Keimkunde - nähere Informationen zu bekannten multiresistenten Keimen

In unserem HygieneEinblick dokumentieren wir für jede Akutklinik das Auftreten der drei wichtigsten Erreger-Gruppen MRSA, VRE und MRGN ist. Aber was zeichnet diese Gruppen eigentlich aus?

MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)

Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen fast überall vor: bei 25 bis 30 Prozent aller Menschen auf der Haut oder in den oberen Atemwegen. Sie finden sich aber auch auf Haut und Schleimhaut warmblütiger Tiere und sogar in Nahrungsmitteln und Gewässern.  

Normalerweise sind diese Bakterien harmlos. Sie können aber resistent (unempfindlich) gegen Methicillin und viele andere Antibiotika werden. Wenn sie über Wunden oder Schleimhäute in den Körper gelangen, können sie dann Infektionen verursachen, die infolge der zu Beginn der Infektion unbekannten Antibiotika-Resistenz einen schweren Verlauf nehmen.  

MRSA kommen dort vor, wo häufig Antibiotika eingesetzt werden, vor allem in Krankenhäusern. In Deutschland ist ungefähr ein Fünftel aller in Krankenhäusern untersuchten Staphylococcus aureus-Bakterien multiresistent.

 

VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken)

Enterokokken kommen im Verdauungstrakt von Menschen, verschiedenen Säugetieren, Reptilien, Fischen und Vögeln vor und sind zunächst harmlos. Sie können aber eine Resistenz gegenüber dem Reserveantibiotikum Vancomycin entwickeln. 

Als Krankheitserreger führen Vancomycin-resistente Enterokokken vor allem bei abwehrgeschwächten Menschen zu schweren Infektionen. Durch viele weitere Antibiotika-Resistenzen sind die Therapiemöglichkeiten bei Infektionen mit VRE sehr eingeschränkt, was diese Erreger im Krankenhaus äußerst gefährlich machen kann.

 

MRGN (multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien)

MRGN-Bakterien sind eine Sammelbezeichnung für eine große Gruppe verschiedener Bakterien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Zu dieser Gruppe gehören Darmbakterien wie Klebsiella pneumoniae oder Escherichia coli und andere Keime wie Acinetobacter baumannii oder Pseudomonas aeruginosa. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind resistent, also unempfindlich gegen häufig eingesetzte Antibiotika.  

Unterschieden werden Bakterien, die gegen vier (4MRGN) oder gegen drei (3MRGN) bestimmte Gruppen von Antibiotika unempfindlich sind. Die Keime können an unterschiedlichen Orten nachgewiesen werden: im Magen-Darm-Trakt von Mensch und Tier, auf der Haut, im Nasen-Rachenraum oder auch in und auf rohen Lebensmitteln.  

Resistente Bakterien treten besonders häufig dort auf, wo häufig Antibiotika verwendet werden. Deshalb sind sie in den letzten Jahren zunehmend ein Problem in Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken geworden. Sonst gesunde Menschen schützt ihr Abwehrsystem vor einer Erkrankung. Eine Behandlung wird erst notwendig, wenn MRGN-Bakterien etwa von der Haut oder aus dem Darm in Wunden oder in die Blutbahn gelangen und eine Infektion auslösen. Die Bakterien können übertragen werden, meistens durch ungewaschene Hände, aber auch über Lebensmittel.

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