Darmgesundheit

Darmgesundheit

Erfurt

Der Darm leistet Beachtliches: Er nimmt im Laufe eines Lebens rund 50 000 Liter Flüssigkeit auf und verdaut etwa 30 Tonnen Nahrung, unverdauliche Reste scheidet er aus.

Mit seiner großen Oberfläche von rund 400 m², der Größe eines Fußballfeldes, resorbiert er nicht nur Nährstoffe, sondern bildet gleichzeitig die größte Grenzfläche des menschlichen Organismus zur Umwelt und ist ein wesentliches Abwehr- und Schutzorgan.

An dieser Grenzfläche beherbergt der Darm eine Vielzahl von Bakterien, die sogenannte „Darmmikrobiota“. Sie übertrifft mit Ihren 1014 Zellen die Anzahl der Zellen des menschlichen Körpers um das 10fache.
Die Zusammensetzung der Darmmikrobiota ist bei jedem Menschen einzigartig, wie ein Fingerabdruck. Dieser individuelle Fingerabdruck hat nicht nur Einfluss auf die Verdauungsleistung und die lokale Darmgesundheit, sondern wirkt sich auch auf Prozesse weit außerhalb des Darmes aus. So kann der Darm mit Gehirn, Leber, Fettgewebe und Bauchspeicheldrüse kommunizieren und beispielsweise Hungergefühl, Stimmung und Blutzuckerregulation beeinflussen.
Die Ernährung ist vermutlich der wichtigste Einflussfaktor auf die Zusammensetzung der Mikrobiota. Ist die „Darmflora“ im gesunden Gleichgewicht, kann sie unter anderem das Darmkrebsrisiko senken, die Immunfunktion des Darmes stärken und vor Entzündungsprozessen im Verdauungstrakt schützen.

"Leisten Sie Ihren Beitrag zur Darmgesundheit. Eine gesunde Ernährung, mindestens 1,5 Liter Flüßigkeit in Form von kalorienfreien Getränken wie Wasser oder ungesüßten Tees und regelmäßige Bewegung von 30 bis 60 Minuten pro Tag sind ratsam."

Für ein gesundes Gleichgewicht im Darm sorgen vor allem „Präbiotika“. Dabei handelt es sich um Nahrungsbestandteile, die im Dünndarm nicht verdaut werden können, den Dickdarm erreichen und den Darmbakterien als Nahrungsgrundlage dienen. „Gute“ Bakterienstämmen wie Bifidobakterien ernähren sich von Präbiotika und vermehren sich. Gleichzeitig drängen sie „krank machende“ Bakterienstämme wie etwa Clostridien zurück.
Präbiotika sind zum Beispiel in Chicorée, Artischocken, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Bananen, aber auch Vollkorngetreide enthalten. Das bedeutet für den Speiseplan: mehrere Portionen Gemüse am Tag - etwa als Salat, Beilage oder Suppe. 

Drei „Hand voll“ Gemüse und zwei „Hand voll“ Obst (möglichst mit Schale) sollten es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung pro Tag sein, die die Leitlinien zur gesunden Ernährung veröffentlicht. Dazu gehören auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen oder Bohnen. Sie enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Antioxidantien und tragen zur Sättigung bei.
Ballaststoffreich sind auch Kleie, Weizenkeime, Samen und Kerne sowie Kartoffeln und Vollkorngetreide wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Wildreis. Sie enthalten mehr Mikronährstoffe als Weißmehlprodukte, senken das Risiko eines Diabetes mellitus Typ 2 und können durch enthaltene Quellstoffe einer Verstopfung vorbeugen, wenn zusätzlich reichlich Flüssigkeit getrunken wird.

Ausreichendes Trinken fördert zusätzlich den Weitertransport der Speisen im Darm. Mindestens 1,5 Liter pro Tag in Form von kalorienfreien Getränken wie Wasser oder ungesüßten Tees sollten es sein. Auch regelmäßige Bewegung von 30 bis 60 Minuten pro Tag hat einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit. Sie hilft bei Darmträgheit und reguliert Darmbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen.  
Die Zusammensetzung der Mikrobiota kann sich durch eine Antibiotikatherapie oder mit einer Durchfallerkrankung verändern. Hier können probiotische Lebensmittel helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen und den Darm mit enthaltenen Milchsäurebakterien oder Hefen zu besiedeln. Zu den Probiotika zählen milchsaure Produkte wie Joghurt, Kefir, Buttermilch oder Sauerkraut.