Wenn eine OP-Schwester die ZDF-Küchenschlacht erobert
Von unberechenbaren Kochutensilien, winzigen Arbeitsflächen und stumpfen Messern

Wenn eine OP-Schwester die ZDF-Küchenschlacht erobert

Erlenbach

Mary Tharovsky steht seit 36 Jahren im OP. In ihrer Freizeit geht es oftmals heiß her: Die 57jährige liebt es, zur Rockmusik von Bon Jovi den Kochlöffel zu schwingen. Diese Leidenschaft hat sie schließlich zur ZDF-Küchenshow gebracht.

Mehr als nur OP-Schwester: In ihrer Freizeit ist Mary eine leidenschaftliche Köchin!

Hallo,

ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist Mary Tharovsky. Ich bin 57 Jahre jung und arbeite als OP-Schwester in der Helios Klinik Erlenbach. Seit 36 Jahren stehe ich im OP, die Traumatologie und die Endoprothetik sind meine absoluten Lieblingsdisziplinen. Natürlich gibt es für mich auch ein Leben außerhalb des Krankenhauses. In meiner begrenzten Freizeit schwinge ich mit großer Leidenschaft zu Rockmusik von Bon Jovi den Kochlöffel. Dieses Hobby hat mich auch dazu gebracht, mich bei der Küchenschlacht im ZDF zu bewerben.

Von der Bewerbung ins Kochstudio

Nach einem längeren Prozedere im Internet und einigen Telefoninterviews im Vorfeld wurde ich schließlich vom ZDF gecastet und zur Produktion der Sendung nach Hamburg eingeladen.

Am Faschingswochenende (gerade noch vor Corona!) wurden dann die Sendungen im Studio aufgezeichnet. Von professionellen Maskenbildnern - es ging ja noch ohne Mundschutz - wurden meine vier Mitstreiter und ich geschminkt und gestylt. Es folgte ein Briefing von der Aufnahmeleiterin, dann ging es zunächst zu den Interviews. Hier ging es um die "Person hinter dem Kochlöffel": Was sind meine persönlichen Wünsche? Welche Erwartungen habe ich an mich und an die Show? Einer der spannendsten Augenblicke war dann die Begehung des Fernsehstudios.

Auf Los geht's los!

Nur 35 Minuten Zubereitungszeit - und dann stell Kochcoach Björn Freitag auch noch Fragen!

Alles ging Schlag auf Schlag! Kaum hatten wir das Fernsehstudio gesehen, wurde uns auch schon der Kochplatz zugewiesen. Wir kontrollierten zu allererst die für unsere jeweiligen Rezepte bereitgestellten Zutaten und suchten das benötigte Kochgeschirr zusammen. Dann gab es eine schnelle Einweisung in die Küche, den Herd und den Backofen. Wer sich fragt, wozu eine geübte Köchin so etwas nötig hat, dem sei gesagt: Diese Geräte erwiesen sich als unberechenbar!

Schließlich wurden wir verkabelt, ein letztes Mal die Nase nachgepudert, ein Schluck Sekt  getrunken (sehr notwendig!) und schon ging die Aufzeichnung der Sendung los.

Ja, was im Fernsehen so einfach aussieht, ist in Wirklichkeit der pure Stress: Die Zubereitung eines Menüs in nur 35 Minuten Echtzeit (das ist wirklich so!) ist kein Kinderspiel. Der Herd ist kaum in den Griff zu kriegen, die Arbeitsfläche hat die Größe eines größeren Vesperbretts und die Messer brachten mich an den Rand der Verzweiflung. Sie schnitten einfach nicht - und das bei einer OP-Schwester! Wenn unser Traumachef im OP wieder einmal über stumpfe Skalpelle schimpft, werde ich ihm empfehlen, bei der Küchenschlacht vorbeizuschauen. Danach weiß er, was wirklich stumpfe Messer sind. Zu allem Überfluss wollte dann auch noch unser Kochcoach Björn Freitag ständig mit uns sprechen. Das war anstrengend!

Alle vier Sendungen wurden tatsächlich an zwei Tagen aufgezeichnet. Das hieß: zwei mal am Tag kochen, was das Zeug hält. Trotzdem hat (fast) alles gut geklappt. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Kochkünsten und die Sterneköche waren es scheinbar auch: Drei Tagessiege sprechen für sich. Leider hat es im Finale dann doch nicht zum Wochensieg gereicht. Trotzdem bin ich stolz und froh, teilgenommen zu haben.

Ich würde es immer wieder tun!

(Die Sendung wurde in der Woche vom 27. bis 30. April 2020 im ZDF ausgestrahlt.)