World Restart a Heart Day – Reanimation in Zeiten von Corona © Foto: I-Stock 1141232569

World Restart a Heart Day – Reanimation in Zeiten von Corona

Hünfeld

Prüfen – Rufen – Drücken: Wer sofort hilft, kann Menschenleben retten. Der World Restart a Heart Day macht am 16. Oktober auf ein wichtiges Thema aufmerksam: der plötzliche Herzstillstand und die lebensrettende Erste Hilfe. Auch in Zeiten von Corona sollte die Wiederbelebung durchgeführt werden – allerdings unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen. Wie die Reanimation genau abläuft, erklärt Isabel Stelzer, Oberärztin der Inneren Medizin an der Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld.

Jeder Mensch kann einen plötzlichen Herzstillstand erleiden. Wichtig ist, dass umgehend überlebenswichtige Sofortmaßnahmen erfolgen, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Ersthelfer sollten sich also nicht scheuen und im Notfall sofort mit der Ersten Hilfe beginnen. „Alles was man benötigt, um ein Leben zu retten, sind zwei Hände“, sagt Isabel Stelzer, Oberärztin der Inneren Medizin an der Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld, die auch Notärztin ist. „Leider haben Laien häufig Angst, bei der Wiederbelebung etwas falsch zu machen. Doch der einzige Fehler ist, nichts zu tun.“ Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen schützen vor einer SARS-CoV-2-Infektion. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu mindern, sei es wichtig, eine Maske zu tragen und sich nach der Reanimation die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, so Stelzer. Sie rät, den Mund des Betroffenen zudem mit einem luftdurchlässigen Tuch oder einem Mund-Nasen-Schutz zu bedecken.

 

Im Notfall richtig handeln
Die Formel „Prüfen – Rufen – Drücken“ gilt auch während der Corona-Pandemie, doch die einzelnen Schritte wurden etwas angepasst. Fehlt bei einer bewusstlosen Person die Reaktion auf Ansprache und Berührung, erfolgt die Kontrolle der Atmung. Diese Kontrolle beschränkt sich auf das Beobachten des Brustkorbs – und nicht wie bisher, indem der Helfer sein Ohr unmittelbar an Mund und Nase des Patienten hält. Auch auf ein Überstrecken des Nackens oder Öffnen des Mundes, um eine Atemwegsverlegung zu überprüfen, kann im Sinne des Schutzes vor Infektionen verzichtet werden. „Sind keine Bewegungen erkennbar, kann man davon ausgehen, dass der Betroffene nicht atmet. Dann sollte sofort unter 112 der Rettungsdienst alarmiert werden“, erklärt die Notärztin. Anschließend müsse unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. „Im Rahmen der Wiederbelebung durch Laien wird beim Erwachsenen bereits seit 2015 die Beatmung generell nicht mehr empfohlen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist eine dauerhafte Herzdruckmassage auch in Zeiten von Corona der entscheidende Faktor, um die Überlebenschance zu verbessern“, so Stelzer. Diese erfolgt mit einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute und einer Drucktiefe von fünf bis sechs Zentimeter. Die Notärztin und Internistin hat dazu noch einen besonderen Tipp: „Die Lieder ‚Staying Alive‘ von den Bee Gees oder ‚Yellow Submarine` von den Beatles entsprechen dem richtigen Rhythmus einer Herzdruckmassage. Am besten summt man eines davon im Kopf mit, um das richtige Tempo automatisch beizubehalten.“

 

Wiederbelebung von Kindern
Bei Kindern, die wiederbelebt werden müssen, spielt die Beatmung eine ganz besondere Rolle. „Das liegt daran, dass bei Kindern meist zuerst die Atmung ausfällt und es infolgedessen zum Kreislaufstillstand kommt. Somit enthalten Lunge und Blut nicht mehr ausreichend Sauerstoff, weshalb dieser zugeführt werden muss“, erklärt die Oberärztin. Der Nutzen einer Beatmung ist für die Überlebenschance der Kinder als deutlich höher einzustufen. „Weil es sich in vielen Fällen um die eigenen Kinder handelt, ist ein Infektionsrisiko für den Ersthelfer überschaubar. Daher wird dieser nicht zögern, die Beatmung durchzuführen“, sagt Stelzer.

 

Der World Restart a Heart Day findet seit 2018 unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) sowie des Deutschen Rates für Wiederbelebung immer am 16. Oktober statt. Ziel ist es, weltweit so viele Menschen wie möglich in Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen.

 

Dieses Ziel verfolgt auch die Kampagne #ichrettedeinleben, die neben vielen anderen Förderern auch durch Helios unterstützt wird. Sie begleitet eine Petition für die bundesweit verpflichtende Einführung von Unterricht in Wiederbelebung für jedes Kind spätestens ab der siebten Klasse, damit Leben retten so selbstverständlich wird wie Fahrrad fahren oder schwimmen. Unter www.ichrettedeinleben.de kann man die Petition unterzeichnen, um das Thema über die Öffentlichkeit in die Politik und damit in alle Schulen zu bringen.


 

 

Pressekontakt:

Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld

Gudrun Käsmann

Leitung Unternehmenskommunikation/Marketing

Telefon: (06652) 987-691

E-Mail: gudrun.kaesmann@helios-gesundheit.de

 



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