Wenn der Rücken schlapp macht
Pressemitteilung

Wenn der Rücken schlapp macht

Leisnig

Was gegen Rückenschmerzen hilft, erklärt Siegmar Knauer von der HELIOS Klinik Leisnig im Gespräch. Eine Operation ist dabei immer die letzte Lösung.

Was gegen Rückenschmerzen hilft, erklärt Siegmar Knauer von der HELIOS Klinik Leisnig im Gespräch. Eine Operation ist dabei immer die letzte Lösung.

Steifer Hals, verspannte Schultern, Druckgefühl  auf  der  Wirbelsäule - wie sich Rückenschmerzen anfühlen, das wissen die meisten Menschen.  Laut  Statistiken leiden mindestens acht von zehn Deutschen mindestens einmal im Leben an der Crux mit dem Kreuz. Dipl.-Med. Siegmar Knauer, Oberarzt im Department für Wirbelsäulenchirurgie der HELIOS Klinik Leisnig, erklärt im Gespräch, warum so viele Menschen Rücken haben und eine Operation nicht immer der sinnvollste Weg gegen Rückenschmerzen ist.

Herr Knauer, bis zu 80 Prozent der Deutschen leiden zumindest hin und wieder unter Rückenschmerzen. Warum betrifft das so viele?

Oft ist ein gestörtes Zusammenspiel zwischen Muskeln und dem Knochengerüst verantwortlich. Ein Auslöser kann zum Beispiel die beruflich bedingte ungleichmäßige Belastung der Muskulatur sein. Häufig sieht man das bei Menschen, die nahezu den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen und sich wenig bewegen. Hinzu kommen aber auch Verschleißerscheinungen des Alters, die ebenfalls Schmerzen verursachen können. Außerdem gibt es auch viele Fälle, wo wir keine organischen Ursachen für die Beschwerden finden.

Knapp 20 Prozent der Betroffenen mit Rückenschmerzen klagen über chronische Schmerzen. Was kann man für diese Patienten tun?

Bei diesen Schmerzpatienten müssen wir verschiedene Faktoren im Blick haben, die mentalen Gegebenheiten einbeziehen. So können sich zum Beispiel bei Stress die Muskeln so sehr verspannen, dass im Gehirn ein Dauersignal ankommt, was als Schmerz identifiziert wird. Auf diese Bedrohung  reagiert das Gehirn mit dem Befehl „anspannen“ und irgendwann sind die chronischen Rückenbeschwerden vorprogrammiert – ein Teufelskreis. Das heißt aber auch, dass man bei chronischen Rückenschmerzen nach anderen Ansätzen suchen muss. Eine Operation bringt dann nicht immer ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Wann ist dann bei Rückenbeschwerden eine Operation wirklich nötig?

Zunächst versuchen wir immer die konservativen Therapien auszuschöpfen. Aber es gibt ganz offensichtliche Warnzeichen – wir Mediziner sprechen von „red  flags“ – die einen chirurgischen Eingriff manchmal unumgänglich machen. Das können Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen sein oder auch neurologische Ausfälle wie Harn- und Stuhlinkontinenz. Außerdem gibt es Notfälle wie instabile Brüche oder  Tumorerkrankungen,  bei  denen eine Operation ebenfalls nötig ist.

Zum Thema Rückenschmerzen findet am Mittwoch, 13. April, eine Mittwochsvorlesung in der HELIOS Klinik Leisnig statt. Oberarzt Siegmar Knauer und sein Kollege Dr. Thomas Amtmann erklären dabei „Das Kreuz mit dem Kreuz – Volkskrankheit Rückenschmerzen“. Anschließend stehen sie für Fragen der Besucher zur Verfügung. Los geht es um 17 Uhr im Saal HELIOS 1, im 4. Obergeschoss des Hauses A. Der Eintritt ist frei.


Pressekontakt:
Robert Reuther
Telefon:    +49 34 321 8 132
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robert.reuther@helios-gesundheit.de