Selbsthilfeinitiative Leben mit Krebs

Selbsthilfeinitiative Leben mit Krebs

Mit der Selbsthilfeinitiative Leben mit Krebs möchten wir ein Angebot machen, das dort ansetzt, wo die ebenso notwendige Arbeit der regionalen Selbsthilfegruppen an ihre Grenzen stößt. Hier kommen Sie mit uns und anderen Betroffenen ins Gespräch.

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Hier downloaden! In unserem Info-Flyer haben wir alle wesentlichen Aspekte kurz und knapp für Sie zusammengefasst. Er enthält auch die ersten Termine der Selbsthilfeinitiative Leben mit Krebs.

Unsere Selbsthilfeinitiative stellt sich vor

Eine Krebserkrankung erschüttert Betroffene und ihre Angehörigen körperlich und seelisch und wirft sie aus der gewohnten Bahn.  Die Diagnosestellung wird von vielen Menschen als traumatisch erlebt, da sie noch immer im Grunddenken eine schlechte Prognose und ein qualvolles Leiden bis in den Tod beinhaltet. Der Mensch wird aus normalen Abläufen und Rhythmen herausgerissen, befindet sich plötzlich in völliger Abhängigkeit vom Gesundheitssystem. Körperliche Symptome der Krankheit oder Begleiterscheinungen einer belastenden onkologischen Krebsbehandlung schränken ein. Ängste, Verunsicherung und eine Vielzahl von Fragen prägen den Alltag und überschatten die persönlichen Beziehungen und die Lebensgestaltung. Die Kontakte im familiären Umfeld sind belastet durch die Fokussierung auf die onkologische Erkrankung, die Angst vor dem Verlust des Familienmitgliedes oder einem Rezidiv beherrschen die Gespräche. Beziehungen zu Freunden oder Arbeitskollegen haben sich verändert oder gingen verloren. Körperliche Einschränkungen durch die Erkrankung oder die Folgen der notwendigen Therapie können die Rückkehr in den gewünschten „normalen Alltag“ erschweren. Oft führen diese Erfahrungen oder auch Erschütterungen zu psychischen Krankheiten, die sich oft erst im Verlauf einer onkologischen Erkrankung herausbilden, häufig sogar erst nach Abschluss der eigentlichen onkologischen Therapie, nämlich erst dann, wenn das gesicherte System der regelmäßigen Arztkontakte und Behandlungen verlassen wird und sich der Mensch im angeblich normalen Alltag wiederfindet, der sich aber völlig verändert hat.

Wir arbeiten seit Jahren mit Menschen, die eine onkologische Erkrankung hinter sich haben oder Angehörige sind. Wir wissen um die vielfältigen Belastungen und Einschränkungen und trotz einer sich immer weiter verbessernden psychoonkologischen Versorgung sehen wir viele Betroffene, die keine Hilfe erhalten haben oder nur unzureichend. Wir möchten deshalb die Selbsthilfeinitiative „Leben mit Krebs“ starten. Wir möchten über die Probleme und Folgen, aber auch über die möglichen Unterstützungen informieren und mit Ihnen dafür Sorge tragen, dass sich dieses gemeinsame Wissen verbreiten kann und jeden anspricht, denn viele Betroffene sind allein gelassen und werden durch bereits bestehende Angebote nicht erreicht.

 

Wer sind wir?

