Was ist eine Salmonelleninfektion?© Foto: Canva
Infektion durch Lebensmittel

Was ist eine Salmonelleninfektion?

Berlin

Ferrero ruft Kinder Produkte zurück wegen Salmonellenbelastung: Warum machen sie das? Und was ist passiert?

In der Schokoladenfabrik von „Kinder“ in Belgien könnte es über die Produktionsstrecke zum Eintrag von Salmonellen in Schokolade gekommen sein. Sie könnten in einem Teil der Zutaten gewesen sein, bei deren Verarbeitung sie nicht vollständig abgetötet wurden. Verantwortlich dafür könnten sowohl die Kakaobohnen aber auch die Kokosnüsse oder Gewürze sein.

Die Erreger sind in der fettreichen Masse vor der Magensäure geschützt, weswegen bereits sehr geringe Mengen ausreichen, um eine Salmonelleninfektion auszulösen. Bisher ist allerdings noch unklar, ob die Salmonellen-Erkrankungen wirklich mit der Schokolade zusammenhängen. Denn noch wurden in keiner der Schokoladen Salmonellen gefunden. Weitere Ergebnisse stehen aus.

Salmonelleninfektion erklärt

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien aus der Familie der Enterobakterien. Sie lösen beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen aus und führen durch die Vermehrung der Bakterien im Darm zu Durchfall. Meist gelangen die Bakterien durch Lebensmittel in den Verdauungstrakt, dies kann auch über verunreinigte Schneidebretter erfolgen.

Am häufigsten geschieht dies über Eier oder Eiprodukte, die nicht durchgegart sind, aber auch durch Speiseeis oder rohes Fleisch. Auch pflanzliche Lebensmittel können von Salmonellen besiedelt sein, vor allem, wenn sie nach rohem Fleisch auf den Schneidebrettern bearbeitet werden.

Schmierinfektion von Mensch zu Mensch aufgrund von mangelnder Hygiene können ebenfalls zu einer Infektion führen. Dies geschieht dann über die Hände in den Mund.

Eher selten kommt es zu einer Übertragung durch Tierkot – auch hier ist mangelnde Hygiene ursächlich. Vor allem Reptilien können Salmonellen-Ausscheider sein und sind deswegen für Haushalte mit Kleinkindern nicht geeignet.

Wie äußert sich eine Salmonelleninfektion?

Meist geht die Erkrankung mit plötzlichem Durchfall, Bauchschmerzen, Unwohlsein und selten auch mit Erbrechen einher. Oftmals haben Erkrankte zudem erhöhte Temperatur. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Blutstrominfektion (Sepsis) mit schwerem Krankheitsverlauf kommen.

Nach Aufnahme der Erreger bricht die Erkrankung relativ schnell aus – nach sechs, meistens jedoch nach 12 bis 36 Stunden. Aber auch danach scheiden Erkrankte noch eine ganze Weile Salmonellen aus, in Einzelfällen bis zu mehreren Monaten.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders sehr kleine Kinder und abwehrgeschwächte Menschen sind gefährdet. Dabei ist vor allem der Verlust an Flüssigkeit und Salzen gefährlich für den Kreislauf. Deswegen ist die Substitution (Ersetzen) besonders wichtig. Erkrankte sollten auf eine ausreichende Salz- und Flüssigkeitszufuhr achten.

Hierfür gibt es in Apotheken Elektrolytlösungen. Sollte die Durchfallerkrankung länger dauern und mit starkem Erbrechen und Fieber einhergehen, sollten vor allem anfällige Menschen ärztliche Hilfe suchen.

Salmonellen vermeiden: Darauf sollten Sie achten

Wichtig ist, immer auf eine gute Hygiene zu achten. Denn:

  • Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet
  • Bei Temperaturen zwischen 10 und 47°C Grad Celsius fühlen sie sich besonders wohl
  • rohes Fleisch und Eier sowie Produkte mit rohen Eiern wie Mayonnaise immer lückenlos kühlen und nie in der Sonne stehen lassen
  • Schneidebretter zwischen den unterschiedlichen Zutaten gut reinigen
  • Speiseeis nicht wieder einfrieren
  • Auf ausreichende Garzeiten bei Temperaturen >70 Grad achten
  • Wasser für Säuglingsnahrung immer auf mindestens 70°C erhitzen
  • Erkrankte sollten kein Essen für andere zubereiten bis sicher ist, dass sie keine Salmonellen mehr ausscheiden

Aber noch wichtiger ist eine gute Händehygiene

Dazu regelmäßig Hände waschen:

  • Nach dem Toilettengang
  • Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln
  • Nach der Verarbeitung von rohen Tierprodukten