Helios Kliniken gründen Zentrum für Speiseröhrenkrebs in Stralsund

Helios Kliniken gründen Zentrum für Speiseröhrenkrebs in Stralsund

Stralsund

Speiseröhrenkrebs erfordert häufig aufwendige und hochkomplexe Operationen. Die Helios Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern bündeln ihre Kompetenzen im Hanseklinikum Stralsund. Das Ziel: Ausbau der Behandlungszahlen und medizinischen Expertise für eine bessere Versorgung der Betroffenen.

Speiseröhrenkrebs zählt zu den selteneren Krebserkrankungen. Jedes Jahr sind bundesweit rund 6.700 Patientinnen und Patienten betroffen. Der operative Eingriff bei einem sogenannten Ösophaguskarzinom ist sehr komplex und wird im Vergleich zu anderen Operationen recht selten vorgenommen. „Daher braucht es umso erfahrenere Operateure“, sagt Dr. Olaf Kannt, medizinischer Regionalgeschäftsführer der Helios Region Nord. Über diese verfügen die Helios Kliniken im Land um Prof. Jörg-Peter Ritz in der Landeshauptstadt und Prof. Matthias Birth in der Hansestadt Stralsund. Die beiden Ärztlichen Direktoren und Chirurgie-Chefärzte bündeln die Expertise ihrer Abteilungen im Ösophagus-Zentrum in Stralsund, um Krebspatientinnen und -patienten die bestmögliche Therapie zuteilwerden zu lassen. „Das ist ein enormer Gewinn für Betroffene. Gemeinsam sind wir noch besser aufgestellt. Je häufiger eine Operation an einem Ort durchgeführt wird, desto besser die Qualität. Ich freue mich, dass wir damit eine Möglichkeit schaffen, die Speiseröhrenchirurgie auszubauen“, erklärt Prof. Birth.

Aufgrund der begrenzten Tumorfälle ist auch die Anzahl an Operationen in den Kliniken im Land überschaubar. „Nach unserer Kenntnis erreicht keine Klinik in Mecklenburg-Vorpommern allein die erforderlichen Mindestmengen bei diesem Eingriff“, erklärt Dr. Kannt. Die Mindestmengenregelungen legen für ausgewählte planbare stationäre Leistungen, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses von der Menge der erbrachten Leistungen abhängig ist, die Höhe der jeweiligen jährlichen Mindestmenge je Krankenhaus fest. Sie werden vom Gemeinsamem Bundesausschuss, dem obersten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzteschaft, beschlossen. Die Helios Kliniken Schwerin und Stralsund kommen derzeit auf 35 bis 40 Speiseröhrenoperationen im Jahr. Damit erfüllen sie zwar gemeinsam die ab 2023 geltende Mindestmenge von 26, allerdings nicht an einem Standort. Man nutze nun das gemeinsame Know-how und baue in Stralsund das Behandlungszentrum für Speiseröhrenkrebs auf. „Wenn wir diesen Schritt nicht gehen, besteht die ernsthafte Gefahr, dass sich Betroffene mit dieser Erkrankung schon bald nicht mehr in unserem Land operieren lassen können“, begründet Dr. Kannt den notwendigen Schritt. Wenn niemand die Mindestmengen erreiche, müssten Patientinnen und Patienten vielleicht schon bald weite Wege für die Behandlung auf sich nehmen.

Beide Kliniken können mit sehr guten Qualitätsergebnissen überzeugen. In Stralsund und Schwerin liegt die Sterblichkeit bei diesem Eingriff deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Das Hanseklinikum Stralsund hatte sich jüngst mit dem ultrapräzisen OP-Roboter „Da Vinci XI“ ausgestattet, der auch bei Eingriffen an der Speiseröhre zum Einsatz kommen soll. Die Helios Kliniken in Schwerin verfügen seit knapp zwei Jahren über derartige roboterbasierte OP-Technik.

Im Behandlungszentrum gibt es einen besonderen Service für Patientinnen und Patienten. Sie können auf das klinikeigene Shuttle zurückgreifen. Ein Fahrer holt sie von zu Hause ab und bringt sie in die Klinik nach Stralsund. „Das ist ein besonderer Komfort, den wir unseren Patienten zunächst als Testphase anbieten möchten. Das Angebot gilt ebenfalls für eine Begleitperson. Und zwar deutschlandweit“, erklärt Geschäftsführer David Kayser. So ist ebenfalls sichergestellt, dass Patientinnen und Patienten schon wenige Tage nach der Operation in Stralsund heimatnah weiterversorgt werden können.