Hängt gute Krankenhaushygiene von guter Reinigung ab?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Krankenhauskeime fast immer über die Hände und seltener über kontaminierte Oberflächen übertragen werden. Krankenhaushygiene hat also nur indirekt mit guter Reinigung zu tun.

Oft wundern sich Patienten oder Angehörige über eine vermeintlich nachlässige Reinigung, etwa wenn eine Reinigungskraft ohne Wasser wischt oder nur mit einem feuchten Tuch Flächen reinigt. Dabei läuft die Reinigung im Krankenhaus bedeutend professioneller als der normale Hausputz ab.

 

Ein Fakten-Check:  

  • Die Reinigung  der Patienten-Bereiche im Krankenhaus ist grundsätzlich desinfizierend, d.h. dem Wasser wird ein Desinfektionsmittel beigemischt.
  • Die Wischbezüge („Mopps“) für die Fußbodenreinigung sind mit einem Reinigungskonzentrat vorgetränkt. Dieses Reinigungsmittel hat eine sehr kurze Einwirkzeit. Jeder Wischmopp reicht genau für ein Patientenzimmer und wird anschließend in der Waschmaschine gewaschen. Für das Badezimmer wird ein zusätzlicher Mopp genutzt, auch hier gilt: pro Badezimmer nur ein Mopp!
  • Farbsystem: Für das Badezimmer nutzen wir Tücher in drei unterschiedlichen Farben: rot für das WC, gelb für Fliesenwände und Wachbecken, blau für Oberflächen im Patientenzimmer.
  • Mithilfe einer speziellen Falttechnik, die unsere Mitarbeiter in der Reinigung üben, nutzen wir alle Seiten eines Reinigungstuchs – eine neue, ungenutzte Seite pro Fläche. Auch die Reinigungstücher werden immer nur in einem Patientenzimmer genutzt und anschließend gewaschen. Das heißt: Eine Keimverschleppung in ein anderes Zimmer kann nicht stattfinden. In einem mittelgroßen Klinikum kommen am Tag etwa 2.000 Wischmopps und 2.500 Reinigungstücher zum Einsatz – pro Patientenzimmer jeweils nur ein Set. Nach einmaligem Gebrauch werden sie in einer Industriewaschmaschine mit antibakteriellem Waschmittel hygienisch aufbereitet.

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