Prostatakrebs: Auswirkungen auf Sex und Partnerschaft
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Prostatakrebs: Auswirkungen auf Sex und Partnerschaft

Berlin

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Neben der intensiven Krebsbehandlung und damit verbundenen Sorgen stehen die Betroffenen vor einer weiteren Herausforderung: Die Beeinträchtigung der Sexualität belastet die Patienten und deren Partnerschaften mitunter enorm.

Aber welche Auswirkungen hat Prostatakrebs wirklich auf das Sexleben? Dr. Olaf Reichelt, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Helios Klinikum Aue steht Prostatakrebs-Patienten während der Therapie zur Seite.

Prostata-Operation: Wann droht eine Impotenz?

Die Sorge vor einer Impotenz beschäftigt viele Prostatakrebs-Patienten. Leider ist die Angst in vielen Fällen auch begründet. Impotenz, medizinisch erektile Dysfunktion, tritt nach der Entfernung der Prostata häufig auf und kann zu großem psychischen Druck führen. Die Steuerung der männlichen Potenz erfolgt über sehr dünne und empfindliche Nervenfasern, die auf ihrem Weg zum Penis in den sogenannten „Gefäß-Nerven-Bündeln“ sehr dicht an und entlang der Prostataoberfläche verlaufen.

Die radikale nervschonende Prostatektomie – die operative Entfernung der Prostata – ist dann zu empfehlen, wenn der Tumor die Kapsel und Wände der Prostata noch nicht durchbrochen hat. In vielen Fällen kann der Prostatakrebs auf diese Weise vollständig geheilt werden und die Potenz weitestgehend erhalten bleiben.

Ist der Krebs weiter fortgeschritten und die Prostatakapsel bereits durchbrochen, muss meist eine weitere Resektion erfolgen. Nur so kann der Tumor möglichst vollständig entfernt werden. Die damit verbundene Durchtrennung der Gefäß-Nerven-Bündel führt zu einer Impotenz. „Erektionsstörungen können wir inzwischen sehr gut behandeln, sodass viele Betroffene wieder Sex haben können“, erklärt Dr. Reichelt.

Was hilft gegen Impotenz?

Falls es nach dem operativen Eingriff zu Erektionsstörungen kommt, sollte umgehend der nachbehandelnde Urologe aufgesucht werden. Vielen Männern fällt dieser Schritt schwer, weil sie sich schämen und nicht über ihre sexuellen Probleme sprechen wollen. Dabei sind Erektionsstörungen nach der Entfernung der Prostata ganz normal. Damit es zu keiner dauerhaften Impotenz kommt, sollte mit dem Urologen frühzeitig eine Behandlung abgesprochen werden. Am besten wird die anschließende Behandlung schon während des Klinikaufenthaltes geplant, um die physische und mentale Stabilität des Patienten nach der Operation schnell zu verbessern.

Eine Möglichkeit, die nach der OP auftretende Impotenz zu behandeln, ist eine medikamentöse Therapie. Die einzunehmenden Tabletten erweitern die Penisgefäße und sorgen für einen vermehrten Bluteinstrom in die Penis-Schwellkörper. Alternativ zur Tabletteneinnahme kann ein anderes durchblutungssteigerndes Medikament verabreicht werden. Es kann direkt über den Schwellkörper injiziert (SKAT) oder in die Harnröhre eingeführt werden (MUSE).

Übungen zur Erektionsfähigkeit nach der Prostataentfernung

Neben der medikamentösen Therapie bietet das Schwellkörpertraining eine weitere Alternative, um die Potenz nach einer Prostatektomie wiederherzustellen. Eine Vakuum-Erektionspumpe bewirkt durch das erzeugte Vakuum einen stärkeren Blutstrom in die Schwellkörper. Urologen empfehlen betroffenen Patienten die Übung mit einer Vakuum-Erektionspumpe täglich zu wiederholen.

Sollten die beschriebenen Therapien nicht helfen, kann als letztes Mittel eine hydraulische Penisprothese eingesetzt werden.

Wichtig ist, dass die betroffenen Patienten Geduld mitbringen, denn die Zurückerlangung der Potenz nach einer Prostata-OP kann ein bis zwei Jahre dauern.

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