Wenn das Wort im Mund zerbricht
Pressemitteilung

Wenn das Wort im Mund zerbricht

Erfurt

Welttag des Stotterns: Logopäde Steffen Elze gibt Einblick in seine Arbeit

Erfurt. Wer kennt das nicht: Man steht vor einem Publikum und soll einen Vortrag halten. Doch vor Aufregung kommen die Wörter nicht so aus dem Mund, wie gewünscht. Stotterer haben mit solchen Aussetzern täglich zu kämpfen. Anlässlich des Welttags des Stotterns, der jedes Jahr am 22. Oktober stattfindet, klärt Logopäde Steffen Elze über Ursachen und Therapiemöglichkeiten dieser Sprechstörung auf. „Stottern tritt unabhängig vom Willen des Sprechers auf und äußert sich durch Wiederholungen einzelner Silben oder Laute. Auch Blockierungen oder Dehnungen innerhalb eines Wortes sind möglich“, erklärt Steffen Elze.

 

Mehrmals die Woche kommt der Logopäde ins HELIOS Klinikum Erfurt, um dort mit Patienten der neurologischen Station zu üben. Vor allem Schlaganfallpatienten, aber auch Menschen mit Parkinson oder Multipler Sklerose profitieren von seiner Arbeit. „Vor kurzem habe ich zum ersten Mal erlebt, dass ein Patient nach einem Schlaganfall gestottert hat und meine Hilfe brauchte. Sonst betreue ich meist Patienten, die nach einem Schlaganfall Artikulationsschwierigkeiten haben“, sagt Elze. Andere Auslöser für die Störung des Redeflusses sind genetisch bedingt oder hängen mit einer besonders schnellen oder gestörten Sprachentwicklung zusammen. „Bei Kindern beginnt das Stottern meist zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr“, sagt Elze. Etwa 80 Prozent der Kinder machen während ihrer Entwicklung eine Zeit des unflüssigen Sprechens durch. Im Schulalter stottern jedoch nur noch fünf Prozent der Kinder, von den Erwachsenen sind es ein Prozent.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Stottern zu therapieren. „Theoretisch ist die Sprechstörung unheilbar. So liegt das Ziel darin, das ,flüssige‘ Stottern zu trainieren“, erklärt der Logopäde. Abhängig vom Störungsbild kombiniert er verschiedene Hör-, Zungen- und Lippenübungen mit Trainingseinheiten zum Sprechen und Sprachverständnis. „Die Übungen bauen alle aufeinander auf und sollen dem Patienten helfen, sich nach und nach der flüssigen Sprache anzunähern.“

 

Seine Empfehlung für alle, die nicht wissen, wie sie auf Stottern reagieren sollen: Halten Sie im Gespräch mit Betroffenen immer Blickkontakt. Hören Sie ihm zu und reagieren Sie entsprechend auf das Gesagte. Ganz wichtig ist, dass Sie den Patienten nicht korrigieren. Wiederholen Sie die Äußerung einfach nochmal korrekt und eventuell erweitert. Bei Kindern helfen auch Reime, Geschichten oder Kinderlieder, um das flüssige Sprechen zu trainieren. Denn ein Kind muss ein Wort bis zu 50 Mal hören, bevor es den Begriff aktiv sprechen kann.

 

Viele Menschen wissen gar nicht, dass es neben dem Stottern noch eine weitere Redeflussstörung gibt: das Poltern. Es wird durch eine schnelle und überhastete Sprechweise gekennzeichnet. „Poltern ist schlimmer als Stottern. Denn der Patient glaubt, normal zu sprechen. Während das Stottern oft erst auftritt, wenn dem Sprecher Fremde gegenüber stehen, sprechen Polterer auch mit Familienmitgliedern unregelmäßig und überstürzt“, betont der Logopäde.

 

Übrigens gibt auch eine Großzahl Prominenter, die gestottert haben oder es immer noch tun. Bruce Willis, der Graf von der Band Unheilig, Mr. Bean und Marilyn Monroe sind nur einige von ihnen. Wer stottert, ist damit also nicht allein auf der Welt.

 

 

Mit 1.282 Betten ist das HELIOS Klinikum Erfurt das größte Krankenhaus der Region und für die medizinische Versorgung der Bürger der Thüringer Landeshauptstadt und weit darüber hinaus verantwortlich. Das HELIOS Klinikum Erfurt ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena.

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 52 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich rund 4,5 Millionen Patienten, davon 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt:

Beatrix Salzgeber
Referentin Unternehmenskommunikation
HELIOS Klinikum Erfurt
Telefon: +49 (361) 781-10 37
E-Mail: beatrix.salzgeber@helios-gesundheit.de