Die Kraft der Farben beim Gesundwerden nutzen
Pressemitteilung

Die Kraft der Farben beim Gesundwerden nutzen

Berlin

Architektur und Farbgestaltung haben einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Zufriedenheit von Patienten, Angehörigen und Personal. Nach einem Pilotprojekt am Helios Universitätsklinikum Wuppertal wurden diese Erkenntnisse nun auch in der Privatklinik am Standort des Helios Klinikums Krefeld erstmalig umgesetzt. Weitere Einrichtungen sollen sukzessive folgen.

Wer an Krankenhaus denkt, hat schnell lange monotone Gänge, Neonlicht und Funktionsbauten im Kopf. Doch es geht auch anders: Sanfte Farben, in der Optik von Naturmaterialien wie Hölzer und Steine sowie eine Beleuchtung, die sich an die Tageszeit anpasst – das innovative Design in der Privatklinik am Standort des Helios Klinikums Krefeld folgt dem Prinzip der „healing architecture“. Mit dem planerischen Ansatz der „heilenden Architektur“ wird in Gesundheitsbauten das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten, Personal und Angehörigen gestärkt.

Unsere medizinische Qualität soll sich auch in der Gestaltung unserer Räume widerspiegeln. Denn in einer beruhigenden und entspannten Atmosphäre fühlen sich unsere Patientinnen und Patienten wohler. Das kann ihnen helfen, schneller zu genesen. Alle verbauten Materialien sind zudem widerstandsfähig und damit langlebig, leicht zu reinigen und zu desinfizieren. Unsere Mitarbeitenden schätzen den neuen Arbeitsplatz sehr – dies hat ihre Bewertung in einer repräsentativen Befragung vor Ort gezeigt. Ich bin daher stolz auf das Projektteam, Dankeschön an alle Mitwirkenden für die Ergebnisse.

Kim Lagoda, Geschäftsführerin der Helios Privatkliniken GmbH

„Wir freuen uns über diese moderne Umgestaltung an unserem Krefelder Standort und hoffen, dass unser Beispiel Schule macht. Die Privatklinik umfasst 53 Betten. Jedes Jahr versorgen wir hier in rund 30 Fachbereichen Patientinnen und Patienten aus der Region, aber auch aus über 30 Ländern weltweit. Die weiteste Anreise in diesem Jahr hatte ein Patient aus Australien“, sagt Klinikgeschäftsführer Alexander Holubars.

Die Renovierungsarbeiten in Krefeld, die im Frühjahr 2022 begonnen haben, sind abgeschlossen, so dass die Patientinnen und Patienten nun von der Umgestaltung profitieren. Mit dem Helios Standort Bonn steht die nächste Einrichtung schon in den Startlöchern für einen Umbau, weitere Einrichtungen werden nach und nach folgen. Das erste Renovierungsprojekt, initiiert von Dr. med. Gabriele Wöbker Direktorin der Klinik für Intensivmedizin im Helios Universitätsklinikum Wuppertal, ist vor etwa drei Jahren mit einem Farb- und Lichtkonzept für die Intensivstation in Wuppertal gestartet. Mit großem Erfolg: Die Patientinnen und Patienten fühlten sich in den farblich neu gestalteten Räumen entspannter und weitaus zuversichtlicher, was sich wiederum positiv auf den Medikamentenbedarf niederschlug. 30 Prozent weniger Beruhigungs- und Schmerzmittel wurden verabreicht. Und auch bei den Mitarbeitenden war der Effekt enorm: Der Krankenstand ging um 35 Prozent zurück.

Das Farb- und Materialkonzept in Wuppertal und Krefeld wurde in enger Abstimmung mit Prof. Dr. Axel Buether entwickelt, der bereits das Pilotprojekt im Helios Universitätsklinikum Wuppertal betreut hat. Buether ist Leiter des Instituts für Farbpsychologie und Professor für Visuelle Kommunikation an der Bergischen Universität Wuppertal.

Etwa 60 Prozent unseres Gehirns nutzen wir für die Verarbeitung von Farb- und Lichtinformationen. Die Farbwahrnehmung steuert intuitiv unser Erleben und Verhalten. Wir spüren dadurch, ob Umwelteinflüsse für uns gut sind oder eben nicht. Die Atmosphäre eines Raumes bestimmt unser Wohlfühlen, kann aber auch Ängste verstärken oder Menschen etwa bei kühlem Licht unempathisch wirken lassen. Deshalb sollte ein modernes Krankenhaus auch immer die Gestaltung im Blick haben – und zwar für alle Beteiligten.

Prof. Dr. Axel Buether
Blick ins neu gestaltete Patientenzimmer (Helios)

Er stellt die Bedürfnisorientierung in den Mittelpunkt seiner Arbeit: „Farbe ist Mittel zum Zweck, Patientenzimmer und Pausenräume sollten sich zum Beispiel atmosphärisch unterscheiden. Wenn wir die Bedürfnisse der einzelnen Anspruchsgruppen verstanden haben, können wir die richtigen Mittel für die Gestaltung finden. Weiße Wände mögen Räume heller machen, bieten allerdings keine Struktur und somit keinen Halt für den Betrachter. Oberflächen in zeitlosen Farben wie etwa Holztöne geben die Möglichkeit, sich unterbewusst anzulehnen und so zu entspannen,“ erklärt der Farbexperte. Am Ende einer jeden Neugestaltung stehe eine Evaluation. Allerdings sei evidenzbasiertes Arbeiten auf diesem Gebiet noch völlig neu. Die Zusammenarbeit mit Helios mit der Befragung von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden zum Abschluss sei daher ein absolutes Vorreiterprojekt.

Gleiches gilt auch für das Empfinden von Licht. „Es soll als angenehm wahrgenommen werden. Entsprechend der vorgesehenen Materialien in den Patientenzimmern, Aufenthaltsräumen und Fluren haben wir die optimal nutzbare Farbtemperatur festgelegt“, erklärt der Licht-Experte Dr. Achim Leder von Jetlite. Den Patientinnen und Patienten wird daher eine Auswahl an unterschiedlichen Lichtquellen mit direkter oder indirekter Beleuchtung angeboten, die die innere Uhr chronobiologisch wirksam unterstützen und den Heilungsprozess fördern können.

„Wir haben die maßgeblichen Faktoren für die Farb- und Materialauswahl sowie die Funktionalität im Dialog mit den Fachexperten und Nutzern bei Helios, den Planern von Kitzig Interior Design, der Vamed, Prof. Buether und Jetlite in das Konzept für die Privatkliniken und Wahlleistungsbereiche integriert“, führen Christina Hoffmann, Leitung Helios Privatkliniken und Wahlleistung sowie Simone Fabek, verantwortlich für bundesweite Helios-Bauempfehlungen, aus. Die Erkenntnisse zur Wirkung der Farben und des Lichts möchte Helios zukünftig auch für weitere Bereiche berücksichtigen.

Franziska Vallentin

Pressesprecherin
Franziska Vallentin

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