Seit fast 5 Jahren bieten wir an der Klinik Schwedenstein eine psychoonkologische Begleitung an. Die Nachfrage ist immer mehr gestiegen, so dass inzwischen 3 Psychoonkologen bei uns arbeiten und ein spezialisiertes Angebot für die Patienten entwickelt wurde. Sehr wichtig ist es uns, dass wir nicht nur die Patienten erreichen, die selber an Krebs erkrankt sind oder waren, sondern v.a. auch deren Angehörige. Diese sind häufig ähnlich schwer bzw. sogar schwerer belastet als der Erkrankte selber. Inzwischen sind 50 % der Patienten auf den dafür spezialisierten Stationen als Angehöriger bei uns, die anderen 50% sind selbst an Krebs erkrankt oder vereinen in sich die eigene Erkrankung und die Erkrankung im familiären Umfeld. Und wir wissen, dass nur maximal ein Drittel davon je ein Angebot zur psychoonkologischen Unterstützung erhalten hat und nur wenige davon dieses Angebot angenommen haben. Zwei Drittel der Menschen erreichte die Information über diese Behandlungsmöglichkeiten nicht. Als Folge der durchgemachten Ereignisse und der fehlenden Begleitung leiden viele Menschen z.B. unter Depressionen. Wir finden, dass darf nicht übersehen werden und möchten uns deshalb aktiv und so direkt und einfach wie möglich an die Betroffen, an Sie wenden.

 

Was wollen wir?

Mit kurzen und unkomplizierten Vorträgen möchten wir die Anwesenden informieren und zu einem regen Austausch inspirieren. Dazu laden wir zusätzliche Referenten aus verschiedenen Berufsgruppen ein und bieten durch diese Themenvielfalt einen großen Bereich an Informationen an.  Wir möchten Sie miteinander und mit uns ins Gespräch bringen.

 

Mögliche Themen sind

• Schwerstarbeit – Krankheitsverarbeitung bei Krebs – Wer hilft mir dabei?

• In meiner Familie lebt ein Krebspatient! Wie geht es mir damit?

• Wie und mit wem spreche ich über Krebs?

• Ich habe den Krebs überlebt und trotzdem ist alles anders

• Diagnoseschock Krebs - Warum ich? Warum gerade jetzt? Was wird aus meiner Familie? Werde ich stark genug sein, um das alles zu überstehen?

• Körper und Krebs

• Zurück in den Alltag – Mein Leben nach dem Krebs

• Partnerschaft und Krebs

• Rezidiv - Angst

• Wie spreche ich mit meinen Kindern über Krebs

• Nun ist alles vorbei – Die Angst vor dem Tod

• Bewegung und Sport und Krebs

• Schmerz und Krebs

• Ernährung und Krebs

• Erschöpfung (Fatigue) und Krebs

• Depression und Krebs

• Trauer und Verlust – Trauern Männer anders als Frauen?

• Trauma und Krebs

• Krebs im Freundeskreis – Wie sage ich es den anderen?

• Wo bekomme ich Hilfe?  – Behördengänge, Beratungsstellen

• Umgang mit Stress – Diagnose und Behandlung sind Stressoren

• Umgang mit Sexualität bei Krebserkrankungen

• Spirituelle Unterstützung – besonders oder anders bei Krebserkrankten?

• Palliative Unterstützung – Wenn Krebs nicht mehr geheilt werden kann

• Krebs in anderen Kulturen

• Suizidalität bei Krebs

• Tiergestützte Begleitung

Unterstützende Berufsgruppen sind:

Psychologen, Ärzte, Sozialdienstmitarbeiter, Ergotherapeuten, Pflegedienstmitarbeiter, Sport- und Bewegungstherapeuten, Ernährungsberater, und Physiotherapeuten.

Termine

Schwerstarbeit - Krankheitsverarbeitung bei Krebs. Wer hilft mir dabei?

  • Montag, 29.10., 13.00 - 14.00 Uhr (Frau Dr. Böttcher)

In meiner Familie lebt ein Krebspatient! Wie geht es mir damit?

  • Montag, 12.11., 16.00 - 17.00 Uhr (Frau Dr. Böttcher)

Ich habe den Krebs überlebt und trotzdem ist alles anders

  • Mittwoch, 28.11., 9.00 - 10.00 Uhr (Frau Mayer)

Wie uns mit wem spreche ich über Krebs?

  • Montag, 10.12., 13.00 - 14.00 Uhr (Herr Kroll)