
  5. Schwere Komplikationen sind selten, sollten aber frühzeitig ärztlich abgeklärt werden.

Was ist eine Prostatabiopsie?

Bei einer Prostatabiopsie werden kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen und im Labor untersucht. Ziel ist, sicher festzustellen, ob Krebszellen vorliegen und – wenn ja – wie aggressiv der Tumor ist. Damit bildet die Biopsie die Grundlage für alle weiteren medizinischen Entscheidungen.

Wann wird eine Prostatabiopsie durchgeführt?

Eine Biopsie wird in der Regel dann empfohlen, wenn vorherige Untersuchungen, etwa ein erhöhter PSA-Wert oder auffällige MRT-Befunde, einen konkreten Verdacht ergeben haben. Auch unter bestimmten Behandlungsstrategien wie der aktiven Überwachung eines Prostatakarzinoms sind Kontrollbiopsien erforderlich.

Worauf sich der Verdacht auf ein Prostatakarzinom gründet und wie er abgeklärt wird, dazu lesen Sie mehr in unserem Beitrag „Diagnose von Prostatakrebs“.

Wie läuft eine Prostatabiopsie ab?

Die Prostatabiopsie erfolgt meist ambulant und dauert nur wenige Minuten. Während des Eingriffs werden mit feinen Nadeln mehrere kleine Gewebeproben entnommen. Die Entnahme erfolgt unter Ultraschallkontrolle. Wurde im Vorfeld bereits ein MRT durchgeführt, können auffällige Bereiche gezielt untersucht werden. Die Untersuchung wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. In bestimmten Fällen, zum Beispiel nach Voroperationen oder bei einem sehr engem Enddarm, kann auch eine Sedierung (Dämmerschlaf) oder kurze Narkose sinnvoll sein.

Welche Verfahren gibt es bei der Prostatabiopsie?

Es gibt unterschiedliche Methoden der Gewebeentnahme:

  • Standardbiopsie (ultraschallgesteuert): Hier werden über den Enddarm systematisch Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata entnommen.
  • MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie: Bei dieser Methode werden MRT-Bilder mit Ultraschall kombiniert. Auffällige Bereiche können dadurch gezielt untersucht werden. Das Ziel ist eine genauere Probenentnahme sowie eine bessere Erkennung klinisch relevanter Tumoren.

Der Zugang zur Prostata kann über den Enddarm (transrektal) oder über den Damm (transperineal) erfolgen. Welche Methode gewählt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird individuell entschieden.

Tut eine Prostatabiopsie weh?

„Viele Männer befürchten Schmerzen durch die Prostatabiopsie. Durch die örtliche Betäubung ist die Untersuchung in der Regel gut auszuhalten. Sie wird häufig als ungewohnt, aber nicht als stark schmerzhaft beschrieben“, sagt Prof. Dr. med. Chris Protzel, Chefarzt Urologie in den Helios Kliniken Schwerin.

Ein leichtes Druckgefühl oder kurze Reize während der Probenentnahme sind möglich.

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Nach der Prostatabiopsie: Mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise

Die Prostatabiopsie ist ein sicheres und etabliertes Verfahren. Dennoch kann es, wie bei jedem medizinischen Eingriff, zu vorübergehenden Beschwerden kommen.

Welche Beschwerden sind nach einer Prostatabiopsie normal?

Häufige, meist harmlose Nebenwirkungen sind:

  • Blut im Urin
  • Blut in der Samenflüssigkeit
  • leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl im Beckenbereich
  • Blutungen aus dem After

Diese Nebenwirkungen klingen in der Regel nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Blutbeimengungen in der Samenflüssigkeit können mitunter auch etwas länger sichtbar sein, ohne dass das besorgniserregend ist.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

In seltenen Fällen kann es zu schwereren Komplikationen kommen, insbesondere zu Infektionen. Achten Sie auf Warnzeichen wie:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke oder zunehmende Schmerzen
  • Probleme beim Wasserlassen
  • ausgeprägte Blutungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang

Treten diese Beschwerden auf, sollten Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Eine frühzeitige Abklärung hilft, mögliche Komplikationen schnell und gezielt zu behandeln.

Was sollte ich nach der Biopsie beachten?

Unabhängig davon, ob Beschwerden auftreten oder nicht, können Sie selbst dazu beitragen, den Heilungsverlauf zu unterstützen. Im Allgemeinen gilt in den ersten Tagen nach Eingriff:

  • ausreichend trinken
  • körperliche Schonung von ein bis zwei Tagen
  • anstrengende körperliche Belastungen wie Sport oder schweres Heben sollte ca. fünf Tage vermieden werden
  • Warnzeichen wie Fieber ernst nehmen

„Die meisten Männer können bereits nach wenigen Tagen wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Im Zweifel gilt: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind“ sagt Professor Protzel.

Helios Kliniken Schwerin

Chefarzt Urologie

Die meisten Männer können bereits nach wenigen Tagen wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren. Im Zweifel gilt: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.

FAQ

Der Eingriff dauert meist nur 10 bis 20 Minuten. Er wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Die Untersuchung der Gewebeproben im Labor dauert in der Regel einige Tage bis etwa eine Woche.

Die meisten Männer können nach ein oder zwei Tagen wieder arbeiten gehen. Bei körperlichen schweren Tätigkeiten ist meist eine etwas längere Ruhephase sinnvoll.  

Es wird empfohlen, für fünf bis sieben Tage auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin informiert Sie im Vorfeld. Häufig gehört zur Vorbereitung, bestimmte Medikamente anzupassen (Blutverdünner), ein Antibiotikum einzunehmen oder nüchtern zur Untersuchung zu erscheinen, wenn eine Narkose geplant ist. 

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